AKW abgeschaltet

29. Juni 2011 08:06; Akt: 29.06.2011 16:35 Print

BKW investieren zehn Millionen in Mühleberg

Wegen Sicherheitsbedenken wird das AKW Mühleberg fünf Wochen vor der ordentlichen Jahresrevision abgeschaltet. Für bauliche Massnahmen investieren die BKW 10 Millionen Franken. Im September soll das AKW wieder ans Netz.

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Da bei einem extremen Hochwasser eine Wasserzuleitung verstopft werden könnte, wird das AKW Mühleberg fünf Wochen vor der Jahresrevision abgeschaltet.

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Das AKW Mühleberg wird am Donnerstag für Sicherheitsnachbesserungen abgeschaltet. Grund sind Bedenken, dass bei einem extremen Hochwasser eine Wasserzuleitung verstopft werden könnte. «Geschiebe in der Aare könnte die Kühlwasserzufuhr beschränken», sagte Hermann Ineichen, Leiter Energie Schweiz, an einer Medienkonferenz der BKW.

Deshalb wird das Atomkraftwerk damit fünf Wochen vor Beginn der ordentlichen Jahresrevision vom Netz genommen. Und einen Tag bevor, die BKW der Ensi einen Sicherheitsbericht übergeben hätte müssen. «Ob wir etwas zu früh gekommen sind, weiss ich nicht», sagte der BKW-Chef Kurt Rohrbach. Man werde das Kraftwerk am Mittwochabend aufgrund der eigenen Sicherheitsstandarts herunterfahren.

Grosse Investitionen

Mit dem Entscheid, das AKW Mühleberg länger als geplant vom Netz zu nehmen, untermauert der bernische Stromkonzern BKW nach eigenen Angaben seine Philosophie des «Safety First».

Der Versorgungsauftrag rücke in den Hintergrund, sobald neue Erkenntnisse zu Sicherheitsaspekten vorlägen, sagte BKW-Direktionspräsident Kurt Rohrbach am Mittwoch vor den Medien in Bern. Der Entscheid, Mühleberg fünf Wochen früher als geplant vom Netz zu nehmen, «entspricht unserem Selbstverständnis».

In die baulichen Massnahmen investiere die BKW in den nächsten Wochen rund 10 Millionen Franken. Durch den verlängerten Produktionsunterbruch gebe es zudem wirtschaftliche Einbussen von rund 20 Millionen Franken. Dies belaste das Jahresergebnis.

Verstopfung des Einlaufbauwerks möglich

Neue Erkenntnisse im Bereich der auf Extremsituationen ausgelegten Hochwasserszenarien hätten ergeben, dass bei bestimmten Ausnahmesituationen eine «Verstopfung des Einlaufbauwerks des SUSAN- Notstandsgebäudes durch das in der Aare erwartete Geschiebe» nicht ausgeschlossen werden könne, schreibt die BKW.

Deshalb will die BKW eine «verstopfungssichere Wasserversorgung des SUSAN nach Eintreten eines Extremereignisses» gewährleisten. Ausserdem werde die Hochwassersicherheit des bestehenden Pumpenhauses verbessert.

Früher als geplant abgeschaltet

Am 30. Juni 2011 wollen die Bernischen Kraftwerke «wie geplant den verlangten Nachweis für die Bewältigung eines 10 000 jährlichen Hochwassers erbringen». Der Nachweis basiere auf dem bestehenden Hilfskühlwassersystem und betrieblichen Massnahmen.

Um diese Massnahmen bis zum planmässigen Anfahren des AKW Mühleberg nach der bevorstehenden ordentlichen Jahresrevision verwirklichen zu können, muss die BKW das Atomkraftwerk bereits am Donnerstag vom Netz nehmen.

Das Kernkraftwerk wäre in fünf Wochen wegen der Jahresrevision sowieso abgeschaltet worden. Geplant ist, das Kraftwerk nach der ordentlichen Revision im September wieder ans Netz zu bringen.

(am/mar/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Henryman am 29.06.2011 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Antikernkraft

    Ich bin gegen Kernenergie! Ich wehre mich dagegen, wie und wo ich nur kann. Erstens nehme ich den Strom nur noch aus der Steckdose und zweitens wasche ich mich nicht mal mehr mit Kernseife!

  • Ruedi Ruchtig am 29.06.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Im Anfang war das Atom!

    Richtig, es darf nicht sein, dass eine so heikle Technik in einem 40-jährigen Bau betrieben wird - aber dann hätte man die Anlagen schon längst mit technisch hochaktuellen neuen ersetzen müssen. Und zwar mit neuster, innovativer Schweizer Qualitätssicherheitstechnik. Innovation und technische Leistung zeichnen unser Land schliesslich seit Jahrhunderten aus! Wer sich jahrelang technophob gegen jede Erneuerung von AKWs stellt, darf sich nicht über "marode" Anlagen aufregen. Eine Denkinkonsistenz, die leider so einige Exponenten in dieser Angelegenheit auszeichnet.

  • Nubo am 29.06.2011 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Atom-Gegner

    Bevor ihr hier alle rumschreit, solltet ihr Euren Strom auf 100% öko-Strom umschalten lassen. So lange ihr das nicht tut seid IHR paradox und nicht das Abschalten und Einschalten vom AKW. Ich freue mich auch auf eine AKW-freie Zeit. ABER im Gegensatz zu Euch ist mir bewusst, dass das Zeit braucht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Palomino (*1964) am 01.07.2011 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    10 Millionen sinnvoller einsetzen

    10 Millionen für eine Ruine? - Das ist wirklich nicht sehr effizient. Windräder in Föhntälern wären besser...

  • Volks-Inspektor am 29.06.2011 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    10'000 Millionen in den Sand setzen

    besser gerade richtig, für immer und ewig abstellen - und das Geld für Erneuerbare-Energie verwenden.

  • Sven am 29.06.2011 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Warum noch 10 Millionen investieren

    Ganz Abstellen ist gefragt, und nicht noch Geld für unnötige Revision hinauswerfen.

  • Mi H. am 29.06.2011 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gut..

    .. und jeder, der hier jetzt Anti-AKW-Sprüche hinkritzelt, soll doch bitte mal etwas weiter denken und jetzt seinen PC ausschalten. Dieser braucht schliesslich auch Strom, was wiederum irgendwo her kommen muss.

  • Ruedi Ruchtig am 29.06.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Im Anfang war das Atom!

    Richtig, es darf nicht sein, dass eine so heikle Technik in einem 40-jährigen Bau betrieben wird - aber dann hätte man die Anlagen schon längst mit technisch hochaktuellen neuen ersetzen müssen. Und zwar mit neuster, innovativer Schweizer Qualitätssicherheitstechnik. Innovation und technische Leistung zeichnen unser Land schliesslich seit Jahrhunderten aus! Wer sich jahrelang technophob gegen jede Erneuerung von AKWs stellt, darf sich nicht über "marode" Anlagen aufregen. Eine Denkinkonsistenz, die leider so einige Exponenten in dieser Angelegenheit auszeichnet.