Atomdebatte

31. März 2011 07:39; Akt: 31.03.2011 10:13 Print

BKW trifft «Massnahmen» in Mühleberg

Der bernische Stromkonzern BKW setzt im AKW Mühleberg erste zusätzliche Massnahmen nach der Katastrophe in Japan um. Was genau getan wird, wollte die BKW nicht erläutern.

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Die BKW musste bis Donnerstag der Atomaufsichtsbehörde des Bundes (ENSI) einen Bericht vorlegen. Darin sollten mögliche Probleme im Fall von Erdbeben und Hochwasser thematisiert werden. Die AKW- Betreiber mussten namentlich zeigen, wie sie die Lagerbecken der Brennelemente im Notfall kühlen könnten.

Was genau im nun abgelieferten Mühleberg-Bericht steht, wollte die BKW an der Medienorientierung nicht verraten. Zunächst wolle man die Reaktion des ENSI abwarten, sagte Direktionspräsident Kurt Rohrbach zur Begründung.

Verwaltungsratspräsident Urs Gasche versicherte, die Sicherheit stehe über allem. Das sei eine Frage des unternehmerischen Verantwortungsbewusstseins. «Wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist, wird Mühleberg abgeschaltet - sofort und ohne Rücksicht auf ökonomische und energiewirtschaftliche Aspekte.»

«Offen für Alternativen»

Gasche bekräftigte im weiteren, die BKW werde ihre Konzernstrategie grundlegend überprüfen. Dabei dürfe es aber keinen «überhasteten Aktionismus» geben. Man sei offen gegenüber «allen sicheren, umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Technologien, gegebenenfalls auch für 'nach Japan' weiterentwickelte, sicherere Kernkraft-Technologien», teilte der Konzern zuvor mit.

Direktionspräsident Rohrbach ergänzte, eine sofortige Ausserbetriebnahme des AKW Mühleberg hätte aus Sicht der BKW «bedeutende Auswirkungen» auf die Umwelt: Als Ersatz müsste man einen durchschnittlichen EU-Strommix beziehen, der zur grossen Mehrheit aus fossil produziertem Strom bestehe.

(sda)