Tierischer Ausbrecher

12. Dezember 2014 17:04; Akt: 12.12.2014 17:04 Print

Bär Kupa verhilft Luchs Félix zur Flucht

Lange galt das Luchsmännchen Félix aus dem waadtländischen Zoo Juraparc als tot. Doch nun ist klar: Félix lebt, hatte einen Fluchthelfer – und wird nun gejagt.

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Luchs Félix im Juraparc, fotografiert am 15. September 2011. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Félix, ein sieben Jahre alter Luchs aus dem Juraparc, ist schon seit Januar nicht mehr in seinem Gehege. Eigentlich waren die Parkhüter davon ausgegangen, dass das Tier den Bären oder Wölfen im eigenen Park zum Opfer gefallen war – und dass der hohe Schnee seine Überreste verbarg.

«Wir hatten wirklich grosses Pech», sagt Olivier Blanc, der Direktor des Parks, zu «Le Matin»: «Alle Sicherheitsvorkehrungen waren in der neuen Anlage getroffen worden, die Spezialisten hatten uns versichert, dass es unmöglich sein wird, dass ein Luchs ausbrechen kann.»

Bär half Luchs bei der Flucht

Die Spezialisten hatten wohl nicht mit den Bären gerechnet: Wie «20 Minutes» berichtet, hatte der Bär Kupa eine Holzabschrankung angeknabbert – was Luchs Félix die Flucht ermöglicht habe. Im Juni kam dann plötzlich der Beweis: Der Luchs wurde in Freiheit gesehen. Es handelte sich eindeutig um Félix, so Direktor Blanc: «Jeder Luchs hat ein einzigartiges Fell.»

Seither sind die Behörden im Welschland damit beschäftigt, Félix wieder einzufangen. Doch das gesuchte Tier ist seinen Jägern bisher entkommen. «Man sollte ihn wieder einfangen», sagt Martin Liberek, Tierschüter des Kantons Waadt, zur Zeitung. Liberek: «Das Tier hat in der Natur nichts verloren. Es ist sich menschlichen Kontakt gewohnt, was es weniger wild macht, und das kann es näher an Siedlungsgebiete treiben.»

Warum darf Félix nicht frei sein?

Catherine Strehler Perrin, die Vorsteherin des Umwelt-Departements des Kantons Waadt, sagt: «Man darf aus Prinzip nicht zulassen, dass Tiere, die in Gefangenschaft geboren wurden, in der Natur ausgesetzt werden, auch wenn es sich um einheimische Tiere handelt.» Es bestehe, so die Departementsvorsteherin, immer die Gefahr der Einführung eines ökologischen Ungleichgewichts – «und darum müssen wir handeln.»

(gbr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • glumanda am 12.12.2014 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lasst ihm doch die freiheit

    Ökologisches Ungleichgewicht trotz einheimischem Tier?! Das einzige ökologische Ungleichgewicht ist der Mensch. Jetzt bestimmen schon wir was das beste für die Natur ist.

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  • Hopp Luchs am 12.12.2014 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe er bleibt noch lange auf der Gass

    Wetten am Schluss wird er dann noch abgeballert weil er nicht in die Natur "passt". Ich gebs ja zu dass ich doof bin, kann mir aber bitte jemand erklären wie ein einheimisches Raubtier ein ökologisches Ungleichgewicht erzeugen kann, zumal die Anzahl der Luchse ja soooo riesig ist. Wette dass die tausenden Schafe welche nur zur Subventionserschleichung gehalten werden da mehr Ungleichgewicht reinbringen. Aber eben der Luchs hat keine starke Lobby in Bern also weg mit dem Viech. Tragisch wie weit es in diesem Land schon gekommen ist.

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  • Herr Luchs am 12.12.2014 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armer Luchs

    Sind Luchse nicht eine gefährdete Tierart? Wenn er wirklich alleine in Freiheit lebt denke ich sollte man das feiern und ihn nicht jagen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • lady am 13.12.2014 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemein!

    wenn er geflücbet ist und wieder kommen will, dann wkrd er das und wenn nicht dann hatte er ja einen guten Grund! nur weil die Menschheit stärker ist als die Tiere müsst ihr nicht so mit ihnen umgehen... leben und leben lassen!

  • Ognjenovic Alexander am 13.12.2014 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Luchs Felix

    Gratuliere dir Luchs Felix! Du hast das Recht in Freiheit zu leben! Und die Behörden sollten sofort die Jagd auf Felix beenden... es gibt wichtigere Sorgen im Leben als einen Luchs einzufangen!

  • unique am 13.12.2014 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lux

    verstehe die vorsteherin nicht, wenn er schon so lsnge in freiheit ist kann er das verhaeltnis nicht gestoert haben....!

  • Sandy am 13.12.2014 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Intoleranz

    Leider ist die Schweiz Raubtieren gegenüber extrem intolerant, egal ob Luchs, Wolf oder Bär. Rundherum in Europa klappt es, bloss hier nicht. Stellt sich die Frage, inwiefern die Jagd-Lobby diese Einfluss auf die öffentliche Meinung nimmt, durch das Hintertürchen natürlich.

  • Remo am 13.12.2014 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschuss

    Man kann ihn auch einfach abschiessen sobald er in dir Nähe von Siedlungen kommt. Solche Tiere sollen und dürfen in der dicht besiedelten Schweiz nicht frei rumlaufen. Das selbe gilt übrigens auch für Wölfe und Bären.

    • Alfred Zuberbühler am 13.12.2014 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      Luchs

      Leider ist die Schweiz übervölkert. Trotzdem hat der Mensch nicht alle Rechte.

    • geht auch anders am 13.12.2014 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      nix da mit wegknallen

      In Zürich streunen Dachse und Füchse rum. Wenn mal eine gebissen wird ists in der Regel weil er das Tier gefüttert hat - aber an sich eine Lappalie. Weshalb alles abballern nur weil es da ist?

    • lady am 13.12.2014 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      gehts noch?!

      solange wir nicht böse zu den tieren sind werden sie es auch nicht sein..du musst es ja nicht streicheln gehen!

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