Streckensperrung

09. Juni 2019 20:21; Akt: 09.06.2019 20:21 Print

Bahnfahrt ins Tessin dauert ab heute länger

Wer von Zürich her ins Tessin will, muss seit heute bis Ende 2020 einen Umweg in Kauf nehmen. Dies, weil auf der Strecke zwischen Zug Oberwil und Arth Goldau gebaut wird.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ab Sonntag bis Dezember 2020 machen die Züge zwischen Zürich und dem Tessin einen Umweg über Rotkreuz ZG. Grund dafür sind Bauarbeiten, mit denen die Einspurstrecke am östlichen Zugerseeufer leistungsfähiger gemacht werden soll.

Wegen den 200 Millionen Franken teuren Bauarbeiten sperren die SBB auf der Achse Zürich - Tessin die Strecke Zug Oberwil -Walchwil - Arth Goldau komplett. Die Züge verkehren wegen der Sperrung via Rotkreuz und Immensee am westlichen Zugerseeufer. Die Fahrzeiten zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin verlängern sich um bis zu 15 Minuten.

Helfer auf den Perrons

Diese Sperrung wirkt sich auf die Fahrpläne der gesamten Gotthardachse aus. Aus Rücksicht auf die Anschlüsse werden die Fahrzeiten der Züge von Basel und Luzern Richtung Gotthard den längeren Reisezeiten der Zürcher Züge angepasst. Die S-Bahnen im Raum Zug - Schwyz verkehren teilweise zu anderen Zeiten, im Gegenzug wird das Busangebot ausgebaut. Weil die Schnellzüge aus der Deutschschweiz später im Tessin ankommen respektive dort früher Richtung Norden abfahren, gibt es auch Änderungen im Fahrplan der Tessiner S-Bahn.

Die SBB empfehlen den Passagieren, vor einer Fahrt auf der App oder im Internet den jeweils aktuellen Fahrplan abzurufen. Doch auch vor Ort wird den Reisenden geholfen. In den ersten Wochen stünden täglich Kundenbetreuer in Luzern, Arth-Goldau, Rotkreuz, Zug und Brunnen im Einsatz, erklärte die SBB an einem Medientermin in Walchwil. Danach würden in Luzern und Arth-Goldau weiterhin täglich und in Zug und Rotkreuz bei Bedarf Auskunftspersonen auf den Perrons sein.

Aus einer Spur werden zwei

Die Sperrung einer Bahnstrecke für eineinhalb Jahre ist eine Seltenheit. Jacques Boschung, Leiter SBB Infrastruktur, begründet dies damit, dass bei Arbeiten unter Betrieb das Projekt fünf Jahre länger gedauert und 40 Millionen Franken mehr gekostet hätte.

Mit den Arbeiten soll die rund 120 Jahre alte und 15 Kilometer lange Einspurstrecke für den Bahnverkehr der nächsten Jahrzehnte gerüstet werden. Herzstück ist der Bau einer 1,7 Kilometer langen und 90 Millionen Franken teuren Doppelspur in Walchwil.

Mehr Züge dank neuer Doppelspur

Mit der Doppelspur werde es mehr Fahrplanstabilität geben, sagte Cornelia Mellenberger, Leiterin SBB Fernverkehr. Die Kapazitäten für den Personenverkehr könnten erhöht werden. Es werde mehr Verbindungen von der Deutschschweiz ins Tessin und im Regionalverkehr geben.

In den nächsten eineinhalb Jahren werden auf der gesperrten Strecke zudem noch rund 80 weitere Objekte saniert, so sieben Tunnels, aber auch Unterführungen, Durchlässe und Brücken. Das Bahntrassee wird komplett erneuert. Realisiert werden auch Massnahmen gegen Hochwasser, Rutsche oder Felsstürze. Der Bahnhof Arth-Goldau erhält neue Perron- und Gleisanlagen. Neu werden Doppelstockzüge zwischen Zug und Arth-Goldau verkehren können.

Keine Güterzugsstrecke

Auch die ausgebaute Strecke am östlichen Zugersee wird dem Personenverkehr vorbehalten bleiben. Sie sei ein weiteres Puzzle-Stück des geplanten Angebotsausbaus auf der Nord-Süd-Achse, erklärte Boschung.

Wieder in Betrieb genommen wird die Bahnstrecke zwischen Zug und Arth-Goldau im Dezember 2020 mit dem Ceneri-Basistunnel. Dieser wird nicht nur die Flachbahn zwischen Altdorf und Lugano vollenden, sondern auch die Fahrzeiten zwischen Bellinzona und Lugano um rund zehn Minuten verkürzen.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realo am 09.06.2019 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Solange der einspurige Engpass

    zwischen Horgen und Baar bestehen bleibt, wird sich die Erhöhung der Kapazität auf der Stecke Zug - Arth-Goldau in recht engen Grenzen halten.

    einklappen einklappen
  • Maler50 am 09.06.2019 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow

    Wow,15 Minuten! Ein kleiner Weltuntergang. Man kann es auch wirklich übertreiben, irgendwie muss ja der Streckenunterhalt/Ausbau gemacht werden.

    einklappen einklappen
  • Urs Gautschner am 09.06.2019 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zugersee 2020

    Die Zeit bis zur Eröffnung im Dezember 2020 wird eh schnell vorbei gehen und dann schreiben die Motzer hier positive Kommentare... Ich fahre nächste Woche mit dem Zug nach Italien in die Ferien und mich stören diese 15 Minuten längere Fahrzeiten überhaupt nicht. Nehme es so, wie es kommt

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sraa_Chrii am 11.06.2019 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Urnerland

    Und die Menschen im Urnerland werden total vergessen. Müssen jetzt über Arth-Goldau kehren und brauchen 40min. länger für ins Tessin.

  • g. bernasconi am 11.06.2019 00:26 Report Diesen Beitrag melden

    SBB: Bitte die Wahrheit

    Was schoen verschwiegen wird ist, das in Bellinzona die Anschluesse nicht klappen werden weil viel zu knapp fuer den sehr langen und umstaendlichen Weg (auch ohne Gepaeck) bemessen ist! PS: Die Spitzkehre hat man vermeinden koennen, aber die SBB wollten nicht. PPS: Fuer ein paar km braucht man 18 Monaten? Es wird sicher laenger dauern, nur anderswo dauert so etwas ein Paar Wochen !!

  • Ädu am 10.06.2019 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesamtheitliches Denken?

    Für 1.5 Jahre eine längere Fahrzeit und alle drehen durch. Aber das man ansonsten 5 Jahre gebraucht hätte und 40 Mio. Franken mehr Steuergelder investiert hätte scheint niemanden zu interessieren...

  • Pesche FR am 10.06.2019 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitteschön...

    Hauptsache das Billet ist gültig.

  • Ulrich Konrad Schweizer am 10.06.2019 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durchgangsbahnhof

    Warum verkehren Zuege vom Flughafen Kloten in die Innerschweiz nicht durch den unterirdischen Bahnhof ? Der Halt im Sackbahnhof dauert ewig lang.