«Menschliches Fehlverhalten»

12. Februar 2020 13:04; Akt: 12.02.2020 14:46 Print

Bund will Swisscom-Panne untersuchen lassen

Die zweite Swisscom-Panne innerhalb eines Monats ruft nun das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) auf den Plan.

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Die Swisscom ist gemäss Fernmeldegesetz verpflichtet, den Zugang zu den Notrufdiensten zu gewährleisten. Nach der zweiten Panne innerhalb eines Monats hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) nun «eine vertiefte Abklärung der Ursachen» angekündigt.

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Das Bakom verfüge zur Zeit noch nicht über einen detaillierten Fehlerbericht, teilte das Bundesamt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Deshalb seien genaue Aussagen zum Fehler und zum Verlauf der Fehlerbehebung noch nicht möglich.

Sollte das Bakom Rechtsverletzungen feststellen, so kann es gemäss Gesetz von der Swisscom Massnahmen verlangen, damit die Verletzung nicht wieder vorkommt, die Konzession durch Auflagen ergänzen und diese im schlimmsten Fall sogar einschränken, suspendieren, widerrufen oder entziehen.

Es kam zu «mehrfachem menschlichem Fehlverhalten»

Nach Angaben der Swisscom vom Mittwochmittag kam es in der Nacht bei geplanten Wartungsarbeiten zur Erweiterung der Netzkapazität zu «mehrfachem menschlichem Fehlverhalten». Weil die Swisscom selber von der schweizweiten Störung betroffen war, konnten die benötigten Spezialisten nur erschwert aufgeboten werden und die Störungsanalyse und -behebung wurde verzögert.

Auch die Notrufnummern 112, 117, 118, 144 und 147 waren gemäss Swisscom zum Teil nicht erreichbar und einzelne Notrufweiterleitungen funktionierten nicht. Swisscom werde zusammen mit den Notruforganisationen alternative Erreichbarkeiten – wie zum Beispiel über Mobiltelefone – überprüfen.

Feuerwehren in Kontakt mit Behörden

Nach Angaben des Schweizerischen Feuerwehrverbands Swissfire verfügen die Feuerwehren selber zwar über eigene Funknetze und Pager, um ihre Einsatzkräfte zu alarmieren. Doch sie stünden «am Ende der Nahrungskette» und seien darauf angewiesen, dass die Information zu ihnen komme, sagte der Swissfire-Kommunikationsverantwortliche Philipp Siedentopf auf Anfrage.

Auf dem Land bestehe im Brandfall wenigstens die Chance, dass die Leute Bekannte bei der Feuerwehr hätten, die sie im Notfall kontaktieren könnten. Doch in der Stadt gebe es bei einem Brandausbruch während einer Swisscom-Panne wohl keine andere Möglichkeit, als auf der Strasse jemanden mit einem anderen Netz zu suchen.

Nach der zweiten Swisscom-Panne innerhalb eines Monats habe Swissfire bei den verantwortlichen Stellen seine Bedürfnisse angemeldet und auch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Er wisse, dass sich die entsprechenden Behörden mit dem Fall beschäftigten und sie vertrauten auf die Gespräche zwischen den Behörden und der Swisscom, sagte Siedentopf.

Haben Sie den Notruf gewählt und niemanden erreicht? Erzählen Sie uns im Formular, wie Sie reagiert haben.

(leg/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E.H. am 12.02.2020 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Backup-Konzept?

    Lasst mal Profis an dieses Netzt ran! Es kann und darf nicht sein, dass Notfall-Nummern nicht funktionieren. Noch nie etwas von einem Backup-Konzept gehört? Jeder Betrieb muss ein solches für einen allfälligen Systemausfall haben. Nur unser teurer Staats-Monopol-Betrieb nicht. Haauptsache, der Aktienkurs stimmt!

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  • schellenursli am 12.02.2020 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache billig

    Das einzige Netz, das wir haben ist das Internet (VoiP) und ohne Strom (für den Router) geht nichts mehr. Das heisst: Wir sind von 2 Systemen gleichzeitig abhängig. Sobald eines davon nicht mehr läuft, geht gar nichts mehr... Wer hat sich das wohl ausgedacht? Das alte PTT Netz mit Kupferdrath und analogen Schaltzentralen war ganz sicher krisenresistenter und ging noch bei Stromausfall!! Das neue System ist doppelt billiger.

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  • Verlass? am 12.02.2020 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Exaktes Arbeiten ist gefragt

    Nichts ist mehr wie es einmal war! Mehr kann man dazu nicht sagen, Notnummern waren immer erreichbar, früher

Die neusten Leser-Kommentare

  • Blablabla am 20.02.2020 03:33 Report Diesen Beitrag melden

    Was doch der Bund alles will...

    ...alles soll immer untersucht werden aber es schaut selten etwas dabei heraus. Die Schuldigen wursteln weiter und die Köpfe ein paar Unschuldiger rollen.

  • Dani89 am 19.02.2020 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder Panne?

    Zuverlässigkeit sieht eindeutig anders aus. Und was wird sich nach dem dritten mal ändern, nichts ausser ein nächstes "tut uns sehr leid"?

  • Magal am 15.02.2020 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panne

    Banal war die Geschichte ja ganz offensichtlich nicht. Ich hab mich auch nicht über das Schicksal von Meschen lustig gemacht. Sondern versuchte lediglich darzustellen, dass wir total abhängig sind vom System, dass wenn es ausfällt, es für den einen oder anderen eben böse enden kann. Wir leben halt nicht auf dem Ponyhof. Das sollte uns bewusst werden. Wir vergessen das manchmal vor lauter Luxus und Fortschritt. Es macht uns überheblich und Schwach. Im übrigen hab ich die Erfahrung selbst schon gemacht und eben glück gehabt. Das hätte auch anders ausgehen können. Versuchen sie wenigsten im Ansatz zu verstehen was sie lesen, es lebt sich wesentlich einfacher damit. Die Welt dreht sich nicht nur um sie..

  • Daniel am 14.02.2020 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Back to the roots

    Wer TV, Internet und Telefon bei einem Provider hat ist selber Schuld wenn er bei einem Blackout kommunikationsblind wird. Bei TV setze ich immer noch auf Satellitenempfang von Satonline damit ich im Ernstfall nicht in die schwarze Röhre schaue. Handy und Festnetz bei 2 verschiedenen Providern. Sat ist übrigens mit tausenden von Sendern kostenfrei, d.h. keine monatliche Rechnungen.

    • John am 14.02.2020 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Teilweise

      Naja so kann ich Ihre Aussage nicht ganz unterstützen! Man wird teilweise gezwungen ausser beim Tv, da würde Sat gehen. Wenn Sie die Anbieter vergleichen, Empfang kapazität usw. bleibt nicht viel übrig oder?

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  • Arno am 14.02.2020 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Politik...

    Sich einmischt, geht ersten gar nicht mehr und zweitens kostet es uns ( Steuerzahler) sehr, sehr viel Geld.