BAG-Bericht

11. Februar 2020 19:12; Akt: 11.02.2020 22:12 Print

Vor allem Kinder von Grippewelle betroffen

Die Grippe ist in der Schweiz auf dem Vormarsch, der saisonale Schwellenwert für eine Grippe-Epidemie laut BAG längst überschritten. Betroffen sind vor allem Kinder.

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Anzahl wöchentlicher Konsultationen aufgrund grippeähnlicher Erkrankungen, hochgerechnet auf 100'000 Einwohner. Auf den ersten Blick ähneln sich die typischen Symptome von Grippe und Erkältung sehr. Auch die Art der Ansteckung verläuft gleich: über Tröpfcheninfektion. Doch es gibt Unterschiede zwischen den beiden Virenerkrankungen. Welche das sind, zeigen die folgenden Bilder. Eine Infektion mit Rhinoviren entwickelt sich in der Regel schleichend. Erste Anzeichen sind ein Kribbeln in der Nase, ... ... Niesanfälle und ... ... wässriger Schnupfen, der später fest und gelb-grün werden und die Nase verstopfen kann. Darauf folgen meist Halsschmerzen, Heiserkeit und trockener Reizhusten. Das Fieber bleibt jedoch unter 38 Grad Celsius. Das Gute an einer Erkältung? Die auch grippaler Infekt genannte Infektion ist durchschnittlich nach sieben bis neun Tagen wieder vorbei. Dafür hat man sie als Erwachsener bis zu viermal im Jahr, Kinder bekommen sie sogar noch öfter. Eine Infektion mit Influenza-Viren kommt plötzlicher, führt zu stärkeren Symptomen und dauert deutlich länger. Aber der Reihe nach. Die Beschwerden treten plötzlich auf. Innerhalb weniger Stunden steigt das Fieber auf bis zu 40 Grad an und wird dabei von ... ... Gliederschmerzen und Schüttelfrost sowie ... ... Schwitzanfällen begleitet. Schnupfen ist dagegen eher selten oder tritt weniger stark ausgeprägt auf. Auch Halsschmerzen kommen bei an Grippe Erkrankten so gut wie nie vor. Typisch ist dafür die rasch auftretende, heftige Entkräftung und starke Gliederschmerzen. Eine Grippe dauert auch deutlich länger als Erkältungen: Bis zu drei bis sechs Wochen kann es dauern, bis man wieder ganz hergestellt ist. Doch es kann auch zu einer Folgeinfektion wie wie Mittelohr-, Stirnhöhlen- und Kieferhöhlenentzündung oder entzündeten Mandeln kommen. In jedem Fall ist es wichtig, sich gut auszukurieren. Ansonsten können die Beschwerden chronisch werden.

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Das Wort «Grippe» wird ja bekanntlich ziemlich inflationär verwendet. Denn: Nicht jeder kleine Schnupfen und nicht jedes Kratzen im Hals ist eine Grippe. Wie die Erkrankung tatsächlich verläuft, müssen derzeit jedoch zahlreiche Schweizer am eigenen Leib erleben. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in ihrem wöchentlichen Lagebericht zur Grippe berichtet, ist der saisonale Schwellenwert für eine Grippe-Epidemie bereits seit vier Wochen überschritten, die Inzidenz, also die Anzahl Fälle pro 100'000 Einwohner; basiert auf der Anzahl Fälle pro Arzt-Patient-Kontakte, steigend.

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Grippefälle nehmen in allen Regionen zu

Betroffen seien vor allem Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren, die Anzahl Grippefälle nehme jedoch in allen Altersgruppen und in fast allen Regionen der Schweiz zu. «Während der Woche 5 wurden von 152 Ärztinnen und Ärzten des Sentinella*-Meldesystems 37,8 gGrippewelle rippeähnliche Erkrankungen pro 1000 Konsultationen gemeldet. Dies entspricht hochgerechnet einer Inzidenz von 292 Fällen pro 100 000 Einwohner, Trend steigend. Der saisonale epidemische Schwellenwert von 69 Grippeverdachtsfällen pro 100 000 Einwohner wurde seit der Woche 2 überschritten», schreibt das BAG weiter.

In Europa hätten in den vergangenen Wochen die meisten Länder eine mittelhohe Aktivität der grippeähnlichen Erkrankungen gemeldet, mit steigendem Trend in fast allen Ländern.

Gemäss BAG werden alle Virenstämme von den diesjährigen Impfstoffen abgedeckt. Neben der tatsächlichen Grippe werden vom Impfstoff auch grippeähnliche Erkrankungen abgedeckt, die durch das Influenzavirus ausgelöst werden, nicht aber Erkältungen. Die Zusammensetzung wird jeweils ungefähr im Februar oder März für die kommende Grippesaison von der WHO zusammengestellt.

*Sentinella ist ein schweizweites Netzwerk von Hausärzten. Mit wöchentlichen, anonymen Meldungen von Beobachtungen aus der Praxis gewährleisten die teilnehmenden Ärzte schon seit 1986 die Überwachung von potentiell häufigen Infektionskrankheiten und solchen mit epidemischem Verlauf wie Pertussis, Mumps, Lyme Borreliose und Influenza.

(rab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • O.H. am 11.02.2020 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung

    Wünsche allen, die krank sind GUTE BESSERUNG.

    einklappen einklappen
  • Tino am 11.02.2020 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Logik?

    Wie kann der Höhepunkt erreicht sein wenn der Trend weiter steigt? Mann oh mann...

  • marco am 11.02.2020 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu vermeiden

    Die Skiferien verteilen die Grippe jetzt schön in der ganzen Schweiz ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Meyer am 12.02.2020 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Impfung wirkungslos!!

    Meine Nachbarin und ihre erwachsenen Kinder haben sich gegen Grippe geimpft. Das Ergebnis, beide haben die Grippe, das Kind schon 3 Wochen im Bett!!!!

  • domino am 12.02.2020 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    panik?

    wo bleibt die panik?

  • m&m am 12.02.2020 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Märchen

    Die Märchenstunde vom BAG Wir sind geimpft und hatten beide die Grippe voll erwischt. Ausserdem sind bei uns in der Firma dieses Jahr viele auch geimpfte krank.

  • Kaydel K-C am 12.02.2020 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja, dieses Jahr war heftig...

    Unsere Ferien fielen Dank Grippe aus, wie vielen anderen in der Umgebung auch. Unser Kind hatte tagelang über 40 grad Fieber und Husten bis zur Atemnot genauso wie die meisten Kinder die Krank wurden in seiner Schule vor den Ferien und nach Ferien... Aber es geht auch Scharlach und MGD um gleichzeitig.... Allen gute Besserung, wir hoffen, es ist durch für diese Saison

  • Mami am 12.02.2020 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Böse Grippe

    Da staune ich nur. Kinder ungeimpft, noch nie eine Grippe, nie krank nichts. Nicht Mal einen Schnupfen. Nachbarskinder durchgekämpft inkl. Grippeimpfung, alle liegen seit 2 Wochen flach mit Grippe. Gleiches Bild in der Schule. Ständig sind die Kinder krank und fallen aus? Böse wär Böses denkt