Fahrplanwechsel

10. Dezember 2011 22:25; Akt: 10.12.2011 23:26 Print

Bald wieder Gratis-WC in Bahnhöfen

Auf Schweizer Schienen gelten ab sofort neue Regeln. Wer ohne Billet in den Zug steigt, wird mit 90 Franken gebüsst. Dafür plant die SBB, in Bahnhöfen wieder kostenlose Toiletten einzurichten.

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Am Sonntag ist Fahrplanwechsel. Neben zusätzlichen Verbindungen im Inland sowie von der Schweiz ins Ausland gibt es auch andere Neuerungen: Wer ohne Billett in den Zug steigt, bezahlt künftig 90 Franken. Derzeit wird diese von der SBB «Zuschlag» genannte Busse nur in Nahverkehrszügen mit Selbstkontrolle erhoben.

Ausnahmen soll es nach Angaben der SBB aber weiterhin geben, etwa für Reisende, die das Generalabonnement oder das Halbtax-Abonnement vergessen haben. Einen höheren Aufschlag bezahlen müssen Reisende, die internationale Billette am Schalter lösen oder via Telefonzentrale bestellen. Der Zuschlag wird von 5 auf 10 Franken erhöht. Wer ihn umgehen will, muss das Billett online kaufen.

Kostenlos aufs WC

Im Verlauf des nächsten Jahres plant die SBB die Einrichtung von neuen Toiletten auf ihren Bahnhöfen. Laut der «NZZ am Sonntag» sind die entsprechenden Gelder bereits budgetiert. Man werde wieder mehr öffentliche WC gratis anbieten, zitiert die Zeitung SBB-Chef Andreas Meyer. Heute würden zahlreiche Passagiere im Bahnhof die Toiletten von stehenden Zügen benützen, weil die WC im Bahnhof kostenpflichtig sind.

Gepäck statt Mitfahrer neben sich

Neue Piktogramme in den Waggons erinnern an Regeln: Gepäck auf Sitzen in einem vollen Zug kostet ein zusätzliches halbes Billett. Kondukteure verlangten dieses Billett aber nur, wenn sich Reisende in überfüllten Zügen hartnäckig weigerten, ihr Gepäck vom Sitz zu nehmen, sagte SBB-Sprecher Frédéric Revaz dazu.

Untersagt sind auch Betteln, zu viel Lärm und Rauchen im Zug. Weiter erinnert die SBB daran, dass Beschimpfungen, Drohungen und Tätlichkeiten gegenüber dem Personal von Amtes wegen verfolgt werden.

Noch rascher nach Paris

Im Bahnverkehr bringt der Fahrplan 2012 gezielte Optimierungen für Entlastungen zu Spitzenzeiten und beim Rollmaterial. Die nächsten markanten Veränderungen erwartet Personenverkehr-Chefin Jeannine Pilloud erst mit der Inbetriebnahme des Zürcher Durchmesserbahnhofs 2014 und der NEAT im Jahr 2016.

Im Inland wird der Fahrplan auf mehreren Strecken verdichtet. Zwischen dem Flughafen Genf und Luzern fahren mehr Doppelstockzüge mit mehr Sitzplätzen. Zusätzliche Züge fahren unter anderem auch zwischen Brunnen SZ und Zürich, Neuenburg und Lausanne sowie Freiburg und Bulle. Manche regionalen Fahrpläne werden verdichtet.

Besser werden auch Verbindungen ins Ausland: Nach Paris kommt man dank einer französischen Neubaustrecke neu in vier Stunden ab Zürich, ab Basel in drei - und das im Zweistundentakt. Für zwei Verbindungen via Gotthard nach Mailand sieht der neue SBB-Fahrplan hingegen mehr Zeit vor - damit er besser eingehalten werden kann. Auch wird teils mehr Aufenthaltszeit in Mailand und in Zürich veranschlagt, damit Verspätungen aufgefangen und die Wagen besser gereinigt werden können. Für alle anderen Verbindungen nach Mailand bleibt die Fahrzeit unverändert.

Direkt von Chur nach Brüssel

Entlastung und Fahrplan-Stabilisierung bringen auch zusätzliche ICN-Züge zwischen Zürich und Lugano, zum Teil bis Chiasso. Weil die italienische Bahn ihre pannenanfälligen Pendolino-Züge nicht mehr in die Schweiz fahren lässt, wird geeignetes Rollmaterial bei der SBB knapp. Damit fällt die Direktverbindung via Luzern nach Venedig weg. Die Verbindung nach Venedig via Simplon bleibt bestehen.

Zu den weiteren Verbesserungen im internationalen Bahnverkehr gehört eine Direktverbindung ab Chur via Basel nach Brüssel. Fünfmal täglich fahren Direktzüge von Interlaken nach Frankfurt und teils nach Berlin, achtmal ab Zürich nach Frankfurt oder Köln und Hamburg. Neu fährt ein direkter Zug von Zürich nach Budapest.

(rme/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 10.12.2011 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    Na endlich

    Wer wundert sich darüber das mache Gebäude an gefressen von den Freiwildpinklern sind. es ist eine Frechheit das man an Bahnhöfen bis dato für das Wasserlassen oder grössere Geschäfte zahlen musste. Ok, ich habe schon verstanden das die Kosten eigentlich nur ein verzweifelter Versuch waren, die verfehlte linke Drogenpolitik in den Griff zu kriegen.

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  • Ajit Jakob am 10.12.2011 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine zahlen ja immer wie bei den Banken.

    Die SBB soll wirtschaftlicher werden. Die SBB braucht keine Steuergeldern wenn Sie immer teuer wird. Wir sind der Staat und nicht Bundeshaus in Bern. Sparen wir endlich bei den Chefs für ihren Fehlern. ok

  • mic am 11.12.2011 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein WC

    bahnhof pfäffikon ZH, hat garkein WC!! was für eine kundenfeindliche haltung!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ralph am 11.12.2011 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuschlag

    Kostet der nachtzushlag jetzt 10fr?!? Oder was ist mit zushlag gemeint ?

    • Hamlet am 12.12.2011 00:21 Report Diesen Beitrag melden

      Internationale Tickets!

      Einen höheren Aufschlag bezahlen müssen Reisende, die internationale Billette am Schalter lösen oder via Telefonzentrale bestellen. Der Zuschlag wird von 5 auf 10 Franken erhöht. "Wer lesen kann ist im Vorteil"

    • Papierlischweizer am 12.12.2011 15:29 Report Diesen Beitrag melden

      Nachschlag.

      Es geht hier um den Zushlag, den Sie bezahlen, wenn Sie ein internationales Ticket lösen. Also beispielsweise von Shinznach nach Shleswig oder von Shaffhausen nach Shwäbish-Gmünd. Was eine Tastatur mit funktionierendem C kostet, fragen Sie bitte bei Interdiscount.

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  • Francesco am 11.12.2011 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Internationale tickets

    Wieder mal typisch sbb internationale Billette online bestellen...??? Zuerst mal schauen das der Online dienst mal richtig funktioniert für internationale strecken.

    • Hamlet am 12.12.2011 00:22 Report Diesen Beitrag melden

      Monopol

      Wieso? Passt es dir nicht? gehe zur Konkurrenz, ach die gibts nicht, Shit happens.

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  • mein Name am 11.12.2011 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Preise nur senken

    2.- für das Klo finde ich zu viel, aber 0,50 bis 1.- sollten trotzdem zu zahlen sein. Sonst sind überall Penner und es ist schmutzig...

  • broennimann marianne am 11.12.2011 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Bahn ohne Toiletten pfui!

    Toiletten sind wichtig und jeder bezahlt sicher dafür, aber kein Abriss!

  • Martial Callair am 11.12.2011 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis-WC, warum?

    Gratis WC's, lieber nicht. Ich bezahle gerne Fr.2.-- für saubere, sichere und Drögelerfreie Toiletten. Mir gehts um meine Sicherheit und Gesundheit. Also was ist besser?

    • malin am 11.12.2011 17:25 Report Diesen Beitrag melden

      sauberes Örtchen

      finde ich auch für das WC bezahle ich gern mehr, dafür soll es sauber sein. Allerdings gibt es auch solche "MCclean-Ähnliche" die gratis angeboten werden. Zb in Bern in der Migros, vielleicht bietet die SBB das Klo auch gratis an..

    • Böller am 11.12.2011 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Gratis gern

      wenns denn auch sauber ist. Frage stellt sich aber tatsächlich ob "gratis" in diesem Zusammenhang dann auch heisst "unbemannt". McClean ist zwar nett weils schön sauber und gepflegt ist, aber 2 Franken (MC Zürich HB Herren) find ich auch zuviel. Iergendwie hab ich dann das Gefühl zweimal fürs gleiche zu zahlen und das nicht zu knapp.

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