Stellungspflichtige

28. Juni 2016 17:33; Akt: 28.06.2016 17:33 Print

Basler sind am wenigsten fit – Zuger top

Jahr für Jahr müssen Stellungspflichtige zum Fitness-Test antraben. Dabei ergibt sich ein Bild über die Fitness und die Motivation der angehenden Rekruten.

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Die Aushebung ist für einige Stellungspflichtige ein Highlight, für andere hingegen nur eine Qual. Beim Fitness-Test müssen die angehenden Rekruten zeigen, was sie draufhaben. Während einige unbedingt das Sportabzeichen holen wollen, versuchen andere nicht mit aller Macht, ein gutes Resultat zu erzielen. In fünf Kategorien werden Kraft, Ausdauer und Koordination getestet.

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2015 waren insgesamt knapp 40'000 vorwiegend junge Männer und Frauen stellungspflichtig. Den Fitnesstest absolviert haben aber nur knapp 78 Prozent – also knapp 31'800. Das Bundesamt für Sport (Baspo) hat nun die Resultate der einzelnen Kantone veröffentlicht.

Zug mit funktionierender Vereinskultur

Wie schon in den letzten Jahren führen die Zuger die Rangliste an. Von 125 möglichen Punkten erreichten sie im Schnitt 74,7 Punkte. Das Sportabzeichen gibts übrigens ab 80 Punkten. Am anderen Ende der Rangliste liegen die beiden Basel. In Basel-Landschaft liegt der Punktedurchschnitt bei 66,9, in Basel-Stadt bei 65,2.

Der Leiter des kantonalen Sportamts in Zug will das Resultat nicht überbewerten. Er vermutet, dass die bestens funktionierende Vereinskultur im Kanton zum guten Abschneiden beitrage, wie er der «Luzerner Zeitung» sagt. «Der Kanton Zug ist zugleich urban und ländlich, wir verfügen zudem über sehr gute Sportinfrastrukturen und kurze Wege.»

Motivation auf dem Land höher

In Basel hingegen hat man keine abschliessende Erklärung für das wenig schmeichelhafte Ergebnis. Der stellvertretende Bereichsleiter Jugend, Familie und Sport des Kantons Basel-Stadt, Thomas Mächler, sagt: «Diese Werte sorgen bei uns nicht für Beunruhigung und wir messen ihnen auch wenig Bedeutung bei. Wir wissen durch unsere eigenen Erhebungen, dass die Basler Jugend nicht unsportlicher ist als andere.»

Ein Erklärungsansatz sei die Motivation, die auf dem Land vielleicht höher sei als in der Stadt. Zudem würden die Übungen, die an der Aushebung absolviert werden, bestimmt bei keinem Turnlehrer in der Stadt geübt. Mächler: «Vielleicht sieht das in anderen Kantonen anders aus.»

Zürcher, Tessiner und Jurassier drücken sich

Das Bundesamt für Sport gibt zu bedenken, dass der Anteil der Stellungspflichtigen, welche vom Test dispensiert wurden, in den einzelnen Rekrutierungszentren unterschiedlich hoch ausgefallen sei: «Damit unterscheidet sich auch der Anteil dispensierter Stellungspflichtiger zwischen den Kantonen stark.» Dies könne möglicherweise einen Einfluss auf die Resultate eines Kantons haben.

Tatsächlich: In den Kantonen Zürich und Jura beträgt der Anteil der Stellungspflichtigen, die den Test absolviert haben, nur gerade 66 Prozent, im Tessin sind es 67 Prozent. Der Durchschnittswert liegt bei allen Kantonen über 70 Punkten. Zum Vergleich: In Luzern haben 90 Prozent, in Nid- und Obwalden 91 bzw. 93 Prozent der Stellungspflichtigen den Test absolviert. Dort rutschte die durchschnittliche Punktzahl aber bei allen unter 70 Punkte.

(num)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Soldatli am 28.06.2016 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Motivation?

    Vielleicht hat der Unterschied der Resultate auch mit der Motivation zu tun? Ich hab mir damals auch nicht wirklich Mühe gegeben...

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  • BLändler am 28.06.2016 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss weshalb

    Die Basler wissen was sie wollen: nicht ins Militär! und deshalb schneiden sie absichtlich schlechter ab. So wars bei mir!

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  • Schweizer am 28.06.2016 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Militär

    Sofort aufhören mit der obligatorischen RS. Die, die wollen, sollen, der Rest nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sportler am 29.06.2016 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdiger Test

    Ich würde dem Test nicht so viel Beachtung schenken. Die Ausdauerleistung (und damit die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit) zählt nur gerade 20%, wobei für viele Leute gerade eine gute aerobe Kapazität der Inbegriff einer guten Fitness ist. Unverständlich, warum Übungen wie Standweitsprung oder Einbeinstand gleich gewichtet werden. Für was braucht man das im Alltag? Wir hatten Leute in der RS, die im Fitnesstest gut waren, aber nicht schneller als 10 km/h laufen konnten. Zudem, wie schon berichtet wurde, sind viele Stellungspflichtige gar nicht motiviert, im Test gut abzuschneiden.

  • Peter Schwarz am 29.06.2016 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Im fiten Körper wohnt....

    Vermutlich reiner Zufall, das ausgerechnet die roten unmotiviert und unfit sind .

  • Rémy Fadieze am 29.06.2016 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Iiisatz zeige!

    Ich habe beim 12 minüteler in der Schützenmatt etwa 3 runden gedreht, dann wars mir zuviel und ich bin gegangen. Bis da so ein Typ uns anschrie wir sollen "Einsatz zeigen" (was er damit meinte verstand ich erst später in der RS). Dann bin ich halt noch eine Runde getrottet...1600 Meter in 12 Minuten müssen reichen fürs erste, es musste ja noch ein bisschen Steigerungspotenzial da sein für die RS!

  • eN_Pilz am 29.06.2016 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Militär lernt man Anstand?

    Bei der Aushebung sind die sogenannten Truppenführer am Abend ohne Anklopfen und mit einer Bierflasche in der Hand einfach ins Zimmer geplatzt. Disziplin und Anstand ist was anderes... Naja bin nun eh doppel UT

  • HomerJ am 29.06.2016 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billige Ausrede

    An alle die hier "ich habe absichtlich nicht 100% gegeben" sind eigendlich nur Weicheier. Eunfach nur traurig nicht im Stande zu sein etwas richtig durchzuziehen.