Schlechte Arbeitsbedingungen

24. September 2011 17:20; Akt: 24.09.2011 18:11 Print

Bauarbeiter fordern besseren Schutz

12 000 Bauarbeiter haben in Bern für einen besseren Schutz vor Gesundheitsrisiken demonstriert. Sie fordern zudem eine Lohnerhöhung von 100 Franken pro Monat.

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Die Gewerkschaft Unia kritisierte die Arbeitsbedingungen denen zahlreiche Bauarbeiter ausgesetzt sind. (Bild: Keystone)

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Mehrere Tausend Bauarbeiter haben am Samstagnachmittag in Bern an einer Kundgebung gegen Lohndumping protestiert und einen besseren Schutz ihrer Gesundheit gefordert. Nach Angaben der Polizei zogen 12 000 Personen durch die Berner Innenstadt zum Bundesplatz.

Den Gewerkschaften Unia und Syna gelang damit eine Grossmobilisierung vor den nächsten Verhandlungen für einen neuen Landesmantelvertrag. Dieser Gesamtarbeitsvertrag zwischen den Gewerkschaften des Baus und dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) läuft Ende Jahr aus.

Er regelt nach Angaben von Unia und Syna die Arbeitsbedingungen von gegen 100 000 Bauarbeitern in der Schweiz.

Hansueli Scheidegger, Sektorleiter Bau der Unia, warf dem SBV in einer Rede vor den Demonstrierenden vor, die Verhandlungen zu verschleppen. Der Grossaufmarsch der Bauarbeiter gebe nun der Gegenseite ein deutliches Zeichen, dass sie sich bewegen müsse.

«Wenn nötig kämpfen die Bauarbeiter auch mit dem letzten Mittel, dem Streik», sagte Scheidegger. Das bekräftigten die Kundgebungsteilnehmer in einer Abstimmung, indem sie einen roten Zettel mit dieser Aussage in die Höhe hielten.

«Zitrone ist ausgepresst»

Nach Angaben der Gewerkschaften hat das Baugewerbe im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung von 3,1 Prozent hingelegt, dies bei 3,5 Prozent weniger Beschäftigten. Diese Produktivitätssteigerung von mehr als 6 Prozent in der Branche sei eine Folge des zunehmenden Drucks auf den Baustellen, sagen Unia und Syna.

Auch grassiere bei den Unternehmen die Unsitte, immer mehr Akkordanten und Unterakkordanten einzusetzen und so den Gewinn zu optimieren.

Die Gewerkschaften erklären nun, die Zitrone sei ausgepresst. Ihre Hauptforderungen in den Verhandlungen mit dem SBV sind eine hundertprozentige statt wie heute achtzigprozentige Lohnfortzahlung bei Krankheit und Unfall, einen besseren Kündigungsschutz für ältere und gewerkschaftlich tätige Arbeitnehmer sowie Massnahmen gegen Preisdumping.

Auch sollen die Arbeitnehmer vom Boom im Baugewerbe mitprofitieren und 100 Franken Reallohnerhöhung sowie höhere Mindestlöhne erhalten.

Baumeister wollen Vertrag verlängern

Der Schweizerische Baumeisterverband ist der Ansicht, dass es mehr Zeit braucht, um einen neuen Landesmantelvertrag auszuarbeiten. Er hat deshalb den Gewerkschaften angeboten, den heute gültigen um ein halbes Jahr zu verlängern.

Der SBV wirft den Gewerkschaften in einer Mitteilung vom 20. September «kompromissloses Verhalten» vor. Auch sei es unzulässig, die Lohnverhandlungen, die immer erst Anfang Oktober begonnen hätten, mit den Verhandlungen für einen neuen Landesmantelvertrag zu verknüpfen. Die Gewerkschaften provozierten einen vertragslosen Zustand.

Scheidegger sagte dazu am Samstag in seiner Rede, seit letztem Februar dauerten die Verhandlungen. Konkreten Zusagen seien die Baumeister immer aus dem Weg gegangen. Der SBV wende «faule Tricks» an.

Keine Zwischenfälle

Nach Angaben der Polizei verlief die Kundgebung ruhig. Es sei lediglich zu kleineren Verkehrsbehinderungen gekommen, teilte die Berner Kantonspolizei am Samstag gegen Abend mit.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oliver Gassmann am 25.09.2011 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Die Bauarbeiter werden missbraucht

    Gewerkschaftliche Kritik, wird hier in den Kommentaren nicht veröffentlicht. Obwohl es hier auch Gewerkschaftsbosse gibt, die das mehrfache der Arbeiter verdienen. Die Bauarbeiter sollte man nicht missbrauchen. Sie machen ihren Job gut.

  • Ein Arbeitgeber am 25.09.2011 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorhandene Massnahmen anwenden, anstatt Streiken!

    Viele Arbeitnehmer sind gar nicht bereit, bei höheren Sicherheitsmassnahmen aktiv mit zu machen, weil Sie sich schikaniert und behindert fühlen!

  • Lukas am 24.09.2011 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Ich finde das richtig so. Aber man soll den elektrikern auch nich viel mehr Lohn geben und auch in der lehre verdienen wir viel zu wenig für das was wir lernen müssen. Richtig so das unsere löhne nach oben korrigiert werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oliver Gassmann am 25.09.2011 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Die Bauarbeiter werden missbraucht

    Gewerkschaftliche Kritik, wird hier in den Kommentaren nicht veröffentlicht. Obwohl es hier auch Gewerkschaftsbosse gibt, die das mehrfache der Arbeiter verdienen. Die Bauarbeiter sollte man nicht missbrauchen. Sie machen ihren Job gut.

  • Ein Arbeitgeber am 25.09.2011 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorhandene Massnahmen anwenden, anstatt Streiken!

    Viele Arbeitnehmer sind gar nicht bereit, bei höheren Sicherheitsmassnahmen aktiv mit zu machen, weil Sie sich schikaniert und behindert fühlen!

  • Heiz Gilomen am 25.09.2011 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle vier Jahre wieder

    Es ist wieder einmal Wahkampf. Wie schon vor vier Jahren setzen sich die Gewerkschaftsfunktionäre ins Licht. Es kann nicht angehen das die Herren von UNIA und SYNA auf die kosten Ihrer Mitglieder Wahlkampf betreinen. 2007 wurde deshalb der LMV gekündigt.

  • Badi am 25.09.2011 00:53 Report Diesen Beitrag melden

    hat es soviele Blender in unserer HEIMAT

    Was höhere Löhne? Ich war mehr als 20 Jahre auf Motage auf der ganzen Welt, Ich muss sagen ,nicht höhere Löhne sonder runter mit den Steuern! Gruss KA

  • Hans Brunner am 24.09.2011 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überrissene Forderungen

    Alles in der Schweiz wird billiger. In anderen Branchen wird die Arbeitszeit verlängert. Das Bauhauptgewerbe hat schon einen sehr luxuriösen Gesamtarbeitsvertrag. Die Forderumgen der Bauarbeiter sind völlig daneben in der heutigen Zeit.