SBB und Bombardier

22. November 2018 15:59; Akt: 22.11.2018 16:49 Print

Behindertenverband muss 252'000 Fr zahlen

Das Bundesverwaltungsgericht hat über die Beschwerde des Behindertendachverbands entschieden. Es gibt der SBB fast in allen Punkten recht.

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Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember sollen die neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge endlich in den regulären Einsatz kommen. Anzutreffen sind sie dann voraussichtlich auf diesen Linien: ... ... auf dem , und zwar mit Abfahrt in St. Gallen um 11.42 Uhr und 14.42 Uhr, sowie auf dem IR 37 zwischen Zürich und Basel mit Abfahrt um 7.08 Uhr, 19.08 Uhr und 22.08 Uhr. In der Gegenrichtung werden die Züge auf der Linie auf den Zügen mit Abfahrt in Basel um 14.47 Uhr und 17.43 Uhr zu finden sein, zudem auf den IR 37 zwischen Basel und Zürich mit Abfahrt um 11.47 Uhr und 20.43 Uhr. Auch auf der «Paradestrecke» des IC 1,, sollen die neuen Züge verkehren, mit Abfahrt in St. Gallen um 9.25 Uhr, 13.25 Uhr und 18.25 Uhr. Auch der IC 1 Zürich–Genf Flughafen mit Abfahrt um 5.09 Uhr und Zürich–Freiburg mit Abfahrt um 21.32 Uhr soll aus den neuen Zügen bestehen. In der Gegenrichtung fährt der IC 1 um 8.32 Uhr und 13.32 Uhr in Genf Flughafen mit den neuen Zügen los, von Freiburg nach St. Gallen mit Abfahrt um 6.04 Uhr und von Genf Flughafen nach Zürich um 17.32 Uhr. Auch der IC 1 von Lausanne nach Zürich, Abfahrt 22.20 Uhr, erhält einen neuen Zug. Der neue erhält ebenfalls neue Züge, und zwar auf den Verbindungen mit Abfahrt in Chur um 6.12, 7.12, 8.12, 10.12, 11.12, 13.12., 14.12, 16.12, 17.12, 19.12 und 20.12 Uhr, zudem auf dem IR 13 zwischen Sargans, St. Gallen und Zürich (Abfahrt 5.36 Uhr), dem IR St. Gallen–Zürich (Abfahrt 5.37 Uhr und 23.38 Uhr) sowie dem IR zwischen St. Gallen und Wil (Abfahrt 00.38 Uhr). In der Gegenrichtung: Abfahrt in Zürich nach St. Gallen und Chur um 8.09, 10.09, 11.09, 13.09, 14.09, 16.09, 17.09 und 19.09 Uhr. Neue Züge gibts auch auf dem IR 13 Zürich–St. Gallen mit Abfahrt um 20.09, 22.09 und 23.09 Uhr sowie dem IR 13 Wil–Chur, Abfahrt 4.56 Uhr und 5.56 Uhr. Dabei handle es sich aber noch nicht um definitive Daten, die Einsätze könnten sich noch ändern, wie SBB-Sprecherin Franziska Frey sagt.

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Das Bundesverwaltungsgericht hat über die neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge der SBB entschieden. Der Behindertendachverband Inclusion Handicap hatte dagegen Beschwerde eingereicht, weil die Züge nicht behindertengerecht seien. Insgesamt 15 Punkte bemängelte der Verband, in vier Punkten fand er mit der SBB eine aussergerichtliche Einigung.

Das Gericht hat nun bis auf einen Punkt alle Begehren abgewiesen. Inclusion Handicap schreibt in einer Mitteilung, man habe das Urteil «mit Enttäuschung» zur Kenntnis genommen. «Viele können die Züge, die bis etwa 2060 rollen werden, nicht selbstständig nutzen», heisst es. Es sei unverständlich, dass derartige Hindernisse zugelassen würden. Inclusion Handicap forderte etwa längere Handläufe, zusätzliche Türöffnungstasten und neue Haltegriffe.

SBB muss Türen nachmessen

Das Bundesverwaltungsgericht hält die Züge für grösstenteils behindertengerecht. Laut dem Urteil, das dem «Tages-Anzeiger» vorliegt, muss Inclusion Handicap insgesamt 252'000 Franken Entschädigung zahlen – je 126'000 Franken an die SBB und an den Zugbauer Bombardier.

In einem Punkt gab das Gericht dem Verband allerdings teilweise Recht. Pro Zug muss mindestens eine Türe einen Zugang aufweisen, der den geltenden internationalen Normen bezüglich Steigung entspricht. Die sehen eine Steigung von maximal 15 Prozent vor. Zudem muss diese Türe Zugang zu der Verpflegungszone und zum Rollstuhlabteil garantieren.

SBB-Sprecher Christian Ginsig sagt, der Zug sei so gebaut worden, dass er die Normen erfülle. Das Urteil bedeute allerdings, dass die SBB die Türen nachmessen müsse, denn die SBB muss laut dem Urteil den Nachweis erbringen, dass die maximale Neigung nicht überschritten wird.

Zahlreiche Verbesserungen

Mit weiteren Verzögerungen rechnet die SBB nicht. «Ab dem 9. Dezember werden die Züge fahrplanmässig eingesetzt», schreibt die SBB in einer Mitteilung (hier lesen sie, auf welchen Linien). Der neue Zug bringe für Mobilitätseingeschränkte zahlreiche Verbesserungen.

Das Urteil kann noch vor dem Bundesgericht angefochten werden. Inclusion Handicap teilt mit, der Verband prüfe zu einem späteren Zeitpunkt, ob er das Urteil weiterzieht.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cfello am 22.11.2018 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Ein guter und richtiger Entscheid! Bravo!

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  • Mutter Elena am 22.11.2018 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Empfehlung an

    Inclusion Handicap, kontrolliert mal die Möglichkeiten für Eltern die mit Kinderwagen in den ZUG wollen. Fürs gleiche Ticket gibt es Stehplatz beim Eingang. Beim sog. Familienwagen ist der Raum fast immer mit Velos gefüllt. Zudem kommen immer mehr Pendler mit Gepäck in diesen Wagon. Das sind auch Handicap.

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  • L. Acher am 22.11.2018 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach

    für jeden einen eigenen Zug bauen ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SBBellerin am 23.11.2018 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Noch lange nicht gemacht

    Erst müssen mal alle Bahnhöfe Behindertengerecht aus gebaut werden Das ist noch lange nicht der Fall !

  • Armin am 23.11.2018 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Träumer

    Mit dem Grind für eine völlig übertriebene Anspruchshaltung durch die Wand wollen.... Mit ideologisch verblendeter "Ideen" die Spendengelder verjubeln; wirklich grossartig.

  • Möni am 23.11.2018 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    so sieht es aus

    Natürlich hat jedermann das Recht auf bequemeres Reisen, und vieles ist schon getan worden. Aber irgendwie kommen alle an ihre Grenzen, wenn für jeden Einzelnen Dinge umgebaut, individualisiert usw. werden. Was für Kinderwagen, etwas für Velos, für Rollstühle, vielleicht noch was für Hunde und dann kommen noch die speziellen Sitze für Kinder. Jeder beansprucht sein Ding um persönliche Interessen in den Vordergrund zu rücken. Aber wisst ihr was!? Es gibt rund herum genug Menschen welche sicher helfen werden!!

  • Marc am 23.11.2018 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Moralisch verwerflich

    Beschämend in einem Staat und einer Gesellschaft die sich als sozialdemokratisch bezeichnet über Massnahmen und Investitionen für Behinderte zu debattieren.

  • Paul am 23.11.2018 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Demontage des Rechtsstaates

    Es ist ein übler Misstand, der immer mehr einreisst, dass Menschen und Organisationen durch exorbitante Geldforderungen davon abgehalten werden soolen, ihre Rechte wahrzunehmen. Die Geldforderung von CHF 252'000 ist masslos übertrieben und grenzt an Rechtsverweigerung. Ich finde, dass dieser Verband ungeschickt vorgeht und der Sache mit seiner Art nicht dient, aber es ist auch dann eine Sauerei, wenn ein Behindertenverband finanziell ruiniert wird.