Nach Flugpannen

18. September 2019 07:32; Akt: 18.09.2019 07:32 Print

Behörde warnt Swiss vor brennenden Triebwerken

Teile verloren, Feuer gefangen: Die A220 der Swiss hatte jüngst mehrere Pannen. Nun warnt die US-Luftfahrtbehörde, die Triebwerke der Maschine könnten leicht in Flammen aufgehen.

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Ein Flieger der Swiss, der von Genf auf dem Weg nach London war ... ... musste am Montagabend (16.9.2019) nach dem Start umkehren. Laut Pressesprecherin Karin Müller war der Grund eine Unregelmässigkeit am Triebwerk. Ein Leser berichtet gegenüber 20 Minuten, das linke Triebwerk habe plötzlich Feuer gefangen. Dies verneinte Mediensprecherin Karin Müller. Es sei aber zu Funkenbildung gekommen. Die Maschine landete sicher in Genf. Wie ein weiterer Leser berichtet, stand der Airbus A220 am Dienstagmittag noch immer auf dem Rollfeld. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Flieger dieses Typs Probleme macht. Erst im Juli 2019 musste ein Swiss-Flugzeug in Paris ausserplanmässig landen. (Symbolbild) Laut «Aviation Herald» hörten Passagiere einen lauten Knall und sahen Flammen aus einem Triebwerk schiessen. (Symbolbild) Das Flugzeug konnte sicher auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle landen. (Symbolbild) Erst kürzlich wurde bekannt: Das Flugzeug hat offenbar in der Luft Teile verloren. Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass Teile des Triebwerks fehlten. Dabei soll es sich um bis zu 30 Zentimeter lange Teile aus Titan handeln – ähnlich wie auf diesem Foto. Die Teile sollen zudem sehr scharfkantig sein (Vergleichsbild). Die Behörden vermuten, dass sich diese in einem Wald in rund 50 Kilometer nordwestlich von Dijon in Frankreich befinden. Die Behörden rufen die Bevölkerung nun dazu auf, Beobachtungen zu melden. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Flug von Genf nach London Heathrow im Juli 2019 und dem Flug von Montag gibt, weiss man laut der Swiss noch nicht. In beiden Fällen sei eine Untersuchung eingeleitet worden.

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Am Montag musste ein Swiss-Flug nach London wegen eines Triebwerkproblems kurz nach dem Start nach Genf zurückkehren. Laut einem Leser-Reporter gab es einen lauten Knall und aus einem Triebwerk sprühten Funken. Bei der Maschine handelte es sich um einen A220-300.

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Schon Ende Juli sorgte ein defektes Triebwerk, das brannte, für Probleme mit diesem Flugzeugtyp. Damals verlor eine Swiss-Maschine in der Luft Teile und musste in Paris ausserplanmässig landen (20 Minuten berichtete).

Solche Defekte beim Airbus 220 sind offenbar keine Seltenheit, wie jetzt ein Bericht der US-Luftfahrtbehörde (FAA) zeigt. Schuld sollen die Triebwerke des US-Herstellers Pratt & Whitney (PW) sein. Die FAA schlägt nun vor, dass mehrere Modelle – darunter auch der A220 – im Detail auf ihre Lufttüchtigkeit überprüft werden.

Defekt kann zu Motorbrand führen

Die FAA sieht Handlungsbedarf wegen zweier anderer Vorfälle, die sich laut Aviation Herald bei der Swiss ereigneten: Im September und Oktober 2018 kam es zu je einem Zwischenfall, bei dem sich ein Triebwerk während des Swiss-Fluges abschaltete. Gemäss der FAA kann sich in den an Triebwerken zwischen Ölrohr und -kühler einen Spalt bilden. So könnten Öl-Lecks entstehen, die zu Motorenbränden führen können.

Die FAA fordert, dass Betreiber die entsprechenden Flugzeugtypen spätestens ab 300 Motorzyklen auf diesen Fehler prüfen. Wird ein Spalt festgestellt, sollen die betroffenen Teile vor dem nächsten Flug ausgetauscht werden, so die FAA. Wie «Aerotelegraph» berichtet, soll der Triebwerkproduzent Pratt & Whitney die Fluggesellschaften schon früher auf diese Schwachstelle aufmerksam gemacht haben.

Swiss bestätigt Öl-Leck

Die Swiss sagt, es sei nur beim Flug im Oktober 2018 zu einem Ölverlust gekommen. Seither habe es nachweislich keine weiteren Zwischenfälle wegen Öl-Lecks gegeben. «Sämtliche Flugzeuge unserer Flotte entsprechen den strengen Vorgaben von Herstellern und Behörden, und wir halten alle Vorschriften jederzeit ein. Die ganze Flotte wurde daraufhin im Rahmen der regulären Checks überprüft», sagt Karin Müller, Mediensprecherin der Swiss.

Ob die gleichen Defekte zu den Pannen bei den Swiss-Flügen vom Montag nach London und jenem im Juli mit der ausserplanmässigen Landung in Paris geführt hätten, wisse man noch nicht. In beiden Fällen sei eine Untersuchung eingeleitet worden. «Aufgrund der noch unvollständigen Informationslage ist keine Präzisierung möglich. Swiss hat den gestrigen Vorfall unverzüglich der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle gemeldet», so Müller. Klar ist: Auf beiden Flügen gab es eine Störung am Triebwerk.

Zur Forderung der FAA sagt die Swiss, sie begrüsse sämtliche Massnahmen, die den Sicherheitsstandard zusätzlich erhöhten. Zudem stehe man mit der FAA sowie auch den Triebwerksherstellern in engem Austausch.

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr_Daywalker1995 am 18.09.2019 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie im letzten kommentar..

    ..bezüglich diesem Vorfall von mir erwähnt, sage ich es hier nochmal: Es sind keine Probleme bei der Swiss (Von wegen schlechte Wartung etc), keine bei Airbus/Bombardier, es sind die Probleme von Pratt & Whitney mit den neuen Triebwerksmodellen PW1500G Modellen. Da kann die Swiss die besten Mechaniker der Welt haben, sie könnten das Problem nicht lösen.

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  • EASA am 18.09.2019 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Die FAA macht wieder ihren Job.

    Vielleicht hat die FAA festgestellt, dass es doch keine gute Idee war die Zertifizierung grösstenteils an Pratt & Whitney auszulagern. BTW: Es ist nicht nur die Swiss betroffen, sie gehört nur zu den Erstkunden des A220.

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  • Dave am 18.09.2019 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    schon länger bekannt ....

    Ihr seid ziemlich spät mit der Meldung ... Die FAA hat die Swiss bereits vor über 10 Tagen darüber informiert; was auch in den Aviatik-Medien entsprechend dokumentiert und kommentiert wurde ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Philip am 19.09.2019 05:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja die Swiss...

    Die Swiss wird für mich immer wie mehr zur 08/15 billig Airline. Auch ein Grossteil der Flugzeuge werden im Ausland gewartet.

    • Leser am 19.09.2019 05:54 Report Diesen Beitrag melden

      User

      Sie sollten bitte nochmals den Text lesen um zu urteilen. Wegen der Wartungen liegt ein Teil der Schuld auch am Kunden die immer alles billiger haben wollen. Auch wegen des harten Kampf im Wettbewerb mit anderen Air Lines.

    • MaschIng am 19.09.2019 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Philip

      Nur hat das Problem, das in der AD beschrieben wird, genau gar nichts mit mangelnder Wartung oder wo die stattfindet zu tun.

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  • Piwi Brühlmann am 18.09.2019 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der laute, flüsterleise A220 LOL

    Das wundert mich nicht, so eine desolate Kiste darf in der Luft herum fliegen. Der Flieger wird auch flüsterleise genannt, aber in der Schweiz ist es einer der lautesten Flieger . Gibt doch bitte endlich mal zu, dass das eine Fehlinvestition war, anstatt die Leute anzulügen

    • MaschIng am 19.09.2019 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Piwi Brühlmann

      Laut ist vor allem Dein unsachliches Gepolter mit wenig Bezug zur Realität.

    • Piwi Brühlmann am 19.09.2019 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MaschIng

      Ich frage mich wo du wohnst, schläfst du den ganzen Tag? Trotz allem wünsche ich dir einen gesegneten Schlaf

    • MaschIng am 19.09.2019 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Piwi Brühlmann

      danke, den hatte ich, sogar mehr als sonst.

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  • FA am 18.09.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    War 9 Jahre lang fast jede Woche mit der Airbus Familie A319/320/321 sowie mit A330 und 340 unterwegs. Wir hatten nie Probleme. Und jetzt, plötzlich... Komisch, oder?

    • Dario Mohenjo am 18.09.2019 22:23 Report Diesen Beitrag melden

      Schub

      Airbus stattet auf Wunsch seine Flugzeuge mit verschiedenen Triebwerksherstellern aus (Rolls Royce, CFM, Pratt & Whitney). Die Probleme stammen halt von Airbus Maschinen welche mit Pratt & Whitney ausgestattet sind. Alle anderen sind nicht betroffen.

    • MaschIng am 18.09.2019 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dario Mohenjo

      den Airbus A220 (aka CSeries) gibt es ausschliesslich mit den PW1524G Triebwerk.

    • Franz am 18.09.2019 23:26 Report Diesen Beitrag melden

      A220 kommen von Bombardier

      Die sind einfach in die Zahlenreihe von Airbus aufgenommen worden.

    • Dario Mohenjo am 19.09.2019 05:45 Report Diesen Beitrag melden

      Motoren

      @MaschIng. Der FA bezog sich auf die Flugzeugreihe der 318/19/20 von Airbus. Die werden sehr wohl mit verschiedenen Triebwerken ausgeliefert. Rolls Royce kommt, falls gewünscht bei den Grösseren 330/40/80 zum Einsatz.

    • MaschIng am 19.09.2019 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dario Mohenjo

      Den A330 kannst auch mit dem PW4000 bestellen und das Triebwerk läuft problemlos und zuverlässig. PW=Probleme ist etwas gar zu einfach.

    • Piwi Brühlmann am 19.09.2019 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dario Mohenjo

      Stellst du die Flugzeuge her. Das ist ja super wie du Bescheid weisst. Bist du der Einkäufer, der solche Fehler entscheidet?

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  • Typhoeus am 18.09.2019 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum Glück gibt es Behörden,

    die mehr vom Fliegen und Flugzeugen verstehen als erfahrene Piloten.

  • MaschIng am 18.09.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider

    Leider löst diese AD nicht das generelle Zuverlässigkeitsprobelm der geared fan Triebwerke von Pratt & Whitney.