Gefährliches Festtagsmahl

01. Dezember 2014 18:12; Akt: 02.12.2014 11:48 Print

Behörden warnen vor Fondue chinoise

Zwischen Weihnachten und Neujahr erkranken deutlich mehr Schweizer an Darminfektionen. Das St. Galler Amt für Verbraucherschutz warnt nun vor rohem Geflügelfleisch für Weihnachtsmenüs.

storybild

Laut einer Studie nimmt das Risiko eines Darminfekts beim Konsum von Fondue chinoise um ein Vierfaches zu. (Bild: Dominique Meienberg)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine im Juli veröffentlichte Studie hatte die Ursache für den jeweils zwischen Weihnachten und Neujahr festgestellten Anstieg von Darminfektionen in der Schweiz aufgezeigt: Fondue chinoise.

In der Schweiz erkrankten jährlich zwischen 7000 bis 8000 Personen an einer Campylobacter-Infektion, informierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Juli über eine neue Studie. Gemeint ist damit die am häufigsten durch Lebensmittel übertragene bakterielle Krankheit, die oft durch von Keimen verunreinigtes Pouletfleisch verursacht wird.

In der Schweiz wird jeweils um Weihnachten und Neujahr ein ungewöhnlicher Anstieg dieser schweren Darminfektionen festgestellt. Im Auftrag des BAG hatte das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in Basel die Ursachen dafür untersucht.

Die Hälfte wegen Fondue chinoise

Das Ergebnis zeigte, dass etwa die Hälfte der Krankheitsfälle in dieser Zeit auf den Konsum von Fondue vhinoise zurückzuführen ist. Das Infektionsrisiko nehme beim Konsum um ein Vierfaches zu. Als zweite Ursache werden Auslandsaufenthalte während der Festtage genannt.

Die Forscher befragten für die Studie Personen, die zwischen Dezember 2012 und Februar 2013 an einer Campylobacter-Infektion erkrankt waren. Die Betroffenen hätten dabei die Infektion als schwere Erkrankung beschrieben, die im Durchschnitt sieben Tage gedauert habe, hiess es.

Amt für Verbraucherschutz warnt

Rechtzeitig vor Weihnachten und Silvester verweist nun das St. Galler Amt für Verbraucherschutz auf diese Studie und warnt auf seiner Homepage «vor ungenügend erhitztem Geflügelfleisch».

Geflügel sei zwar sicher, wenn sorgfältig damit umgegangen werde und die Hygienehinweise auf den Packungen befolgt würden, heisst es dort. Das sei aber nicht immer der Fall: Beispielsweise werde oft für das Salatrüsten und das Schneiden von rohem Geflügel ein und dasselbe Schneidebrett verwendet.

Gefahr bestehe auch, wenn bei Fondue chinoise oder Partygrill rohes Geflügel mit gekochtem Fleisch, mit Beilagen oder mit Saucen in Kontakt komme.

Das Amt rät davon ab, rohes Geflügelfleisch auf den Tisch zu stellen, sei es für Fondue chinoise, Mongolentopf oder Partygrill. «Wer kann sich schon einen gemütlichen Abend lang in fröhlicher Gesellschaft darauf konzentrieren, dass wirklich kein Tropfen Geflügelfleisch auf dem Teller oder in einen Saucentopf fällt?» heisst es in der Information.

(cho/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Poodel am 01.12.2014 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach kein Geflügel...

    ...es gibt auch richtiges Fleisch,

    einklappen einklappen
  • ristretto am 01.12.2014 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht das fondu..

    nicht das chinoise ist schuld, sondern das falsche fleisch! ohne geflügel ists teurer aber safe!

  • Martial Kohler am 01.12.2014 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Weihnachtstradition...

    Warnung, Verbot, Vorschriften, typisch schweizerisch, was haben wir sonst noch für Probleme ? Jeder soll doch essen und trinken was ihm gefällt. Jeder weiss im übrigen, dass Geflügel/Schweinefleisch gut gekocht sein muss und darf nicht halb roh gegessen werden. Bon appétit !

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernst am 02.12.2014 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am richtigen Ort kaufen

    Ihr müsst das Fleisch nur bei Carna Grischa kaufen,dann wisst ihr sowieso nicht,was es ist

  • Martina Vogler am 02.12.2014 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem ist nicht das Poulet

    sondern der Bürger, der nach vielen langen Jahren und tausenden Berichten immer noch nicht verstanden hat, wie man mit rohem Geflügel umzugehen hat. Mangelnde Hygiene in der Küche kann aber auch Rind- und Kalbfleisch verunreinigen mit den gleichen Folgen.

  • Coco am 02.12.2014 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gemüse anstelle von Fleisch ... lecker

    Solche Probleme haben wir Vegetarier / Veganer zum Glück nicht.

    • Alpha07 am 02.12.2014 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      EHEC / Sprossen

      Da gab es auch Tote. Nur so als Denkanstoß.

    • wildh.u. am 02.12.2014 22:12 Report Diesen Beitrag melden

      Gesundes Gemüse?????

      Sag mal Coco, weist du auch wie viel Gift im Gemüse vorkommt lies mal nach?

    • Hanspeter Niederer am 02.12.2014 23:27 Report Diesen Beitrag melden

      weiterdenken hilft

      @Alpha07: Sprossen züchtet man selbst zuhause. Das einzige Risiko dabei ist, dass man sich super fühlt dabei ...

    einklappen einklappen
  • Peter Schaffner am 02.12.2014 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frisch

    Es ist nicht immer das Fleisch, auch eine Souce mit Mayonnaise kann eine Bombe sein. Wichtig ist, alles frisch auf den Tisch und dann passiert nichts! En gute

    • Fritz Fleischli am 02.12.2014 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher?

      Und was ist mit den Sprossen - waseli was? Die letzten Tests gesehen? Da vergeht einem aber der vegetarische Appetit sehr schnell!

    • Coco am 02.12.2014 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      Ich mag keine Sprossen

      Lieber Fritz ... Zum Fondue Vegi nimmt man keine Sprossen ... Brokkoli, Blumenkohl, Pilze, Zuccetti, etc.

    einklappen einklappen
  • José Huertas am 02.12.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Irrsin

    Man sollte uns vor den Behörden warnen!!