Schulkosten

12. Februar 2019 04:32; Akt: 12.02.2019 08:37 Print

Bei schlechtem Deutsch sollen Eltern bezahlen

Die Schule soll nicht mehr in jedem Fall kostenlos sein. Dafür will der Kanton Thurgau die Bundesverfassung ändern.

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Die Vorgabe ist unmissverständlich: Der Volksschulunterricht muss unentgeltlich sein, heisst es in Artikel 19 der Bundesverfassung. Diese Bestimmung will der Kanton Thurgau nun für schlecht integrierte Kinder ändern – und entfacht damit zum zweiten Mal innert weniger Jahre einen Bildungsstreit, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Nach dem Aufruhr um das Frühfranzösisch sollen jetzt fremdsprachige Eltern für den Deutschunterricht ihrer Kindergartenkinder bezahlen müssen, wenn sie deren vorschulische Sprachförderung verpasst haben.

Anliegen in Bern nicht abgestützt

Das Thurgauer Parlament hat die Regierung mit einer Standesinitiative beauftragt, die diese Forderung nach Bundesbern trägt. Mit dieser Massnahme wolle man Ausländer nicht generell abstrafen, sondern vermeidbare und folgenschwere Sprachdefizite der Kinder beheben, sagt Schulleiter und SVP-Kantonsrat Andreas Schrepfer.

Im Thurgau ist das Anliegen breit abgestützt – im Bundeshaus nicht, wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt. Zwar sehen alle Lager Handlungsbedarf wegen der schlechten Deutschkenntnisse vieler Kinder. Doch eine Verfassungsänderung hält ausser der SVP keine Partei für angezeigt. «Es wäre bestimmt einfacher für den Thurgau, sich daran zu orientieren, wie andere Kantone in ihren Volksschulgesetzen mit dem Problem umgehen», sagt CVP-Bildungspolitikerin Andrea Gmür. Als Vorbild gilt Basel-Stadt.

Dort besteht für förderbedürftige Kinder ein «selektives Obligatorium» für Sprachspielgruppen. LDP-Nationalrat Christoph Eymann hatte es als Bildungsdirektor initiiert. Er fordert nun, dass sich der Bund an solchen Massnahmen beteiligt.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

(chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nicole am 12.02.2019 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Landessprache ist Pflicht

    Finde ich richtig. Kleinkinder sollen mit andern Kindern bevor sie in den Kindergarten - Schule gehen Kontakt haben, denn so lernen sie schnell die Sprache. Leider ist es aber immer mehr so das gewisse Ethien lieber unter sich bleiben und die Eltern noch die Kinder Deutsch können. Verpasste Chance auf eine Integration.

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  • Carl am 12.02.2019 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist nur gerecht

    Richtig so. Warum soll immer die Allgemeinheit für die Integration bezahlen? Die Betroffenen sollen auch mal etwas dafür tun.

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  • G. Nervt am 12.02.2019 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verursacherprinzip

    Förderung verpasst = Sprachdefizit verursacht -> aus welchem Grund soll dann die Allgemeinheit dafür aufkommen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • bored am 12.02.2019 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Güte

    Gerade im Kindergarten lernen die Kinder doch recht schnell eine Sprache, dann ist doch eben genau der beste Moment, sie zu fördern, und zwar kostenlos. Wer weiss, vielleicht sind die Eltern ja grad ein Jahr vorher zugezogen? Da kann man doch nicht verlangen, dass die Kids (und Eltern) schon die neue Sprache perfekt beherrschen. Man sollte endlich aufhören über andere zu urteilen, ohne die Hintergründe zu kennen!

  • Für Schwiiz am 12.02.2019 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ein Willen ist, ist auch ein Weg.

    Ich habe meine Kinder in Kinderhüti gebracht, als sie gerade 1 Jahr alt ware. Damit sie deutsch spielerisch lernen. Ich rede zuhause auch deutsch. Meine Kinder haette nie probleme mit deutsch oder Kontakte Knöpfen. Ich besitze kein teueres Auto. Das Geld habe ich für die Ausbildung für mich und meine Kinder ausgegeben. Deshalb bin ich der Meinung, die Eltern sind schuld. Sie sollen selber die kosten für Deutschunterricht tragen.

  • Laurus am 12.02.2019 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Und Schweizer Kinder

    Ich bin auch dieser Meinung, denn jedes Schweizer Kind, das Mühe hat mit der Muttersprache muss erst mal selber tief in die Tasche greifen und einen Stützunterricht/Nachhilfeunterricht selber organisieren und finanzieren. Leider ist es aber so, dass sprachlich schwache Kinder nicht nur allgemein Mühe haben, z.B. auch in Mathe, weil sie den Text nicht verstehen, und so das ganze Weiterkommen der Klasse behindern. Eine Lösung tut Not, und zwar für alle.

  • P Kusi am 12.02.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    CH'ler müssen dann auch zahlen..

    Dumm nur, wenn auch die CH-ler schlecht D können, weil: Abschaffung der Rechtschreibung in der Primar (1+2), 2-Frühfremdsprachen sind heute wichtiger als gute D-Kenntnisse.. Deutsch, die eigene Muttersprache ist auf dem Abstellgeleise

  • Robin Hood am 12.02.2019 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Theater

    Ich verstehe dieses ganze Theater nicht. Bei uns zu Hause wurde französisch gesprochen. Als ich in den Kindergarten kam, konnte ich kein einziges Wort Schwiizerdütsch. Nach rund 6 Monaten konnte ich problemlos schwiizerdütsch reden. Mein schwiizerdütsch ist heute perfekt und man hört mir nicht an, dass ich zweisprachig aufgewachsen bin. Heute spreche 6 Sprachen fliessend. Wenn Kinder heute in der Schule nicht richtig unsere Sprache lernen, liegt es an der Erziehung zu Hause und der fehlenden Motivation der Kinder.