Ablenkung am Steuer

13. Februar 2015 05:56; Akt: 13.02.2015 05:56 Print

Beim Fahren gesimst – droht bald Handy-Entzug?

von Ph. Flück - Ein Handy-Entzug könnte Handy-Sünder am Steuer zur Vernunft bringen, glaubt EVP-Nationalrätin Maja Ingold.

storybild

Stefan Krähenbühl: «Das Handy am Steuer zu benutzen ist wie alkoholisiert zu fahren.» (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Kaum sitzen sie im Auto und fahren los, nehmen sie das Handy hervor, telefonieren oder tippen SMS. Dann plötzlich knallt es. Ablenkung am Steuer ist die häufigste Ursache für Verkehrsunfälle auf Schweizer Strassen. Laut der Website «Lenken statt ablenken» ist jeder fünfte Unfall auf Unaufmerksamkeit oder Ablenkung zurückzuführen.

Umfrage
Benutzen Sie ihr Handy am Steuer?
10 %
30 %
60 %
Insgesamt 8982 Teilnehmer

Solche Handy-Sünder sollen in Deutschland nun härter drankommen. Besteht der Verdacht auf Gespräche oder SMS am Steuer, wird die Polizei in Nordrhein-Westfalen nach Unfällen das Handy beschlagnahmen. So könne ausgewertet werden, ob zum Zeitpunkt des Crashs telefoniert wurde oder nicht. Das liess SPD-Innenminister Ralf Jäger verlauten. Denn Telefonieren am Steuer sei lebensgefährlich.

EVP-Nationalrätin Maja Ingold findet die Idee des Handy-Entzugs auch für die Schweiz prüfenswert, da sie abschreckend wirken dürfte: «Die Angst, eine gewisse Zeit lang ohne Handy zu leben, könnte bei vielen Personen zu mehr Verantwortung am Steuer führen.» Denn das Handy sei für viele ein zentraler Gegenstand – sowohl im Job als auch privat. Die nachhaltigste Lösung wäre aber die Erhöhung der Bussen auf über 500 Franken, findet Ingold. Bislang drohen telefonierenden Autofahrern in der Schweiz Bussen von 100 Franken. «Telefonierende Lenker werden im Vergleich zu alkoholisierten Fahrern nachlässig bestraft», sagt Ingold.

Auch Evi Allemann, SP-Nationalrätin und Präsidentin des Verkehrs-Clubs Schweiz (VCS), könnte sich einen Handyentzug vorstellen, «etwa wenn erwiesen ist, dass das Handy die Unfallursache war». Präventionskampagnen aber hätten Priorität. Kampagnen der Polizei wie «Lenken statt ablenken» seien dabei lobenswerte Unterfangen. Auch mehr Kontrollen könnten nützlich sein.

«Eine Beschlagnahmung des Handys zur Unfallabklärung macht dann Sinn, wenn der Verdacht gross ist, dass das Handy bei der Fahrt auch benutzt wurde», sagt Valesca Zaugg, Geschäftsführerin der Stiftung RoadCross Schweiz. Leider würden viele Fahrzeuglenker die Gefahr von Ablenkung am Steuer völlig falsch einschätzen. «Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht nur nach einem Unfall handeln, sondern die Öffentlichkeit mittels Präventionsarbeit über die Gefahren aufklären.»

«Das ist ein Witz»

SVP-Nationalrat Walter Wobmann ist gegen die Beschlagnahmung des Handys: «Dieser Vorschlag gehört ganz klar in die Kategorie Witz und ist absolut nicht machbar.» Er sei auch gegen den Fahrzeugentzug, wenn man zu schnell fahre, solche Massnahmen seien einfach nicht der richtige Weg. Er sehe das Problem schon, dass durch die Technik viele Menschen stärker abgelenkt würden als früher, doch deswegen das Gesetz zu verschärfen finde er nicht in Ordnung. «Dann müsste man es auf alle anderen Gadgets wie zum Beispiel Navigationsgeräte ausdehnen und das Ganze hätte kein Ende mehr.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Witz am 13.02.2015 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verfahrer u. Fussgänger

    Dann müssten auch den Fußgängern und Velofahrer das Handy beschlagnahmt werden wenn sie beim Gehen oder Fahren mit dem Handy telefonieren

    einklappen einklappen
  • NWO84 am 13.02.2015 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bussenkatalog schweiz

    -Telefonieren und simsen wärend dem Auto fahren busse und handyentzug -bretzel essen wärend autofahren 200.- busse -jemanden ab zu stechen 29'000.- Lebensstandart monatlich vom staat geschenkt! Bitte hilft mir ich bin total verwirrt und kan unsere gesetzgebung weder verstehen noch akzeptieren! klärt mich auf bitte!

    einklappen einklappen
  • Coo am 13.02.2015 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Handy sondern Fahrausweis

    Nicht das Handy sondern den Ausweis entziehen plus happige Busse. Unbegreiflich, heute hat doch jedes Auto eine Freisprechanlage.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 14.02.2015 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Bussen auf 1000

    Endlich Mann sollte schon lange Den Auto telefonieren ne höhere Busse geben ab 500- 1000 würde ich super finden,da würde jeder sich überlegen zu telefonieren,Handy Entzug bei Kontrollen oder Unfällen sind auch ok,ich Teil nie mit dem Handy,habe darum auch 700 ausgegeben beim Neuwagen wo andere sparen P.s Auto ist nicht auf Leasing. Nehmt euch ein Beispiel, Währe Leasing verboten hätten wir nie Stau

  • Thomas am 14.02.2015 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gescheite Handys bauen

    Eigentlich sollte man nur noch Handy bauen die die Kommunikation bei einer Geschwindigkeit über 10 Km /h selbst einstellt. Dies müsste doch über GPS möglich sein. So würden auch lässtige Anrufgespräche vom Mitfaher und Zugbegeliter wegfallen

  • Michel am 14.02.2015 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ausreichende Regelung

    Die kennen noch nicht mal die Gesetze. Beim SMS schreiben bekomme ich ein Führerausweisentzug, wie junge Mütter die sich ablenken lassen vom Kind. Telefonieren ist wesentlich ungefährlicher da man immer noch auf die Strasse schaut. Man diese Kompetenz für so viel Lohn. Das macht Freude.

    • thomas friedlin am 14.02.2015 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      super vergleich.....

      super antwort, die schon alleine einen ausweisentzug verdient hätte

    einklappen einklappen
  • Paul Eckert am 14.02.2015 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte...

    Man sollte Stupidität bestrafen, dann wäre ziemlich alles gelöst...aber eben...;-)) Spass bei Seite, was absolut überfällig ist, ist ein psychomotorischer Test. Da bekommen Behörden und Politiker aber kalte Füsse, es ist einfacher und erträglicher Bussen zu verteilen, auch wenn die Treffsicherheit um Individuen aus dem Verkehr zu ziehen die darin nix zu suchen haben, sehr (zu)gering ist.

  • Walti am 14.02.2015 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natel beschlagnahmen?

    Was für ein toller Witz. Dann gehst Du in den nächsten Laden und holst Dir eine Prepaid Karte.... Hört auf damit!