Rheinau ZH

07. September 2018 19:46; Akt: 07.09.2018 20:31 Print

Beinahe 600 Anmeldungen für Grundeinkommen

Bereits 588 Personen wollen das Experiment wagen. Damit es gestartet wird, muss etwa die Hälfte des 1300-Seelen-Dorfes im Kanton Zürich mitmachen.

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Eine Woche nach Projektstart haben sich bereits 588 Rheinauerinnen und Rheinauer dazu entschieden, beim Versuch für ein bedingungsloses Grundeinkommen mitzumachen. Voraussetzung für den Start sind 650 Anmeldungen.

Am 17. September will die Gemeinde Rheinau Bilanz über die bisher eingegangenen Anmeldungen ziehen, wie es am Freitag bei der Gemeinde auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess.

Damit mit dem Experiment gestartet wird, muss etwa die Hälfte der Gemeinde mitmachen. Nötig sind also etwa 650 Anmeldungen. Fehlen am 17. September nur noch einige wenige Mitstreiter, wird die Frist noch etwas verlängert.

Drei bis fünf Millionen sind nötig

In den Tagen darauf werden die Formulare dann genau geprüft. Doppelanmeldungen und allfällige Jux-Anmeldungen werden aussortiert. Sind die 650 Anmeldungen beisammen, kann die Geldsammel-Aktion gestartet werden. Etwa drei bis fünf Millionen Franken müssten von Privaten und Stiftungen zusammenkommen.

Am vergangenen Freitag wurde die Bevölkerung an einem gut besuchten Anlass über das Experiment informiert. Im Sekundentakt landeten danach die Anmeldeformulare in der Abstimmungsurne, die dafür beim Eingang der Mehrzweckhalle aufgestellt wurde. Beim Versuch für ein bedingungsloses Grundeinkommen können alle mitmachen, die bereits in Rheinau leben. Von den bedingungslosen 2500 Franken profitieren aber nur jene finanziell, die weniger als diesen Betrag verdienen.

Wer mehr Einkommen hat, muss das Grundeinkommen, das jeweils Anfang Monat aufs Konto kommt, zurückzahlen. Diese Teilnehmer würden zwar nicht finanziell, aber von den Erfahrungen im Dorf profitieren, sind die Verantwortlichen um Filmemacherin Rebecca Panian überzeugt.

Auch Kinder können angemeldet werden

Lohnenswert könnte es hingegen für Familien werden, denn Kinder können auch dann angemeldet werden, wenn ihre Eltern mehr als 2500 Franken verdienen. Pro Kind soll es 625 Franken geben, wovon allerdings noch die Kinderzulage abgezogen würde.

Ein Wissenschaftsteam will das Projekt begleiten und die Veränderungen in der Gemeinde beobachten. Untersucht werden soll die Wirkung auf Familien, die Kaufkraft und das gesamte Dorfleben.

(nag/sda)