Domat/Ems GR

03. April 2019 17:32; Akt: 03.04.2019 21:44 Print

Bekiffter Todesfahrer muss 6 Jahre hinter Gitter

Der Autofahrer, der im Januar 2017 unter Drogeneinfluss die 26-jährige Larissa totgefahren hat, wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.

So reagiert der Vater von Larissa auf das Urteil. (Video: D. Krähenbühl).
Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Urteil ist gefallen: Das Regionalgericht Imboden in Domat/Ems verurteilt P.F.* für seine bekiffte Todesfahrt vom 18. Januar 2017 wegen Tötung mit Eventualvorsatz, der qualifizierten groben Verletzung von Verkehrsregeln, mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und des Fahrens in fahrunfähigem Zustand zu einer unbedingten sechsjährigen Haftstrafe. Das heisst, er muss seine Strafe im Gefängnis absitzen.

Zusätzlich wird ihm eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 90 Franken sowie eine Busse von 300 Franken auferlegt.
Laut dem Richter gibt es keine strafmildernden Umstände, bei F. sei keine sichtbare Reue erkennbar gewesen. Der Beschuldigte F. nahm das Urteil mit gesenktem Kopf entgegen.

Bekiffter Autofahrer soll ins Gefängnis

Mehrere Joints täglich

Mit der dreifachen Menge der erlaubten THC-Konzentration im Blut kollidierte F. damals bei Dunkelheit und schlechter Sicht bei einem Überholmanöver frontal mit dem Roller von Larissa Caviezel. «Der Beschuldigte hat zu einem Blindflug angesetzt», sagte der Richter dazu. Die damals 26-Jährige starb noch am Unfallort.

Nach einem Selbstunfall im Jahre 1997 sei F. mehrere Wochen lang im Koma gelegen, so der Richter bei der Urteilseröffnung. Danach habe der Beschuldigte regelmässig bis zu 7 Joints pro Tag geraucht. Auch am Vorabend des verhängnisvollen Unfalls hat er wieder gekifft. «Ein Lenker mit einem solchen Defizit hat auf der Strasse nichts zu suchen», so der Richter.

Urteil wird anerkannt

Der Vater von Larissa, Heinz Caviezel, hat 20 Minuten bereits im Vorfeld der Urteilseröffnung angekündigt, das Verdikt unabhängig vom Urteil des Gerichts anzuerkennen. Dies, obwohl «aus der Sicht der Familie eine bedingte Strafe ein Schlag ins Gesicht» gewesen wäre, wie es Flurin von Planta, der Anwalt der Opferfamilie gestern formulierte.

Caviezel will aber einen Schlussstrich ziehen. «Nach Rücksprache mit meiner Familie werden wir uns nach dem heutigen Urteil zurückziehen», sagt der Vater. Seine Zeit, Emotionen und sein Geld wolle er lieber in die Zukunft von Larissas Patenkind investieren. «Leider hat Larissa es nie gesehen, aber sie hatte sich so darauf gefreut.»

«Zur Ruhe kommen»

Verkraften würden sie das Ganze nie, sagt der Vater weiter. «Aber wir möchten uns bei allen bedanken, die unserer Larissa Gutes getan haben und uns in dieser schweren Zeit Rückhalt gegeben haben.»

Nun gelte es, einen Weg zu finden, um mit der ganzen Situation umzugehen. «Wir müssen zur Ruhe kommen und irgendwann unseren Frieden finden», sagt Caviezel.

Das Urteil gegen F. ist noch nicht rechtskräftig. Gegen das Verdikt kann Berufung eingelegt werden.

* Name der Redaktion bekannt

(dk)