Methode

05. Februar 2013 16:11; Akt: 05.02.2013 16:14 Print

Berechnung des Gesagt-Getan-Vergleichs

von Daniel Schwarz - Lesen Sie hier einige Anmerkungen zum Gesagt-Getan-Index von Politools.

Fehler gesehen?


  1. Der Vergleich beruht auf den Antworten im smartvote 2011-Fragebogen und dem tatsächlichen Stimmverhalten im Nationalrat zwischen Wintersession 2011 und Herbstsession 2012. Die Auswertung bezieht sich nur auf Abstimmungen im Nationalrat, da zum Stimmverhalten der Ständeratsmitglieder keine Daten vorliegen.
  2. Der Vergleich beinhaltet nur Politiker/innen, die den smartvote-Fragebogen 2011 ausgefüllt haben und im Dezember 2012 Mitglied des Natinalrats waren (also ohne zurückgetretene/verstorbene Mitglieder). Nicht enthalten ist zudem der NR-Präsident 2011/12 Hansjörg Walter, da er in dieser Funktion an zu wenig Abstimmungen teilnimmt.
  3. Die Berechnung des Vergleichswertes beruht auf dem euklidischen Distanzmass. Analog zur Methode der smartvote-Wahlempfehlung wird für jedes Parlamentsmitglied das NR-Stimmverhalten mit den eigenen smartvote-Antworten verglichen. Das verwendete Distanzmass «bestraft» z.B. eine starke Abweichung sehr viel stärker als zwei oder mehrere geringere Abweichungen. Geometrisch interpretiert handelt es sich um den Abstand im mehrdimensionalen Raum, welcher zwischen den smartvote-Antworten und dem NR-Stimmverhalten eines Parlamentsmitglieds liegt.
  4. Zu beachten ist ferner, dass keine Unsicherheitsbereiche angegeben sind. D.h. die Auswertung beruht lediglich auf den tatsächlich vorliegenden Daten und es wird nicht berücksichtigt, dass die Anzahl teilgenommener Abstimmungen pro NR-Mitglied variiert. Grundsätzlich gilt: je weniger Abstimmungen in die Auswertung einfliessen, desto unsicherer ist die genaue Position im Rating (da man weniger über den Parlamentarier weiss).
  5. Es gelten folgende Auswertungsregeln:

    1) Enthaltungen im NR werden auf der verwendeten Skala von 0 bis 100 auf die Mittelposition (50) gesetzt (nein = 0, ja = 100). Da im smartvote-Fragebogen die Werte 0 (nein), 25 (eher nein), 75 (eher ja) und 100 (ja) verwendet werden, bedeutet jede Enthaltung automatisch eine Differenz zur abgegebenen smartvote-Antwort.

    2) Abwesenheit in der NR-Abstimmung wird nicht berücksichtigt.

    3) Bei NR-Abstimmungen, welche die smartvote-Budgetfragen betreffen, werden in einem ersten Schritt die smartvote-Antwortcodes vereinheitlicht, indem „weniger“ und „deutlich weniger ausgeben“ (bzw. „mehr“ und „deutlich mehr ausgeben“) zusammengelegt werden. Die smartvote-Antwort „gleich viel ausgeben“ wird je nach Formulierung der NR-Abstimmung entweder zur Gruppe „weniger ausgeben“ oder zur Gruppe „mehr ausgeben“ geschlagen (Ausnahme: wenn die NR-Abstimmung nur die Optionen „mehr ausgeben“ vs. „weniger ausgeben“ beinhaltet, dann bleibt die smartvote-Antwort „gleich viel ausgeben“ unberücksichtigt).
  6. In den Vergleich mit einer einzelnen smartvote-Frage fliessen z.T. mehrere NR-Abstimmungen ein: Der 2011/12-Vergleich beinhaltet 27 NR-Abstimmungen zu 15 smartvote-Fragen. In solchen Fällen wird zuerst die durchschnittliche Übereinstimmung zwischen der smartvote-Antwort und den diversen NR-Abstimmungen berechnet und diese dann als einzelner Wert in die Berechnung der euklidischen Distanz einbezogen. Jede smartvote-Frage erhält also dasselbe Gewicht in der Berechnung des Vergleichwertes, unabhängig davon, wie viele NR-Abstimmungen pro smartvote-Frage einfliessen.

Der Autor Daniel Schwarz ist Politologe und Präsident des Vereins Politools, welcher die Online-Wahlhilfe Smartvote betreibt. Er hat die Auswertung im Auftrag von 20 Minuten vorgenommen.