SBB machen Dampf

11. Juli 2011 13:17; Akt: 11.07.2011 14:28 Print

Bern-Zürich in nur 45 Minuten

Die SBB wollen die Bahninfrastruktur rasch ausbauen. Sie möchten den Chestenberg-Tunnel im Aargau bis 2025 realisieren. So könnte die Reisezeit von Bernund Basel nach Zürich auf 45 Minuten sinken.

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Die SBB möchten den Chestenberg-Tunnel im Aargau bis 2025 bauen - im Gegensatz zu den Plänen des Bundesrats, der dafür kein Geld bewilligt hat. (Grafik: 20 Minuten Online/ekr)

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Der Aargauer Regierungsrat hatte sich bereits Ende Juni für den sofortigen Ausbau der Strecke zwischen Rupperswil und dem Heitersbergtunnel stark gemacht – so wie er vom Parlament 2009 beschlossen worden ist. Doch der Bundesrat hat den Ausbauschritt im Rahmen des Programms «Step 2025» aus finanziellen Gründen gestrichen.

Nun wollen auch die SBB mehr Geld vom Bund für den Ausbau des Bahnnetzes bis 2025: 5,7 Mrd statt den bewilligten 3,5 Mrd Franken, wie die «NZZ» in ihrer Ausgabe vom Montag schreibt. Mit den zusätzlichen Milliarden soll das Nadelöhr im Aargau auf der Ost-West-Achse beseitigt werden. Konkret geht es um den Bau des Chestenberg-Tunnels zwischen Rupperswil und Mellingen-Heitersberg.

Schneller und im Viertelstunden-Takt

Der Tunnel würde es erlauben, die Züge auf der Strecke zwischen Bern und Zürich ab 2025 im Viertelstundentakt zu führen. Gleichzeitig wäre das Bauwerk, das 1,8 Milliarden Franken kosten würde, Voraussetzung dafür, dass zwischen Zürich und Bern sowie zwischen Zürich und Basel die Fahrzeit längerfristig von heute 56 Minuten auf 45 Minuten gedrückt werden könnte. Vorteile brächte der Tunnel zudem für den S-Bahn-Verkehr zwischen Zürich und dem Aargau, wo sich das Angebot verdoppeln liesse. Auch für den Güterverkehr liessen sich so die Kapazitäten erhöhen.

Schneller vorwärts machen möchte die SBB auch beim Knoten Genf, der ebenfalls ausgebaut werden soll, wie die NZZ schreibt. Zudem sollen 300 Millionen Franken in Verbesserungen auf der Linie zwischen Bern und Lausanne investiert werden. Das würde es erlauben, die Fahrzeit auf dieser Strecke von heute 66 Minuten auf 61 Minuten zu drücken.

(uwb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heiri Kalber am 11.07.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Geld zum Fenster rauswerfen!

    Diesen Tunnel braucht es jetzt wirklich nicht - speziell nicht, dass ein paar Politiker und sonst wichtige Leute einige Minuten eher am Zielort sind. Die Verbindung zwischen Zürich und Bern ist jetzt schon schnell genug - auf die paar Minuten kommt es wirklich an. Und Kapazitäten können mit Doppelstocker und für Distanzen unter 30 Minuten mit Stehplätzen wie in der Metro ausgebaut werden.

  • Sven E. am 11.07.2011 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrspolitik ein Saustall

    Die Ticketpreise explodieren, es wird zum Teil veraltetes Rollmaterial eingesetzt, neue Finanzierungstöpfe sollen geschaffen werden, der Pendlerabzug soll gestrichen, das GA zu einem besseren Streckenabo degradiert werden, aber die Bahn will für fast 6 Milliarden Strecken ausbauen? Bei euch huupt's wohl! Ein Ausbau ist schlicht nicht mehr finanzierbar und gemäss Politik (niemand muss in Bern wohnen und in Zürich arbeiten) auch nicht nötig.

  • Jamc am 11.07.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Swissmetro

    DAS ist was die Schweiz braucht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oliver am 12.07.2011 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Projekt Swissmetro

    Wieso berichtet 20 Minuten nicht über das Projekt Swissmetro? Das würde dem Projekt sicherlich helfen öffentliche Unterstützung zu erhalten.

  • Felix am 12.07.2011 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bald können wir mit anderen Bankrotten-

    EU-Staaten mithalten, wenn die Staatsgelder so aus dem Fenster geworfen werden. Früher oder Später wird uns die Realität einholen, es ist nur noch eine Frage der Zeit, denn der vorgegaukelte Optimissmus sieht in Wahrheit anderst aus.

  • Noldi der Oldi am 12.07.2011 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig Falsch

    Pendeln bis zum Wahnsinn. Bis diese Projekte gebaut sind, hat sich die Informationstechnologie so entwickelt, dass viele von zu Hause arbeiten können. Anstatt alles auf wenige Zentralen zu konzentrieren, sollten die Regionen besser ausgenützt und dezentrale Strategien verfolgt werden. Pendeln ist heute schon ein Unsinn. Anstatt brauchbare Visionen zu entwickeln wird stur weiter gewurstelt wie bisher. Nicht 15 Minuten schneller ist entscheidend sondern, erst gar nicht fahren zu müssen.

    • D.H. am 12.07.2011 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      Respekt zum Kommentar!

      Respekt! Selten so einen weitsichtigen Kommentar hier gelesen. Da haben Sie völlig Recht. Nur ist die Menschheit sehr träge was starke Neuerungen / Veränderungen angeht! Die Menschen verändern sich erst, wenn sie am Abgrund sind!

    • Tomy am 12.07.2011 14:41 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Aber die Leuthard hat das ja jetzt erkannt. Mal schauen wie lange die SBB noch wursteln kann bzw. darf...

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  • Jan Meister am 12.07.2011 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Hohn

    man könnte meinen alle kommen oder wollen nach Bern. Es gäbe wichtigere Strecken endlich mal zu erneuern wie z.B. ZH - SH. Eine internationale Line im Stunden Takt (Schnellzug).!! Ansonsten Bummler wo man nie ankommt. Da geniesse ich meine Privatsphäre im Auto. SBB - NEIN DANKE.

  • Simon Hug am 12.07.2011 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Viertelstundentakt

    Wer von Euch fährt regelmässig ZH-BE? Die Züge sind zum bersten voll: der Viertelstundentakt muss her. Und wenn's als positiven Nebeneffekt noch 15 Min schneller geht, so passt das doch auch. BE-ZH ist verkehrsmässig die wichtigste Strecke der Schweiz.