Schutz für Wildtiere

09. März 2017 06:46; Akt: 09.03.2017 07:08 Print

Berner Behörde verbietet Katzen den Auslauf

von Fabrice Dubler - In der Berner Siedlung Fröschmatt müssen Katzen drinnen leben, damit sie bedrohte Tiere nicht fressen. Das Problem sei aber nicht das Büsi, sagt ein Katzenforscher.

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Schweizer lieben Katzen. Rund 1,4 Millionen leben gemäss dem Zürcher Tierschutz hierzulande in Haushalten, ein grosser Teil davon auf urbanem Gebiet. Nebst Schnurren und Kuscheln jagen die Vierbeiner aber auch gern Schmetterlinge, Vögel und Reptilien. Rund 77 solche Tierarten tummeln sich in der Berner Wohnsiedlung Fröschmatt. Im Rahmen eines Biodiversitäts-Projekts wurde die Umgebung des dortigen Wohnhauses entsprechend grün gestaltet.

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Neumieter müssen deshalb beim Einzug der Regelung zustimmen, dass ihre Katzen die Wohnung nicht verlassen dürfen, wie die «Berner Zeitung» berichtet. So möchte die Stadt verhindern, dass solche Reptilien-, Insekten- und Vogelarten den hungrigen Katzen zum Opfer fallen und aussterben.

Weniger jagdeifrige Katzen

Sabine Tschäppeler, Leiterin der Fachstelle für Ökologie und Natur der Stadt Bern, hat das Projekt mitinitiiert. Natürlich könne man nicht verhindern, dass auch Katzen aus dem umliegenden Quartier in der Siedlung jagen. «Wir möchten in erster Linie ein Zeichen setzen für die Biodiversität, da muss man die Katzen thematisieren», sagt sie.

Biologin Petra Ramseier hält das Projekt für sinnvoll. «Ich sehe wildernde Katzen als Problem. Die Büsis jagen beispielsweise Reptilien auch ausserhalb von Siedlungsgebieten und gefährden so die Bestände.» Ein ähnliches Ausgangsverbot für Katzen habe es auch schon in einer Wohnüberbauung in der Baselbieter Gemeinde Oberwil gegeben. Solche Regelungen seien bisher aber schwierig umzusetzen, so Ramseier.

«Das Problem ist der Mensch»

Dennis Turner, Katzenforscher und Biologe am Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie, hält es nicht für nötig, Stadt-Büsis für den Artenschutz an der Jagd zu hindern. «Dass Katzen jagen, war schon immer so und ist völlig normal. In vom Menschen geschaffenen Siedlungsräumen ist die Jagdsituation zudem nicht repräsentativ.» Man müsse deshalb auch grössere, landschaftliche Gebiete miteinbeziehen, wo sich der Bestand der gejagten Tiere jeweils erhole.

Auch Helen Sandmeier vom Schweizer Tierschutz STS ist überzeugt, dass die Vierbeiner nicht die bedrohten Tierarten wegfressen: «Katzen sind nur ein kleiner Teil des Problems. Der Mensch, der wilden Tieren mit Überbauungen und Bepflanzungen in den Städten ihren Lebensraum wegnimmt, dürfte eher der Schuldige sein.» Ausserdem sei es für Katzen wie ein Spielplatz, wenn man solche Biodiversitäts-Zonen mit einer grossen Artenvielfalt schaffe.

Ist die Indoor-Haltung artgerecht?

Bei Hauskatzen, die schon immer drinnen lebten und artgerecht gehalten werden, sieht Sandmeier kein Problem. «Auslaufkatzen würden aber rebellieren, weil sie nicht mehr glücklich wären.» «Das würde an Tierquälerei grenzen», findet Turner sogar.

Da aber die Einschränkung in der Katzenhaltung bereits im Mietvertrag enthalten sei, könnten die Mieter selbst entscheiden, ob sie unter diesen Umständen eine Katze halten wollten, so Tschäppeler.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schneetannli Flocke am 09.03.2017 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch

    Und wer schützt die Wildtiere vor Menschen?

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  • Blindschleichenfreund am 09.03.2017 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Lebensräume für Reptilien!

    Wir haben selber 2 Katzen die Jagen. Sie bringen regelmässig auch Eidechsen und Blindschleichen mit...leider. Denn das finde auch ich nicht so toll. Aber wir haben im Garten einen grossen Teil mit Steinplatten und hohes Gras gemacht.(Schnitt max 2 Mal Jahr ). Dort gibt es viele Versteckmöglichkeiten für Reptilien. Darum haben wir trotz vieler Katzen sehr, sehr viele Reptilien. Wenn Besuch kommt kann ich oft 1 Meter neben unserem Sitzplatz eine Steinplatte anheben und schöne Blindschleichen zeigen. Auch Eidechsen haben wir viele. Es sollte einfach viel mehr Unterschlupfmöglichkeiten geben!

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  • bird am 09.03.2017 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    kein Auslauf - keine Katze

    Es waere fuer mich keine Alternative meine Katze drinnen zu halten weil das nicht natuerlich ist. Ich sehe das bei Bekannten zuhause wie die Katze fasziniert durchs Fenster nach draussen schaut und es ist fuer jeden sichtbar wie gerne sie nach draussen gehen wuerde um die Gegend zu erkunden. So wuerde ich halt nur irgendwo hinziehen wo meine Katze Auslauf hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ramses am 10.03.2017 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Sorry aber das ist Birrräweich, jetzt sind die Katzen schuld und der MENSCH !?!?!?! Die Arroganz des Menschen wird uns eines Tages bestraft sein !!!!!

  • @bebbi am 10.03.2017 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Her mit der Katzensteuer !!!

    Man müsste nur endlich mal Katzensteuern erheben , dann gäbe es auch weniger freilaufende Katzen ! Abgesehen davon lassen die Katzen überall Ihre Fäkalien liegen , man kann ja in einem Garten nicht mal mehr barfuss gehen ohne in die Katzenhaufen zu tretten . Für Hunde muss man ja auch bezahlen !

  • Norak am 10.03.2017 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ausblenden

    Es ist unglaublich wie die Katzenbesitzer die Schäden an der heimischen Fauna einfach ausblenden. Schuld sind ja die Elstern, Krähen, Wölfe und Luchse. Z.B. die Elsternpopulation liegt bei 50'000, Wölfe bei rund 40. Die Katzenpopulation liegt bei 1,5 Mio!!! Dass diese unnatürliche Dichte einen negativen Effekt hat, wollen die Katzenbesitzer einfach nicht wahr haben! Unglaublich! O ja, erwähnt werden die Vogelfänger am Mittelmeer, die übrigens sicher auch der Tierwelt schaden. Da haben die Katzenbesitzer recht, aber bequemerweise blenden sie den Massenmord Ihrer Katzen einfach aus. Verrückt

  • Felix am 10.03.2017 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Käfer schützen statt nette Haustiere?

    Das ist ja völlig überdreht. Geht unter widernatürlicher Naturschutz. Was aber sinnvoll wäre, dass eine Partei in einer Siedlung nur eine Katze oder einen Hund haben kann. Tierkot auf dem Kinderspielplatz ist ein grösseres Problem als dass ein paar Käfer dran glauben müssen. Gut wenn wir weniger Zuwanderung hätten, dann würde die Natur nicht verdrängt. Aber das wollen die Linken und Biodiversen dann auch nicht.

  • Linker Weichspüler am 09.03.2017 23:45 Report Diesen Beitrag melden

    Von Menschen und Tiere

    So viel Rücksicht würden die Tiere für uns Menschen nie nehmen. Menschen sind einfach die besseren Tiere.