Bundesratsfeiern

22. Dezember 2011 20:54; Akt: 22.12.2011 20:55 Print

Berset macht den Hampelmann

In Graubünden und Freiburg hat die Bevölkerung Eveline Widmer-Schlumpf und Alain Berset gefeiert. Die Bündnerin für ihre Wahl zur Bundespräsidentin 2012, den SP-Mann zu seiner Neuwahl in die Landesregierung.

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Weder Schneefall noch strömender Regen konnten die Empfänge für die frisch gewählte Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf in Chur und den neu gewählten Bundesrat Alain Berset in Freiburg etwas anhaben. Sie wurden warm empfangen und gefeiert.

Auf einer Bühne vor der Universität Freiburg zeigte sich der Neo-Bundesrat und künftige Innenminister angesichts seiner neuen Aufgabe überlegt und optimistisch: «Ich weiss, dass es schwierig werden wird, dass es viel Zeit und Energie brauchen wird», sagte er im strömenden Regen.

Doch Alain Berset freut sich sichtlich auf die Aufgaben, die ihn erwarten: «Es ist ein Departement im Herzen des Gesellschaftsvertrages», sagte er. Er sei sich auch der hohen Erwartungen bewusst. «Selten wurden ein Bundesratskandidat derart gelobt», sagte der Freiburger Staatsratspräsident Georges Godel. Er bat Berset jedoch, nicht zu vergessen, dass «die Perfektion ein Weg sei, nicht das Ziel».

«La vie en rose»

Das musikalische Intermezzo «La vie en rose», ein Lied von Edith Piaf, passte wenig zu dem, was Berset künftig erwartet. Aber seine Bundesrats- und Parteikollegin Simonetta Sommaruga wusste ihn zu beruhigen: Die Sitzungen seien beispielhaft für die Konkordanz - auch wenn die Diskussionen manchmal hart und intensiv seien.

Die geladenen Gäste aus allen Westschweizer Kantonen, dem Tessin und Bern harrten über eine Stunde im Regen aus. Unter ihnen befand sich auch alt Bundesrätin und Vorgängerin im Innendepartement, Ruth Dreifuss, oder der neue Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Charles Morerod. Der Zeremonienmeister hatte auf eine Aula verzichtet, weil die 800 Gäste nicht reingepasst hätten.

Schneegestöber im Kanton Graubünden

Meteorologisch etwas freundlicher war der Empfang für die künftige Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf: Statt schwerer Regentropfen fielen Schneeflocken vom Himmel: Eine in weiss gehüllte Landschaft und eine begeisterte Bevölkerung bereiteten ihr einen herzlichen Empfang. Der Extrazug mit dem Fest-Tross aus Bern wurde ein erstes Mal in Maienfeld, dem ersten Halt auf Bündner Boden, willkommen geheissen. In der Hauptstadt Chur empfingen dann mehrere hundert Personen sowie Schulklassen und die Stadtmusik die Bundespräsidentin 2012.

Am Umzug im Schneegestöber marschierte die Kantonsregierung in corpore mit. Unter den Gästen befand sich Nationalratspräsident Hansjörg Walter (SVP). Der Thurgauer erwies sich als Gentleman und half Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, die kein wetterfestes Schuhwerk trug, über die schneebedeckten Strassen.

Zeichen der Kontinuität

Am offiziellen Festakt sagte die noch amtierende Bundespräsidentin Calmy-Rey, die Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf als Bundesrätin sei ein wichtiges positives Zeichen in der Politik gewesen. Die Vereinigte Bundesversammlung habe in beeindruckender Abgeklärtheit den Willen der Bevölkerungsmehrheit umgesetzt und eine Entscheidung für Stabilität und Kontinuität getroffen.

Ihre Idee der Schweiz sei es, gemeinsam ein sicheres Fundament für künftige Generationen aufzubauen, erklärte Widmer-Schlumpf. «Wir müssen dort ansetzen, wo die Zukunft unserer Kinder auf dem Spiel steht», sagte die frischgebackene Grossmutter.

Nach der Feier in Chur begab sich die festliche Gesellschaft in Eveline Widmer-Schlumpfs Heimatgemeinde Felsberg, wo die Bevölkerung zu einem Apéro eingeladen war. 27 Jahre musste Graubünden auf eine solche Feier warten. Der letzte Bundespräsident aus dem grössten Kanton war Leon Schlumpf, der Vater von Eveline Widmer-Schlumpf. Der 86-Jährige feierte mit.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pol I. Tik am 23.12.2011 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Leistung?

    Politik ist schon seltsam.... Da wird man gefeiert bevor man auch nur irgend eine Leistung vollbracht hat....

  • Felix am 24.12.2011 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    es stimmt mich traurig

    Unglaublich dieser Personenkult - und was für das Volk daraus resultiert... eher traurig

  • Peschä am 23.12.2011 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    Es ist ein Skandal, dass Frau Widmer-Schlumpf zur Bundespräsidentin gewählt wurde. Dieser BR-Sitz steht klar der SVP zu und nicht einer 5%-Partei.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Felix am 24.12.2011 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    es stimmt mich traurig

    Unglaublich dieser Personenkult - und was für das Volk daraus resultiert... eher traurig

  • Pol I. Tik am 23.12.2011 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Leistung?

    Politik ist schon seltsam.... Da wird man gefeiert bevor man auch nur irgend eine Leistung vollbracht hat....

  • Jenny am 23.12.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesratsweibel

    Wie wird man eigentlich Bundesratsweibel und verdienen die gut, weiss das jemand?:)

  • Peschä am 23.12.2011 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    Es ist ein Skandal, dass Frau Widmer-Schlumpf zur Bundespräsidentin gewählt wurde. Dieser BR-Sitz steht klar der SVP zu und nicht einer 5%-Partei.