«Erweiterte Widerspruchslösung»

13. September 2019 11:27; Akt: 13.09.2019 12:57 Print

So will Berset die Zahl der Organspender erhöhen

Eine Initiative fordert, dass jeder Organspender wird, solange er dies nicht ausgeschlossen hat. Auch der Bundesrat befürwortet nun einen Systemwechsel.

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Die Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» will erreichen, dass Organe, Zellen und Gewebe jeder Person gespendet werden, solange die Ablehnung zu Lebzeiten nicht geäussert wurde. Dieser Ansatz beruht auf der sogenannten «vermuteten Zustimmung». Damit soll die Zahl der Organspender erhöht werden.

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Der Bundesrat spricht sich nun für eine «erweiterte Widerspruchslösung» aus und stellt der Initiative einen indirekten Gegenvorschlag gegenüber, wie Alain Berset an einer Medienkonferenz am Freitag erklärte. Damit will er die Spendenzahlen, die im europäischen Durchschnitt tief seien, erhöhen.

Angehörige werden einbezogen

«Wer nach seinem Tod keine Organe spenden möchte, soll dies neu festhalten müssen. Ist der Wille einer verstorbenen Person nicht klar dokumentiert, werden weiterhin die Angehörigen
befragt», heisst es in einer Mitteilung. Die Angehörigen könnten dann einer Entnahme von Organen widersprechen, wenn dies dem mutmasslichen Willen der verstorbenen Person entspreche. Die neue Regelung gilt für Personen ab 16 Jahren, die in der Schweiz leben.

Im Unterschied zur Initiative bezieht der indirekte Gegenvorschlag explizit den Willen der Angehörigen mit ein, weshalb der Bundesrat das Volksbegehren ablehnt. Alain Berset schlägt weiter konkret vor, ein Register zu schaffen, «in dem ein Widerspruch einfach eingetragen werden kann. Die Bevölkerung soll breit über die neue Regelung und das Recht auf Widerspruch informiert werden.»

Spende ausserhalb des Spitals weiterhin nicht möglich

Der Bundesrat betont, dass auch mit dem Systemwechsel zur «erweiterten Widerspruchslösung» die Voraussetzungen für eine Spende gleich blieben. «Organe spenden können nur Personen, die im Spital einen Hirntod infolge Hirnschädigung oder Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden. Verstirbt jemand ausserhalb des Spitals, ist eine Organspende nicht möglich.»

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lulu am 13.09.2019 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Körper

    Eine Frechheit es ist mrin Körper über den befehle ich ,fertig schluss ich spende nicht und will auch nichts das geht den Bundesrat nichts an zudem ich bin kein ersatzlager

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  • diessi61 am 13.09.2019 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Zwang?

    Ich bin selber seit Jahren Organspender, aber eben auf freiwilliger Basis. Man sollte die Leute verstärkt darüber aufklären und nicht einen Zwang einführen. Sollte das angenommen werden, werde ich Widerspruch einlegen und nicht mehr als Spender zur Verfügung stehen, von dieser staatlichen Zwängerei halte ich nichts.

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  • Petra am 13.09.2019 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Lagerwechsel

    Ich bin heute bereit meine Organe zu spenden, werde aber nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes meine Haltung ändern. Aus Protest gegen die laufend zunehmende Bevormundung, Kontrolle, Überwachung und die Einschränkungen der persönlichen Freiheit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 15.09.2019 03:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für Spender von Spendern!

    Es sollte die einzig faire, korrekte Lösung her. Spenden ist zwar freiwillig, wer jedoch nicht Spender ist, darf auch kein Organ erhalten, konsequent! Diese Lösung ist radikal das stimmt aber nur so kann man den Egoisten beibringen, was ihr Handeln bewirkt! Fazit: auch viele Ethiker, die lieber die Organe verbrennen lassen, statt für die Spende zu sein, dürfen dann nicht jammern! So und jetzt votet alle schön down! Damit disqualifiziert ihr euch selbst, danke!

  • Weiser am 15.09.2019 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein degeneriertes Volk ist das hier?

    Sie berufen sich auf ihr Recht auf Körperunversehrtheit bis über den Tod hinaus . Sie sind aber gleichzeitig für Abortion. Da enden ihre moralische Skrupel und predigen über " heilige" Organe abrupt. Einfach nur beschämend.

    • Realist am 15.09.2019 03:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Weiser

      Stimmt völlig! Nur Leben töten, Abtreibung, ist in gewissen Situationen unumgänglich (Vergewaltigung). Aber Organe spenden, also Leben retten, nein Danke! So ist die heutige Einstellung...

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  • Dad am 14.09.2019 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Blutspende

    Tja.. Blut ist auch ein Organ. Sehr wichtiges sogar. Sollen wir auch konsequenterweise Blutspende verbieten? Wenn schon dann schon. Weg mit allen fremden Organen! Bluttransfusion ist auch eine Transplantation. Und ich bin kein Zeuge Jehovas

    • Realist am 15.09.2019 03:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dad

      Blut, Sanguis Lateinisch ist kein Organ sondern eine Körperflüssigkeit!

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  • Menschenkind am 14.09.2019 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    Viele gute Kommentare

    Die meisten Schreiber hier, sind dagegen. Gott sei Dank :-) Bitte geht dann auch abstimmen an der Urne. Nicht vergessen, wenn es so weit ist.

    • Realist am 15.09.2019 03:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Menschenkind

      Und nehmt alle auch keine Fremdorgane an, wenn ihr nicht spendet, das haben Sie vergessen zu schreiben! Tja euer Leben, euer Tod ohne Fremdorgan!

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  • Alex am 14.09.2019 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist nicht so einfach

    Berset hat die Sache falsch angegangen und falsche Frage gestellt. Er sollte eher vorschlagen dass Volljährige sich festlegen sollen ob sie selber bei Krankheit falls nötig Organempfänger sein möchten oder ablehnen. Die die es ablehnen muss man nicht nach Organspende fragen. Sie sind prinzipiell gegen Transplantation. Egal aus welchem Grund. Die aber die falls nötig gerne selber Organe empfangen würden dürfte man die unbequeme Frage stellen ob sie selber, im Todesfall ihre Organe spenden würden. Dann fängt man zu denken.