Traumjob Influencer

22. November 2018 05:49; Akt: 22.11.2018 13:13 Print

«Ich will mit Instagram Geld verdienen»

Vanessa und Vahram wollen über Social Media berühmt werden. Die umstrittene Berufsbezeichnung «Influencer» kommt nicht bei allen jungen Besuchern gut an.

(Video: 20 Minuten)
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Die Besucher der Berufsmesse Zürich hatten am Influencer-Stand von 20 Minuten am Mittwoch die Gelegenheit, Zeki, Gabirano und andere Social-Media-Stars mit Fragen zu löchern. Darunter waren auch junge Menschen, die selbst von einer Social-Media-Karriere träumen.

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Vanessa (22), Zürich, fightheart_a:
«Ich bin schon Mama und habe lange in Australien gelebt. Dort bin ich auch schon recht bekannt – aber als Model, nicht als Influencerin. Von Zeki und Co. wollte ich wissen, wie ich den Durchbruch auch in der Schweiz schaffen kann. Wie fanden sie so schnell Follower? Bei mir geht es rund um das Thema Fashion und Lifestyle. Auf meinem Insta-Account lade ich neben meinen Modelfotos vor allem Kleider- und Modeaccessoires hoch. Da bin ich nicht die Einzige, ich weiss. Aufmerksamkeit zu bekommen ist daher echt schwer. Dass sich die grossen Firmen melden und man Kooperationsverträge bekommt: unwahrscheinlich. Mein Ziel ist es, mit Instagram Geld zu verdienen. Sollte ich einmal so erfolgreich sein wie etwa Zeki, ist es mir trotzdem ein Anliegen, dass ich noch ich selbst bleibe. Auf Instagram darf man seine Natürlichkeit nicht verlieren. Das ist nicht einfach. Ausserdem will ich den Menschen zeigen, dass es jeder schaffen kann, erfolgreich zu sein.»

Vahram (27), Thun, vahram_boxing:
«Man lebt nur einmal. Nachdem ich mich für die Box-Olympiade qualifiziert hatte, kündigte ich 2015 meinen Job als Polybauer. Seither arbeite ich als Profiboxer und Personal Trainer. Ich will als Profiboxer berühmt werden. Fünf Sponsoren bezahlen mich jährlich als Werbeträger. Dazu erhalte ich Beiträge von Sponsoren, wenn ich Kampfauftritte habe. Zurzeit habe ich auf Instagram rund 4000 Follower. Wie viele Follower ich für meine Karriere brauche, kann ich nicht sagen. Für mich gibt es im Leben generell keinen Punkt, an dem ich sage: ‹Jetzt hast du es geschafft!›.

Mein Ziel ist nicht in erster Linie, durch Social Media Geld zu verdienen. Ich will darin meine Persönlichkeit voll entfalten, um so viele Menschen wie möglich zu motivieren, ihre Träume zu verfolgen. Ich habe keine einfache Vergangenheit. Mit neun Jahren kam ich ohne Vater aus ärmlichen Verhältnissen in Armenien in die Schweiz und erlebte einige Schicksalsschläge. Meine Vergangenheit machte mich zu einer starken Persönlichkeit. Anderen Menschen will ich mit einer grossen Reichweite vor allem Mut machen. Dass ich meinen gesicherten Job gekündigt habe, finde ich nicht krass. Meine Kollegen dagegen jammern immer über ihren Job und ändern trotzdem nichts – das ist krass.»

Kein Traumjob für alle

Am Influencer-Stand gab es aber auch viele kritische Stimmen und junge Besucher, die sich überhaupt nicht vorstellen konnten, Influencer zu werden. So fand etwa die 16-jährige Eda: «Ich stehe nicht auf Glamour und Fame. Deshalb ist mein Account auch auf Privatmodus geschaltet. Ich würde gern einmal medizinische Praxisassistentin werden.» Silas (15) will lieber Elektriker werden. «Influencer ist für mich kein richtiger Beruf. Das ist nichts für mich.» Rafael (15) findet den Beruf zwar interessant, aber nicht für sich selbst: «Ich würde nicht wollen, dass mich alle auf der Strasse ansprechen – wie hier etwa Zeki sofort erkannt wird.»

Auch Zeki, Gabirano oder Elena raten, zuerst eine richtige Ausbildung zu machen. Zeki: «Ich rate allen, das Influencertum zuerst als Hobby zu machen.» Mama-Bloggerin Elena ergänzt: «Es ist auch wichtig, dass du eine Nische findest und das machst, was du liebst. Dann kannst du auch erfolgreich werden.» Man sollte sich aber nicht stressen, sondern stetig verbessern. Hinter dem Job stecke nämlich auch richtig viel Arbeit, die nicht immer gut bezahlt sei, so Elena. Auch Ramona Bonbinzin sagt: «Wenn ich morgens erst um neun oder zehn Uhr zu arbeiten beginne, habe ich vorher meist bis um zwei Uhr morgens gearbeitet.» Vollständig ausgelastet ist auch Sephiron. «Als selbstständiger Content-Creator ist man eigentlich immer am Arbeiten.»

(bz/anp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tell's Lady am 22.11.2018 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schein statt Sein

    Mehr Schein als Sein! Was für neue "Traumjobs". Das wird in Zukunft viel Arbeit für Therapeuten+ geben!

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  • Herr Max Bänzli TOTAL Live am 22.11.2018 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Ich will mit richtiger Arbeit etwas Geld verdienen

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  • Loreley am 22.11.2018 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berufswahl

    Ein guter Handwerker ist viel mehr wert. Irgendwann werden nur noch ganz wenige Berufsleute handwerkliches Knowhow besitzen und das Stundensalär wird vermutlich höher sein als bei einem Anwalt :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • UPP am 22.11.2018 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich wiederhole mich gerne...

    Influencer ist weder ein Job noch ein Beruf.

  • Spatz am 22.11.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich möchte fliegen können....

    Ach ja, ich will Influencer werden, ich Model, ich Sänger.... natürlich können die alle auch was.... Oder halt Mal, können die meisten eben doch nichts?

  • Soensaich am 22.11.2018 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Influencer

    Tut das nicht ein wenig weh?

  • Kiki am 22.11.2018 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Bäh

    Muss echt befriedigend sein mit etwas was man überhaupt nicht braucht Geld zu verdienen, als ob es nicht schon genug Sinnlosjobs gibt.

  • Frau Meier am 22.11.2018 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeit

    Wie wäre es mit echter Arbeit? Die Welt braucht keine Selfie-Poser, sondern echte und gute Berufsleute, die etwas bewegen. Dieses Influencerzeugs kann man ja als Hobby machen.