«Gossensprache»

03. Juni 2015 23:31; Akt: 04.06.2015 10:57 Print

Beschwerde – 50-Jähriger findet SRF Virus ungeil

Eine Beschwerde bei der Ombudsstelle der SRG sorgt für Schmunzler: Ein Hörer enerviert sich über die angebliche «Fäkalsprache» der Moderatoren.

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Verwenden bei SRF Virus auch mal Jugendsprache: Die Moderatoren Robin Rehmann, Andi Rohrer und Anic Lautenschlager, hier am Blue-Balls-Festival in Luzern. (Symbolbild) (Bild: (c) SRF)

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Die Geschichte der nicht so schönen Wörter dürfte in etwa gleich alt sein wie die Geschichte der Entwicklung der Sprache. «Exkrementverzehrer», «Eselsglied», «Hurensohn» oder «Wandpisser»: Schon in vorchristlicher Zeit – alle Beispiele stammen aus dem Alten Testament der Bibel – wurde geflucht und beleidigt, was das Zeug hält, «dir selbst und der Scham deiner Mutter zur Schande», sozusagen.

Umfrage
Jugendslang auf SRF Virus: Geil oder ungeil?
42 %
10 %
14 %
14 %
20 %
Insgesamt 6759 Teilnehmer

Das gefällt – auch das ist eine historische Konstante – nicht immer allen. Ein Hörer von Radio SRF Virus legte jedenfalls beim Ombudsmann der SRG Beschwerde ein, wie das SRG-Inside-Magazin berichtet. Dem 50-Jährigen gefiel nicht, was er da zu hören bekam. Um die Musik sei es ihm nicht gegangen: Er bemängelte die «Gossensprache» der Moderatoren, er müsse sich «mehrfach Kraftausdrücke und Fäkalwörter» anhören.

«Geil» und «huere»: «keine Gossensprache»

Die Ombudsstelle konnte auf die Beanstandung nicht eingehen – sie erfüllte die gesetzlichen Voraussetzungen nicht. Stattdessen nahm Christoph Aebersold, publizistischer Leiter von Radio SRF Virus, Stellung. Der vom 50-Jährigen beanstandete Begriff «geil» gehöre seit Langem zur Umgangssprache, ebenso sei «huere» in der Schweiz «je nach Dialekt und Kontext ein üblicher umgangssprachlicher Ausdruck».

Schweizerdeutsch ist wie jede Sprache bei genauer Betrachtung voller Feinheiten: Es macht einen Unterschied, ob man von einer «geilen Huere» spricht oder etwas als «huere geil» bezeichnet. Das weiss man auch beim SRF. «Das Angebot von SRF Virus richtet sich an ein junges Publikum, wir begegnen unseren Hörerinnen und Hörern auf Augenhöhe und sprechen sie mit einer angemessenen Sprache an», sagt Aebersold zu 20 Minuten. Eine Verbotsliste werde nicht geführt, aber selbstverständlich schreite man ein, «wenn Wörter und Ausdrücke verwendet werden, die nur zur Effekthascherei eingesetzt werden und dem Thema nicht angemessen sind».

Der Jugendsender Virus, so steht es im offiziellen Kurzporträt, soll «ein Statement gegen den Mainstream sein». Das finden die einen ungeil, andere uhueregeil. Was auch immer man von Ausdrücken wie «geil» oder «huere» halten mag: Würde man sie als «Gossensprache» aus dem Äther verbannen, dann hätten auch die Mainstream-Sender ein Problem. Und zwar mit der beanstandeten Fäkalsprache: Viele Pop-Hits sind nicht zuletzt auch deshalb populär, weil «geil» noch gar nichts ist, weil der «real shit» doch oft erst im Refrain kommt.

(gbr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wegzapp am 04.06.2015 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gäääähn

    Finde es eher nervig, dass der Virus Andi Rohrer mit seinen platten Sprüchen und dem nervigen "ich-bin-auch-ein-Gitarrist" regelmässig am Samstag Morgen moderiert. Seine Ziel- und Altersgruppe pennt dann noch einen halben Tag. Und die, die schon am Zuhören sind, holt er nicht ab. Meint, er sei sooo witzig und beredt.....autsch...

  • Jung am 04.06.2015 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach herrje...

    Ehrlich jetzt? Die Umgangssprache der Jugend war und ist bis heute für jede vorangegangene Generation ein Übel... Das soll so sein. Denn die Jugend ist dafür da sich aus zu toben und aus zu leben! Jeden der dies stört sollte sich zurück erinnern wie es in seiner Jugendzeit war. Lasst diesen Radiosender einfach wie er ist. Es gibt genug andere Sender...

  • Jasmina am 04.06.2015 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Pubertäres Verhalten

    Die Damen und Herren sollten eigentlich aus der Pubertät entlassen sein. Offenbar brauchen sie etwas länger.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dixy am 05.06.2015 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denn los es ned!!

    Meine Güte ich höre gewisse Sender auch nicht gerne.. na und?!! Es gibt so ein "ding" da könnte man den Sender wechseln. Hmmhmm funktioniert wirklich, habs schon mehrmals angewendet.

  • Max T. Krüger am 05.06.2015 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VOM UMGANG MIT SEINEN KLIENTEN

    Klar, das ist ein Jugendsender, ein Programm für die jungen Leute. Soweit in Ordnung. Allerdings kenne ich keine Jugendlichen, welche Ausdrücke wie "Exkrementverzehrer" und dergleichen gebrauchen! Diese Ausdrucksweise stammt aus dem Sprachfundus der Moderation und erreicht nur eine kleine Mehrheit der Jungen! Über Kritik und eine Beschwerde mokiert sich DRS und reagiert mit Hohn und Spott! Leute, was stimmen wir in anderthalb Wochen? Wir sagen dezidiert NEIN zur "Billag-Vorlage"! Nein, nicht weil die "wüst reden", sondern weil sie ihre Klienten nicht ernst nehmen!

  • Housi am 05.06.2015 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lernt bei den Amis wie man Radio macht

    Ich frage mich wieso ich Bilaggebühren zahlen soll, für diesen Schrott, der SRF 1 und SRF 3 sendet! Von guter Musik haben die Programmverantwortlichen überhaupt keine Ahnung. Ich höre schon lange nur noch Internetradio und das ist gut so...

  • Steff am 04.06.2015 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Radio machen ist nicht einfach.

    Als ich 1995 in West Amerika Ferien machte hörte ich mit einem Radiorecorder während der Busreise Radio. Wir sind noch Meilen weit entfernt davon was wirklich gutes Radio sein könnte. Es ist jetzt 20 Jahre her.

  • dimitri .f am 04.06.2015 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    virus höhrer

    alle hater hier haben sicher noch nie regelmässig virus gehört und hören gerne david guetta. ich höre jetzt schon einige jahre drs/srf virus und bin immer noch maßlos begeistert. super sender. wenigstens für etwas hat sich die bilag gelohnt