Influencer-Werbung

12. Juli 2019 12:42; Akt: 15.07.2019 07:01 Print

Podladtchikov und Neff wegen Insta-Post gerügt

Die Lauterkeitskommission hat Iouri Podladtchikov und Jolanda Neff gerügt. Der Grund: Die beiden Sportler sollen auf Instagram Schleichwerbung betrieben haben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Schweizerische Stiftung für Konsumentenschutz hatte im Juni bei der Lauterkeitskommission gegen mehrere Prominente, unter anderem Mode-Influencerin Xenia Tchoumitcheva, Mountainbikerin Jolanda Neff sowie Tennisstar Roger Federer, Beschwerde erhoben. Der Vorwurf: Die Stars sollen auf Instagram Schleichwerbung betrieben haben.

Umfrage
Finden Sie die Beschwerde der Schweizerischen Stiftung für Konsumentenschutz gerechtfertigt?

Wie SRF berichtet, hat die Lauterkeitskommission nun zwei Beschwerden gutgeheissen. Sie rügt die beiden Sportler Iouri Podladtchikov und Jolanda Neff. Die beiden haben auf Instagram Zehntausende Follower. Schweizweit sind das die ersten Entscheide zu Influencer-Werbung.

«Aus rein persönlichen Interessen aufgeschaltet»

Bei Snowboard-Olympiasieger Iouri Podladtchikov war es ein Instragram-Post, der ihn vor dem Eingang eines Geschäfts des Sportartikelausrüsters Moncler zeigt. Für den Konsumentenschutz fehlte hier klar der «Hinweis auf bezahlte Werbung».

Die Lauterkeitskommission sah es ähnlich. So heisst es, dass «bereits ein erster Blick auf die Website des Beschwerdeführers zeigt, dass der fragliche Sportartikelausrüster offenbar einer von vier Sponsoren» von Podladtchikov sei. Es sei daher «nicht zu bestreiten, dass der fragliche Post im Rahmen der entgeltlichen Sponsoringbeziehung» erfolgt sei.

Mountainbike-Profi Jolanda Neff wurde ein Instagram-Post zum Verhängnis, der zwei Kreditkarten ihres Sponsors zeigt. Neff erklärte gegenüber der Lauterkeitskommission, künftig «alle solchen Beiträge klar mit #anzeige, #werbung. #ad, #sponserdby oder #powerdby» zu deklarieren».

Zwei Beschwerden stehen noch aus

Eine weitere Beschwerde gegen Michelle Hunziker wurde abgewiesen, zwei Beschwerden gegen Roger Federer und Mode-Influencerin Xenia Tchoumitcheva stehen noch aus.

Sara Stalder, Geschäftsführerin bei der Stiftung für Konsumentenschutz, zeigt sich erfreut: «Indem die Lauterkeitskommission unsere Beschwerden gutheisst, schafft sie für Influencer Klarheit.»

Der Konsumentenschutz erwarte nun «eine klare, konsequente und gut sichtbare Kennzeichnung von Werbeposts, und nicht einen versteckten, kurzen #Ad-Hashtag.» Schrift, Layout und eventuell auch die Farbe müssten den Hinweis deutlich hervorheben.

(mon)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spieglein Spieglein an der Wand am 12.07.2019 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich aber wahr

    Hoffe die kommen nicht zu mir. Fahre ein Opel und bin mit einem Bix Moutainbike unterwegs. Anstelle nur von Socken trage ich noch Schuhe von Josef Seibel und auf dem T-Shirt ist Werbung der Migros. Und nun kommt das Schlimmste., die Artikel sind nicht "neutralisiert" sondern für alle ersichtlich!

  • stef am 12.07.2019 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    so what?!

    Haben wir wirklich keine anderen Probleme? Ob jetzt der Hinweis auf bezahlte Werbung da steht oder nicht interessiert doch kein Schwein. Wissen tun's trotzdem alle, und falls es nicht so wäre beeiflusst das die Leute nicht anders. Darf ich mich jetzt auch nicht mehr mit einem Markenshirt, das ich geschenkt bekommen habe, irgendwo zeigen?

  • Kai Ahnig am 12.07.2019 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwierig

    Bei Podlatchikov kann ich die Kritik irgendwo nachvollziehen. Weiss man nicht, dass Moncler sein Sponsor ist (was wahrscheinlich die wenigsten tun), könnte man meinen, dass er einfach so die Marke mag. Neffs Post wiederum ist eigentlich so klar Werbung, dass gar niemand auf die Idee kommen könnte, sie postet das einfach privat. Aber klar, Regeln sind Regeln und Werbung muss gekennzeichnet werden. Federer hingegen kann ich gar nicht verstehen. Klar, er wird von Uniqlo bezahlt, aber bestimmt nicht für jeden einzelnen Post und ausserdem weiss es auch jeder. Generell ist es manchmal schwierig, alles zu trennen: Wenn Nike bspw. meine Lieblingsmarke ist und sie mich dann dafür bezahlen, ihre Kleider zu tragen, darf ich dann privat nicht mehr ohne Kennzeichnung sagen, dass ich die Marke mag - auch wenn ich für diese Aussage nicht bezahlt werde und das meine echte Meinung ist?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Worker am 12.07.2019 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist ein soooo grosses Problem

    Es wird immer schlimmer bei uns.... was darf oder muss man noch machen, ausser Steuern zu bezahlen und uns ausnehmen zu lassen? Trägt die Kleider andersrum.... sonst bekommt Ihr Ärger....

  • Typhoeus am 12.07.2019 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbung heisst

    automstisch: Geld stinkt nicht.

  • Sean Kwok am 12.07.2019 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Influencer

    Inluencer

  • Realist am 12.07.2019 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rosche?

    Ja und? Rosche Federer-Gelderer macht das jeden Tag?

  • RR Mansory am 12.07.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qui vadis Menschheit

    Wir sind ein Neiderfülltes Volk. Punkt!