Online-Warriors

04. Januar 2018 07:10; Akt: 04.01.2018 12:01 Print

No-Billag-Gegner greifen in Kommentarspalten ein

von P. Michel - Da im Netz Kommentare der No-Billag-Befürworter überwiegen, setzen die Gegner auf eigene Kommentarschreiber. Für die Initianten hingegen zählt nun die Mobilisierung.

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Mit diesem Plakat wirbt der Verein «Nein zum Sendeschluss» für ein Nein zur No-Billag-Initiative. Der Verein ist aber auch auf Social Media präsent (Symbolbild). «Facebook- und Onlinekommentare sind ein wichtiger Kampfplatz für die Meinungsbildung», sagt Mark Balsiger, Kampagnenleiter des Komitees «Nein zum Sendeschluss». Einige Supporter seien freiwillig im Einsatz, um «in den Kommentarspalten sachlich und mit guten Argumenten aufzuzeigen, welche verheerenden Konsequenzen ein Ja für die Medienlandschaft hätte». Die Operation Libero, die mit ihrer Crowdfunding-Aktion bereits mehr als 460'000 Franken gegen No-Billag gesammelt hat, ist in den Kommentarspalten ebenfalls präsent. «Wir entlarven Falschbehauptungen mit Fakten und suchen die Debatte», sagt Kampagnenleiterin Laura Zimmermann. Dafür verfassen rund 40 Freiwillige aus Überzeugung und in eigenem Namen Kommentare auf Social Media oder auf Newsportalen. Die eigenen Botschaften auch in die Online-Debatten zu tragen, ist nicht neu: Im Abstimmungskampf um die Abzocker-Initiative, die Managerlöhne begrenzen wollte, heuerte Economiesuisse 2012 laut «Tages-Anzeiger» gar Studenten im Stundenlohn an, die unter falschem Namen gegen die Initiative anschrieben. (Im Bild: Economiesuisse-Strategiepapier) Auch die Operation Libero, der ein massgeblicher Einfluss auf das Scheitern der Durchsetzungsinitiative zugeschrieben wird, setzte schon in der damaligen Abstimmung 2016 auf circa 30 freiwillige sogenannte Online-Warriors, die «die ganzen Trollkommentare auf Social Media bekämpfen» sollten. Kein Bedarf, in den Kommentarspalten aktiv zu werden, sehen hingegen die No-Billag-Initianten selbst. «Im Netz haben unsere Argumente verfangen, das zeigen die vielen Pro-Kommentare auf Social Media und in den Kommentarspalten», sagt Co-Initiant Silvan Amberg. Deshalb liege der Fokus ihrer Kampagne nicht auf der Meinungsbildung in den Kommentarspalten. «Die Meinungen sind nun weitgehend gemacht», glaubt Amberg. Nun gehe es darum, möglichst viele Befürworter auch an die Urne zu bringen. «Dafür haben wir einige grosse Flyer-Aktionen geplant.»

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Der Kampf um die Meinungshoheit bei der No-Billag-Initiative hat die Kommentarspalten erreicht. Der Grund dafür: Während sich laut der 20-Minuten-Abstimmungsumfrage Gegner und Befürworter die Waage halten, sieht es in den Kommentaren anders aus: Hier dominieren die Pro-Stimmen.

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«Facebook- und Onlinekommentare sind ein wichtiger Kampfplatz für die Meinungsbildung», sagt Mark Balsiger, Kampagnenleiter des Komitees «Nein zum Sendeschluss». Die Kommentatoren seien freiwillig im Einsatz, um «sachlich und mit guten Argumenten aufzuzeigen, welche verheerenden Konsequenzen ein Ja für die Medienlandschaft hätte».

Laut Balsiger arbeiten die Kommentarschreiber selbstständig, sie orientieren sich inhaltlich am Argumentarium des Komitees. Balsiger stellt fest, dass in den Kommentarspalten teils ein sehr rauer Ton herrsche. «Es ist sehr schwierig, mit Argumenten beizukommen, denn die allermeisten Kommentarschreiber hätten gefestigte Meinungen. «Beim Onlinedialog geht es folglich gar nicht darum, sie umzustimmen», sagt Balsiger. Vielmehr wolle man die passiven Leser erreichen. «Weit mehr als 90 Prozent aller Medienkonsumenten würden selbst nie einen Kommentar hinterlassen, sie lesen aber mit und bilden sich auch auf diese Weise eine Meinung.»

Operation Libero beschäftigt 40 Online-Warriors

Die Operation Libero, die mit ihrer Crowdfunding-Aktion bereits mehr als 460'000 Franken gegen No-Billag gesammelt hat, ist in den Kommentarspalten ebenfalls präsent. «Wir entlarven Falschbehauptungen mit Fakten und suchen die Debatte», sagt Kampagnenleiterin Laura Zimmermann. Dafür verfassen bei Operation Libero rund 40 Freiwillige aus Überzeugung und in eigenem Namen Kommentare auf Social Media oder auf Newsportalen. Laut Zimmermann dürften aber noch mehr Gegner in die Tasten hauen: «Viele nerven sich zwar ob der vielen haltlosen Kommentaren aus dem Ja-Lager, schreiben aber selbst keine Kommentare.»

Die eigenen Botschaften auch in die Online-Debatten zu tragen, ist nicht neu: Im Abstimmungskampf um die Abzocker-Initiative, die Managerlöhne begrenzen wollte, heuerte Economiesuisse 2012 laut «Tages-Anzeiger» gar Studenten im Stundenlohn an, die unter falschem Namen gegen die Initiative anschrieben. Mark Balsiger bezeichnete dies damals als «hässliche Blüte, die der Abstimmungskampf getrieben hat». Deshalb publizieren die Kommentarschreiber des Komitees «Nein zum Sendeschluss» mit ihren Klarnamen.

Auch die Operation Libero, der ein massgeblicher Einfluss auf das Scheitern der Durchsetzungsinitiative zugeschrieben wird, setzte schon in der damaligen Abstimmung 2016 auf 30 freiwillige sogenannte Online-Warriors, die «die ganzen Trollkommentare auf Social Media bekämpfen» sollten. «Wir gehen davon aus, dass dies einige Unsichere noch ins Nein-Lager gezogen hat», sagt Laura Zimmermann. Auf denselben Effekt hofft sie bei No-Billag.

No-Billag-Initianten: «Die Meinungen sind gemacht»

Kein Bedarf, in den Kommentarspalten aktiv zu werden, sehen hingegen die No-Billag-Initianten selbst. «Im Netz haben unsere Argumente verfangen, das zeigen die vielen Pro-Kommentare auf Social Media und in den Kommentarspalten», sagt Co-Initiant Silvan Amberg. Deshalb liege der Fokus ihrer Kampagne nicht auf der Meinungsbildung in den Kommentarspalten. «Die Meinungen sind weitgehend gemacht», glaubt Amberg. Nun gehe es darum, möglichst viele Befürworter auch an die Urne zu bringen. «Dafür haben wir einige grosse Flyer-Aktionen geplant.»

Auch Kampagnen-Profi Daniel Graf glaubt, dass sich die meisten Bürger schon entschieden haben, was sie stimmen werden. Er ist deshalb skeptisch, ob es sich noch lohnt, freiwillige Helfer als Online-Warriors einzusetzen. «Mit Argumenten die Debatte zu prägen, ist zwar ein guter Ansatz.» Doch in der jetzigen Phase gehe es darum, wer sein Lager motivieren könne, auch an die Urne zu gehen. «Ich glaube, dies wird bei der No-Billag-Abstimmung entscheidend sein.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KL am 04.01.2018 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    ... wenn man überlegt, dass diese ganze Diskussion nur auf die Frage zurückgeht, wie man in der Schweiz die Medien finanzieren will. Die Billag ist Schrott und gehört auf den Scheiterhaufen der Geschichte. Aber Medienfinanzierung für eine demokratische und freiheitliche Schweiz ist lebenswichtig. Es wäre am Bundesrat hier die richtigen Signale zu setzen. Stattdessen läuft hier ein medialer Grabenkrieg, der am Ende alle verlieren lässt.

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  • Bill Weber am 04.01.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das wird ihnen auch nichts nutzen...

    ... und auf den langweiligen Bestatter kann getrost verzichtet werden. No Billag wird angenommen weil die Bevölkerung genug von überrissenen Zwangsgebühren hat.

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  • peaches am 04.01.2018 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Ist schon lange gemacht und da können solche Libero Kämpfer rein gar nichts mehr bewirken; ausser mir ein müdes Lächeln ins Gesicht zaubern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • FASANO am 04.01.2018 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Darum ist no Billag gerechtfertigt.

    Die Meinung ist schon lange gebildet. Daran ändern die Kommentare der No-Billaggegner gar nichts. Die zwangsverordnete Empfangsgebühr ist nur der Anfang und ebnet weiteren Begehrlichkeiten von Bundesbetrieben den Weg. So bezahlen Sie dann den SBB für bspw. ein GA, obschon Sie den öV nie oder ganz selten benutzen. Oder den PTT für die Spedition von Briefen und Paketen eine hohe Pauschalsumme, obschon Sie deren Angebot höchst selten bis gar nie benützen. Auch könnten Sie von Swisscom happig für Fantasietelefonkosten pauschal belangt werden.

  • Philipp am 04.01.2018 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Und im Anschluss

    gleich das Krankenkassenobligatorium aufheben! Soll jeder selber entscheiden dürfen ob er eine Krankenkasse braucht oder nicht! Da kann man nämlich jeden Monat locker 365Fr. sparen! Und im schlimmsten Fall bekommt man aufwendige Operationen oder Organe auch viel günstiger in Osteuropa!

  • thomas am 04.01.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ziel verfehlt

    ich bin jetzt schon gespannt was nach der Abstimmung alles geschriebn wirt wenn jedem bewusst wird das man unterumständen mitverantortlich ist für massenentlassungen,ich wede sicher gegen die no billag stimmen,alle die sie abschaffen wollen werden sich dann auch nicht wundern wenn der autoradio sehr ruhig sein wird.

  • Käthi am 04.01.2018 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    TV Konsum schädlich

    TV zu schauen ist schädlich für die Gesundheit, das wird einem immer wieder gesagt, also warum Fernsehkonsum mit einer unnötigen Steuer, die Billag heisst, subentionieren? Tun wir etwas gutes für die Bevölkerung.

  • Grendel am 04.01.2018 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Repräsentativ? Nein

    Zum Glück sind die Kommentare nicht Repräsentativ. War gut zu sehen bei der Energieinitative. Hauptsächlich negative Kommentare gegenüber 60% Ja Stimmen. Da fragt man sich wieviel Trolle und Bots Aktiv sind um Meinungsbildung zu betreiben.