Serafe

17. März 2019 07:38; Akt: 17.03.2019 10:27 Print

Billag-Nachfolger beklagt sich über zu viel Arbeit

Die Serafe kommt mit dem Schwall an Reklamationen nicht zurecht. Eine SP-Politikerin hat jetzt das Vertrauen in das Unternehmen verloren.

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Seit Beginn des Jahres ist die Firma Serafe für die Versendung der Rechnungen für die Radio- und Fernsehgebühren in der Schweiz verantwortlich. Zuvor hatte die Firma Billag die Rechnungen ausgestellt. Bereits bei den ersten 3,6 Millionen Rechnungen, die Serafe verschickte, zeigten sich allerdings Probleme. Viele Adressen waren fehlerhaft. Weil auf den Rechnungen stand, bei Problemen solle man sich bei der Einwohnerkontrolle melden, wurden diese regelrecht mit Anfragen überflutet.

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Laut der «Aargauer Zeitung» gingen allein im Zürcher Bevölkerungsamt 3000 Anrufe diesbezüglich ein. In Bern waren dies 900 Anrufe und 1200 Datensätze mussten geprüft werden. Dies stoppte allerdings, als das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) entschied, dass künftig nur noch die Serafe als Auskunftsstelle fungieren soll und nicht mehr die Gemeinden.

«Sehr grosser Mehraufwand»

Darüber zeigt sich die Serafe nun verärgert. Mediensprecher Erich Heynen spricht gegenüber der «AZ» von einem sehr grossen «Mehraufwand», der jetzt bewältigt werden müsse. Nicht nur müsse man sich nun um «Tausende von Reklamationen» kümmern, sondern bekomme auch noch Informationen, die sie gar nichts angingen. So melden ihnen viele Leute beispielsweise unnötigerweise ihren Umzug. Mit einem solchen Mehraufwand habe man schlicht nicht gerechnet.

Die SP-Nationalrätin Ursula Schneider verurteilt dies. Vom Bundesrat will sie wissen, ob es zutreffe, dass die Serafe vor dem ersten Grossversand weder einen Testlauf noch eine Simulation durchgeführt hat. Es gehe schliesslich nicht, dass die Gemeinden eine Arbeit übernehmen müssen, für welche der Bund eine Firma bezahlt.

«Das wird zu unschönen Situationen führen»

Es sei offensichtlich, dass der Serafe die nötige Erfahrung fehle. Die Vize-Stadtpräsidentin von Murten geht aber noch weiter: «Der Bundesrat könnte zum Beispiel prüfen, vorzeitig aus dem Vertrag auszusteigen.»

Mit diesem Vorschlag wird sich der Bundesrat am Montag während der Fragestunde des Nationalrats auseinandersetzen. Die Rechnungen der Serafe dürften aber noch eine Weile länger fehlerhaft verschickt werden. Der Firma ist es nämlich nicht erlaubt, falsche Adressen selbst anzupassen. «Das wird zu unschönen Situationen führen», so Heynen. Eine Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Serafe und Bakom ist also nach wie vor unumgänglich. Ein entsprechendes Treffen zwischen den Parteien konnte aus Termingründen aber erst auf Anfang April angesetzt werden.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stirnrunzler am 17.03.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht über Steuern?

    Warum wurde die Gebühr nicht mit den Steuern zusammen eingezogen? Der gleiche Empfängerkreis, ein funktionierendes System und würde Millionen an Kosten sparen.

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  • Wigorand am 17.03.2019 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Bevor man sich für einen Auftrag bewirbt und das grosse Geld wittert, muss man halt vorgängig genau abklären, was für Aufwand auf einen zukommen könnte. Und auch befähigt sein, diesen zu bewältigen.

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  • Schorsch am 17.03.2019 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Reklamationen abschaffen ganz einfach

    Indem man die Serafe komplett zu 100% total abschafft. Niemand (ausser die welche dabei gewinnen) will diese Zwangsgebühr für einen Sender welcher von 0,5% der Bevölkerung gesehen wird. 90% des Volkes will keine Zwangsgebühr, nur leider sind alle zu faul zum abstimmen. Schöne Demokratie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schirna am 19.03.2019 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ja so ist es

    Wenn man so etwas Bezieht dann muss man auch die Korrekten Rechnungen Bezahlen! Punkt!

  • am 19.03.2019 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Das bin ich nicht

    Das ist wie bei Michael Jackson, der wollte auch weiss sein.

  • RTVG Art. 69 am 19.03.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der Fisch stinkt vom Kopf her

    Das Problem ist vielseitig. Die Billag hat gemacht was sie wollte und das gab ihr "Flexibilität". Die Gemeinden wären seit jeher und spätestens seit 2006 und der Registerharmonisierung gut beraten, sie würden ihre Register sauber führen; machen sie aber nicht. Die Serafe hat einen unsauber formulierten und nahezu unmöglichen Auftrag übernommen und wurstelt nach Prinzip Hoffnung => Chaostruppe. Aber der Mega-Fail liegt beim UVEK & Parlament: RTVG Art. 69 mit Abgabepflicht nach "Haushaltsbildung" / Solidarhaftung gem. Registerdaten ist ein totales Unding. Das muss weg.

  • Markus am 18.03.2019 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Korrekt

    da gehöre ich wohl zu den wenigen, die nur eine und dazu noch korrekte Rechnung erhalten hat. Für ein halbes Jahr 182 Franken.

  • Fabian am 18.03.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Und der Steuerzahler...

    fragt sich, wessen Vetter denn bei der Serafe arbeitet und warum denn Zahlungen an den Staat/Kanton nicht über die Steuererklärung abgewickelt werden können. Follow the money, dann seht Ihr wer profitiert.

    • Schirna am 19.03.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      Ja so ist es

      Fabian , das währe eine Gute Lösung!

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