Radio- und Fernsehgebühren

08. März 2011 08:44; Akt: 08.03.2011 10:49 Print

Billag verdient 3,5 Millionen Franken

von R. Nicolussi, Bern - Das Einkassieren von Radio- und Fernsehgebühren scheint sich zu lohnen. Die Billag schreibt jährlich über 3 Millionen Franken Gewinn - Tendenz steigend.

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Ein Geschäft, das sich lohnt: Das Eintreiben von Radio- und Fernsehgebühren. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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462.40 Franken Gebühren kostet in der Schweiz der private Empfang von Radio und Fernsehen. Insgesamt nimmt die Inkasso-Stelle Billag jedes Jahr 1,3 Milliarden Franken ein, die sie nach Abzug der eigenen Kosten der SRG sowie dem Bund weiterleitet. Allerdings bleibt dabei auch ein Batzen für die Billag selbst zurück.

Je 3 Millionen Franken Gewinn schrieb die hundertprozentige Swisscom B”rsenkurs-Tochter in den Jahren 2008 und 2009, wie Medienministerin Doris Leuthard am Montag auf eine Frage der Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli sagte. 2010 betrug der Gewinn aus dem Gebühreninkasso gar 3,5 Millionen Franken. Laut Leuthard sieht der Vertrag mit der Billag eine erfolgsorientierte Abgeltung vor.

Je höher der Gebührenertrag, desto höher der Gewinn

«Je höher der eingebrachte Gebührenertrag ist, desto höher die Abgeltung», so die Bundesrätin. Der Gewinn ergebe sich, indem von der Abgeltung alle Kosten für die Leistungserbringung in Abzug gebracht würden. Der Gewinnanstieg im letzten Jahr führte Leuthard darauf zurück, dass auch der Gebührenertrag gestiegen sei.

Auf die Frage Ricklis, ob der Bundesrat bereit sei, bei der Neuausschreibung des Inkasso-Auftrags 2014 solche Millionengewinne zu unterbinden, ging die Bundesrätin nur indirekt ein. Sie hielt lediglich fest, dass Bundesaufträge mit Gewinnmöglichkeiten verbunden sein müssten. Der Bundesrat sei aber bereit, «bei der nächsten Ausschreibung weitergehende Transparenzvorschriften zu formulieren, als sie heute bestehen». Dies wird bereits von der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates gefordert.

Stillschweigen über Abgangsentschädigungen

Zugeknöpft gab sich Leuthard auf eine Frage von Ricklis Parteikollege Alfred Heer. Dieser wollte wissen, wie viele Franken Gebührengelder beim Schweizer Fernsehen für Abgangsentschädigungen gebraucht würden. Die Medienministerin bestätigte Angaben der SRG, wonach langjährige Kadermitarbeiter bei ihren Abgängen mit bis zu zwölf Monatslöhnen entschädigt werden. Die Entschädigungen würden zu drei Vierteln mit Gebührengeldern beglichen. Über die Abgangsentschädigung des ehemaligen Fernsehchefs Ueli Haldimann äusserte sich Leuthard nicht, da dieser mit der SRG Stillschweigen vereinbart hatte. Die Zeitung «Sonntag» hatte Ende Januar geschrieben, Haldimann erhalte 330 000 Franken.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tina am 08.03.2011 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Non Profit Organisation

    Die Billag sollte eine Non Profit Organisation sein, schliesslich arbeitet sie für den Staat und allfälliger Überschuss gehört den Billagzahlern, eine Frechheit, dass die so viel Gewinn machen, was machen die überhaupt mit diesem Gewinn, etwa Mio-Boni auszahlen?

  • hallihallo am 08.03.2011 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    CHF 200.- sind genug

    Es gibt bereits eine Petition...

  • Doktor Klöti am 08.03.2011 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen subito

    Die teuersten Konzessionsgebühren in ganz Europa und die unbeliebteste Firma in der ganzen Schweiz (noch vor Cablecom!). Und jetzt auch noch Gewinn bei einer Firma, die für die Allgemeinheit arbeiten sollte. Bei solchen Missständen braucht es nun endlich eine Volksinitiative. Die heilige Kuh SRG muss in die Schranken gewiesen werden. Schafft die Gebühren ab!

Die neusten Leser-Kommentare

  • P.R. am 09.03.2011 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Populistische Ablenkungsmanöver....

    JA, Billag ist so nicht akzeptierbar. ABER wir Konsumenten werden laufend auch anderswo von der Politik über den Tisch gezogen: Die Verschärfung der AGB (das Kleingedruckte in den Allgemeinen Vertragsbedingungen) wird sang- und klanglos im NR versenkt, die Buchpreisbindung ist wieder eingeführt, Importeure geben Währungsgewinne nur ungenügend weiter etc. etc. etc. Und solcher geschickt agierender populistischer Politik geben wir noch unsere Stimmen. Wo bleibt der Aufstand der Konsumenten? Wo bleibt die ehrliche Interessenpolitik für die KonsumentInnen und Konsumenten? Es ist Wahljahr!

  • Daniel am 08.03.2011 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Billag abschaffen

    Billag abschaffen, wir haben bereits ein staatliches Inkasso Unternehmen, die Steuerbehörden. Damit könnte man 3.5 Mio sFr jährlich einsparen.

  • hallihallo am 08.03.2011 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    CHF 200.- sind genug

    Es gibt bereits eine Petition...

  • Heidi am 08.03.2011 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Der Witz an der ganzen Sache ist ja, dass man beim Digitalen TV schauen zweimal gebühren bezahlen muss: einmal die Grundgebühr des Anbieters und einmal bei Bilag... macht überhaupt keinen Sinn... Niemand weiss, warum man noch Bilag bezahlen muss...

  • Privater am 08.03.2011 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schweinerei

    Alle Sender müssen ihr Geld selber verdienen.. Ausser das SF Schweinerei!