Homosexualität «heilbar»

21. Mai 2015 11:24; Akt: 21.05.2015 11:24 Print

Bischof von Sitten fühlt sich missverstanden

Mit seinen Aussagen, Homosexualität sei «heilbar», hat der Bischof von Sitten die Lesbenorganisation Schweiz verärgert. Nun erklärt er sich.

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Der Bischof von Sitten sagt, seine Aussagen über Homosexualität seien missverstanden worden. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

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In einem Interview mit der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» bezeichnete der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, Homosexualität als «Schwäche der Natur», die «geheilt» werden könne. Die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) reagierte schockiert und empört. Generalsekretärin Barbara Lanthemann sagte: «Wir hoffen, dass der Bischof die Worte findet, um das zu korrigieren, was wir als verbale Entgleisung betrachten.»

In einem Interview mit «Le Matin» nimmt der Bischof nun Stellung zu der Kontroverse: Er habe niemanden verletzen wollen.

«Ich war überrascht und traurig»

Am Mittwoch ist Lovey von einer Konferenz in Frankreich zurückgekehrt. «Ich war sehr überrascht und traurig, zu sehen, welche Reaktionen meine Aussagen in der Zwischenzeit ausgelöst haben», sagt er. Insbesondere bedauere er, dass er missverstanden worden sei.

«Wie ich bereits zuvor sagte, sehe ich Homosexualität nicht als Krankheit. Ich kenne Personen, die bloss vorübergehende homosexuelle Tendenzen hatten – und wollte nicht verallgemeinern. Den Begriff der ‹Heilung› verwendete ich als Umschreibung für die persönliche Erfahrung einer Person, die diesen Ausdruck auch selber benutzt», so der Bischof.

Es sei verrückt, wie schnell sich die öffentliche Meinung ändern könne. «Es ist noch nicht lange her, dass die Presse über mich im Rahmen eines Treffens als ‹Priester der Homosexuellen› berichtet hat.» Mit der Organisation LOS hat sich Lovey bereits getroffen – und werde es auch in Zukunft tun. «Ich verweigere nie einen Dialog. Ich hoffe, dass sich das Missverständnis schnell aufklärt.»

(ced)