Steckt Betrug dahinter?

07. März 2019 07:59; Akt: 07.03.2019 08:08 Print

Bitcoin-Portal wirbt mit Fake-Interview von Federer

Eine Bitcoin-Seite wirbt mit Roger Federer. «Wird die Tennislegende den Sport aufgeben?», fragt das Portal. Es ist nicht der erste Fall.

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Roger Federer ist der erfolgreichste Tennisspieler der Schweiz – und wirbt für ein Bitcoin-Portal. Das will zumindest ein Internet-Portal glauben machen. Die Seite, die im Layout an Spiegel.de angelehnt ist, wirbt auf der Seite «Brinkdeals» für das Portal «The Bitcoin Code». Der Titel des Artikels: «Wird Tennislegende Roger Federer den Sport aufgeben, um den Sprung in die Fintech zu wagen?»

Im Artikel wird auf ein Exklusivinterview verwiesen, das Federer dem Journalisten Stan Morano von Radio Basilisk gegeben haben soll. Darin habe er das Bitcoin-Portal als «etwas Besonderes» gelobt, das «Menschen wirklich helfen könnte». Es gebe «alltäglichen Schweizer Jugendlichen die Möglichkeit, reich zu werden und ihren Träumen zu folgen».

Radio Basilisk behält sich «rechtliche Schritte vor»

Nur: Der Journalist Stan Morano existiert nicht, und ein solches Interview hat es nie gegeben. Das bestätigt Roger Federers Anwalt gegenüber 20 Minuten. Auch Basilisk-Programmleiter Jean-Luc Wicki sagt, das Gespräch habe nie stattgefunden, und: «Einen Mitarbeiter mit solchem Namen gab es nie bei uns». Man habe erst durch die Anfrage von 20 Minuten vom Fake-Interview erfahren. «Wir behalten uns rechtliche Schritte vor.»

Die Betreiber der Seite waren für 20 Minuten nicht erreichbar. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass das Portal mit erfundenen Empfehlungen von Prominenten auf sich aufmerksam macht. So wirbt das Portal etwa mit der Aussage, dass Carsten Maschmeyer im Rahmen der TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» 2,5 Millionen Euro investiert habe – eine Falschbehauptung. Auch mit Investor Frank Thelen aus der Sendung wurde für das Portal geworben. Der stellte gegenüber der «Morgenpost» klar, dass er das nie getan habe.

Wer beim Portal mitmachen will, muss in einem ersten Schritt umgerechnet 330 Franken einzahlen. Verschiedene Portale warnen, dass es sich dabei um Vorschuss-Betrug handeln könnte. Anzeigen, in denen Prominente mit erfundenen Statements für das Portal werben, erscheinen häufig auf Facebook.

Das Bundesamt für Polizei teilte auf Anfrage mit, dass für die Strafverfolgung der Betroffene – in diesem Fall also Roger Federer – Strafanzeige einreichen müsste.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrea am 07.03.2019 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reingefallen

    Ich bin denen leider auch auf den leim gegangen, in 5 schwachen minuten... damals haben sie auf der bluewinseite mit einem interview mit sandro brotz und susanne wille angeblich aus der rundschau werbung gemacht! Ich hab es eigentlich sofort gemerkt nachdem ich eingezahlt habe, man wird per telefon und mail terrorisiert. Ich frage mich, wie die an solchen orten inserieren können! Ich bin vorher noch nie auf sowas reingefallen, aber diese beiden prominenten habem mit sicherheit suggeriert...passiert mir nie wieder!

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  • Wikinger am 07.03.2019 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo

    Man kann einfach jemandem etwas anhängen...und dann noch diesem unbescholtenen Grossen Sportler!!!ich glaub das einfach nicht!!eine Unverschämtheit!!!

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  • RR am 07.03.2019 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höhle der Löwen

    Das ist dieselbe Betrugsmasche und auch dieselbe Seite, die bereits mit der Sendung 'Höhle der Löwen' warb. Selbstverständlich auch Fake. Und auf Bluewin und andern Portalen wird, trotz Info, weiter damit geworben

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Test Bitcoin am 08.03.2019 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Test - Betrug

    Habe ein Profil angelegt zu Testzwecken. Kein Geld eingezahlt. 1. es ist nicht möglich, ein kompliziertes Passwort zu wählen mit Sonderzeichen. Sehr unsicher. 2. Das Passwort wird einem per Mail unverschlüsselt zugemailt. Geht's noch. 3. die Seiten sind anonym und scheinen niemandem zu gehören. Sehr misteriös. 4. Das ist eher ein Schneeballsystem als eine Tradingsoftware 5. Man wird täglich mehrmals per Tel. belästigt, wenn man die Nr. nicht blockiert. Sehr aggressiv, nicht seriös.

  • Beeri am 08.03.2019 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Wieso geht überhaupt jemand noch auf ein Bitcoin Portal? Um zu trauern ob der entgangenen Gewinne?

  • Roberto Tschegger am 08.03.2019 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Wo ist das problem das federer dafür kein honorar bekommt er kann ja die anbieter jetzt verklagen auf millionen hat ja noch zu wenig und erst noch ohne was dafür zu machen inkl gratis werbung

  • fili am 08.03.2019 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg mit dem

    Bitcoins ok, oder auch nicht. Aber nicht schon wieder dieser Typ .. hoffentlich geht's schnell in Indian Wells, dann haben wir wieder Ruhe von diesem Herrn Rogger

  • Big D am 07.03.2019 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nocht sehr glaubhaft.

    Wer Roger einen Playboy nennt hat bei mir schon die ganze Glaubwürdigkeit verspielt!

    • Kein Federer sondern Beckerfän am 08.03.2019 09:12 Report Diesen Beitrag melden

      Ich hatte einmal gehört

      ich spiele Tennis, und meine Manager schauen aufs Geld. Diese Aussage hat mich dazumal enttäuscht. Heute kanns anders aussehen.

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