Forderung von Ogi

27. Juli 2014 13:27; Akt: 27.07.2014 13:27 Print

Blatter soll WM-Vergabe an Putin überdenken

Die nächste Fussball-Weltmeisterschaft soll in Russland stattfinden. Alt Bundesrat Adolf Ogi fordert Fifa-Präsident Sepp Blatter nun dazu auf, Alternativen zu prüfen.

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Mit der Durchführung der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 hat die Fifa Russland betraut. In den Niederlanden fordern Politiker und Sportfunktionäre nach dem Abschuss von Flug MH17 bereits einen Boykott des Grossanlasses. Jetzt werden auch in der Schweiz Stimmen laut, die Fifa solle darüber nachdenken, Russland die Durchführung des Turniers abzuerkennen.

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Sollte die Fifa Putin die WM 2018 wieder wegnehmen?
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Adolf Ogi, alt Bundesrat und ehemaliger UNO-Sonderberater für Sport, sagt zur «Zentralschweiz am Sonntag», die aktuellen Entwicklungen würden die Fifa in eine ganz schwierige Situation bringen. «Die WM-Vergaben an Russland und Katar sind mit Unsicherheiten verbunden, die Alternativplanungen erfordern. Zweimal werden Fussballweltmeisterschaften in Staaten stattfinden, die unserem Demokratie- und Rechtsverständnis nicht entsprechen. Das führt vielerorts zu Kopfschütteln.»

«Blatter ist in starker Position gegenüber Putin»

Bevor man handle, müssten zwar die Umstände aufklären, die zum Abschuss des Flugzeugs in der Ukraine geführt haben. Die Fifa müsse sich aber bereits jetzt Gedanken über Alternativen machen. «Sollte es wirklich ein russischer Abschuss gewesen sein, hat die Fifa ein ganz grosses Problem», sagt Ogi zum «Sonntagsblick». «Die Fifa muss dann in Erwägung ziehen, die WM nötigenfalls Russland zu entziehen.»

Sepp Blatter sei als Fifa-Präsident aber auch gleichzeitig in einer starken Position gegenüber Putin. Er könne im jetzigen Moment sogar mehr bewirken als die USA. «Russland die WM zu entziehen oder sie zu boykottieren wäre eine weitaus stärkere Waffe als die wirtschaftlichen Sanktionen.»

Bereits in drei Jahren soll in Russland der Confederations-Cup stattfinden, der jeweils ein Jahr vor der Meisterschaft im Stil einer Generalprobe abgehalten wird. Rostow am Don – einer der Austragungsorte – liegt nur 200 Kilometer entfernt vom umkämpften Donezk in der Ukraine. Ogi sagt dazu: «Eine weitere Unsicherheitssituation kann Putin sich nicht leisten. Er wird daher alles tun, um die Sicherheit zu 100 Prozent zu gewährleisten. Wichtiger ist jedoch, dass Russland das Spiel mit dem Feuer sofort beendet und gemeinsam mit den internationalen Organisationen und seinen Nachbarn dafür sorgt, dass wieder Frieden in der Region einkehrt.»

Fifa betont positive Wirkung der WM

Bei der Fifa heisst es auf Anfrage des «Sonntagsblicks», sie nehme ihre Verantwortung als Fussball-Weltverband sehr ernst und unterstütze jegliche friedliche und demokratische Debatte.

Die Geschichte zeige, dass ein Boykott von Sportveranstaltungen oder eine Politik der Isolation oder Konfrontation nicht zu den effektivsten Methoden der Problemlösung gehören würden. Eine WM könne eine Lage positiv verändern. «Die Fifa ist überzeugt, dass dies auch bei der Fifa-Fussball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland der Fall sein wird.»

(nsa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • put in am 27.07.2014 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    for sure...

    man sollte eher blatter die "WM" wegnehmen

  • Munin am 27.07.2014 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wach auf!

    Ja sicher. Wegen dem einen Abschuss wird ein Riesendrama gemacht. Alle setzen sich rechtfertig dahinter, aber die US-Drohnen welche ständig Zivilisten Ermorden in Afrika und anderswo, die sind nicht erwähnenswert. Wos schön politisch passt kann sich der Kleingeist laut aufregen und selbstgerecht seine Dummheit zum Besten geben. Stellt sich hinter "den Westen" gegen die "bösen Russen", aber gegenüber deren Ungerechtigkeiten ist er auf beiden Augen blind. Wach auf, Mensch!

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  • E. Birrer am 27.07.2014 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sport von Politik trennen...

    Herr Ogi und alle anderen Politiker die den Sport für Ihre Politik missbrauchen sollen doch in den Ruhestand gehen und Ruhe geben. Sport ist eine der einzigen Tätigkeiten die weder die Religionszugehörigkeit noch die politische Ausrichtung als Vorbedingung haben um an einem Völkerübergreifendem Anlass teilzunehmen und zwar friedlich. Welche Falschinformationen sind uns von der ganzen Presse vor Sotschi in sämtlichen Medien aufgetischt worden! Diejenigen die daran teilgenommen haben zeichneten uns ein ganz anderes Bild. Die FIFA ist kein politisches Parkett.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ist halt so am 28.07.2014 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Flugzeug Absturz

    War es wirklich Russland? Macht doch keinen Sinn Monatelang bekämpfen sich die Schon und keiner weder EU/USA kann was unternehmen logisch ist auch nicht ihr Ding. Jetzt wo der Flieger Abgeschossen wurde kann jeder Rumschnüffeln und Spionieren ist jetzt eine Internationale Angelegenheit.

  • Martin Meier am 28.07.2014 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WM

    Das geht uns Schweizer überhaupt nichts an ! Wieso muss sich da Hr. Ogi wieder einmischen ,aber das halt auch ein EU Freund ! Viel gutes ,hat er in seiner Laufzeit , auch nicht gebracht !

  • patrick h. am 28.07.2014 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    danke an die stimmenden

    Am Anfang der Ukraine Kriese war ich verwundert warum so viele Menschen zu Putins Russland halten. Nach dem Abschuss von MH17 hat sich das geändert. Nun liest man hier aber wieder vermehrt undifferenzierte Pro Russland Kommentare. Man könnte meinen die Stimmung schlägt wieder um. Aber zum Glück sieht man bei der Abstimmung oben klar, dass die Pro Russland Kommentare hier eine absolute Minderheit sind. Die Mehrheit der Leser scheint zu verstehen wer Aggressor ist und wer sich um das Volk kümmert. Putin go home!

  • baba am 28.07.2014 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    indirekt ist russland schuld

    alle die hier meinen Russland werde zu Unrecht beschuldigt denen sollte mal der Kausalzusammenhang klar werden. Auch wenn nicht Russland geschossen hat ist doch klar, dass wenn Russland die Krim nicht zurück erobert hätte (nebenbei nicht sehr legal) hätte es keine bewaffneten Seperatistegruppen gegeben, Urkaine hätte sich nicht verteidigen müssen und somit wäre es niemals zum Absturz gekommen völlig egal wer nun geschossen hat oder nicht.... Indirekt sind die Russen schuld.

    • mako am 28.07.2014 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Noch weiter denken

      Machen sie bitte mit dem Kausalzusammenhang noch weiter. Weshalb haben die Russen die Krim geholt und wer hat die vorgängigen Demos in die Wege geleitet usw.

    • Russin am 28.07.2014 15:08 Report Diesen Beitrag melden

      Nervt

      Baba, bist von der Ukraine? Bei euch ist ja egal was passiert ist immer das Russland schuld. Und wenn nicht von Ukraine - ab ins Bibliothek die Geschichte studieren.

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  • Walter R am 28.07.2014 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Da gäbe es aber diverse Länder

    ...in denen sportliche Grossanlässe ebenfalls boykottiert werden müssten. Wie ist es denn mit Ländern wie Amerika, Frankreich, Deutschland, die in diversen Ländern militärisch engagiert und aktiv sind und zwar nicht nur zum Anpflanzen und pflegen von Blumenbeeten. Wie viele Menschen sind z.B. schon in Pakistan, in Jemen, in Afghanistan ums Leben gekommen durch Amerikanische Drohnenangriffe? Aber eben, wenn Obama, Hollande, Merkel und Putin genau dasselbe tun, sind Obama, Hollande und Merkel gemäss unserem westlichen Demokratie- und Gerechtigkeitsverständnis die Guten, Putin hingegen der Böse.

    • effe am 28.07.2014 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Juhuu

      Einer mehr der die Propaganda durchschat! Merci

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