SVP-DV

05. Dezember 2009 17:01; Akt: 05.12.2009 17:08 Print

Blocher gegen «verwahrloste» Bildungspolitik

20 Jahre nach dem Mauerfall will alt Bundesrat Christoph Blocher den seiner Meinung nach im Schweizer Bildungs- und Erziehungswesen grassierenden Sozialismus austreiben. Er holte vor den SVP-Delegierten in Pfäffikon SZ zum Rundumschlag aus.

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Blocher wirft sich in Pose

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Partei-Vizepräsident Blocher sagte, die SVP habe wohl zu lange Bildung und Erziehung den Experten überlassen. Nun müsse sie das heisse Eisen anpacken und in geordnete Formen giessen. Die linken und Mitteparteien würden sich daran die Zähne ausbeissen.

Derweil hätten sich immer mehr Anhänger der 68-er Generation «mit ihren verwahrlosten Lebensauffassungen und linken Ideologien» in diesen Bereichen breit gemacht. Mit staatlichen Anreizen würden Familien ausgehöhlt. Gleiches gelte auch für die Kinderbetreuungsverordnung. Hinter solch absurden Hirngespinsten stehe der Gedanke der Beamten, dass sie besser für das Wohl der Kinder sorgen könnten als die Eltern. In seiner Rede schoss Blocher auch scharf gegen die Bildungsprojekte HarmoS und Lehrplan 21.

Glaubt man Blocher, so herrscht in der Schweizer Bildungs- und Erziehungslandschaft Sozialismus. Es gelte ein verwahrlostes, linkes Lebensbild. Das Ideal sei das bequeme und mühelose Leben. Die Selbstverwirklichung der Eltern und Pädagogen sei wichtiger als das Wohl der Kinder.

Alles werde lächerlich gemacht, klagte Blocher. Rechtschaffenheit werde zum Bünzlitum degradiert. Wer in der Schule faul und widerspenstig sei, gelte als besonders intelligent und phantasievoll.

Die Politik versuche die Familie gezielt zu schwächen, sagte Blocher. Um ein staatliches Familienmodell durchzusetzen, werde die Erziehung durch Staatsangestellte über die der Eltern gestellt. Gegen solch absurde Zwangsideologien aus der sozialistischen Gerümpelkammer müsse die SVP entschieden antreten.

Maurer: Als Soldaten überfordert

Zuvor hatte Bundesrat Ueli Maurer sein Idealbild der Familie skizziert. Die Familie sei zentral für den Fortbestand der Gesellschaft. Der Staat habe in der Familie aber nichts zu suchen. Er dürfe nicht Vater und Mutter spielen, sondern habe nur Rahmenbedingungen zu setzen.

Schwächstes Glied der Familien seien die Kinder, sagte Maurer. Diese liessen sich aber nicht programmieren. Der Verteidigungsminister bilanzierte die gemäss SVP herrschenden Missstände in der Erziehung aus seiner Sicht. Irgendeinmal würden aus den Kindern Soldaten. Und plötzlich seien sie dann überfordert.

(sda)