Sextortion

21. Juni 2019 17:59; Akt: 21.06.2019 18:11 Print

Bluewin-Kunden fürchten sich vor Erpresser-Mails

Eine neue Betrugsmasche verunsichert die Bevölkerung: Seit einigen Tagen kursieren Erpresser-Mails, die mit der Veröffentlichung von Masturbationsvideos drohen.

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Eine neue Betrugsmasche verunsichert die Bevölkerung: Seit ein paar Tagen kursieren Erpresser-Mails, die mit der Veröffentlichung von Masturbationsvideos drohen. «Masturbieren ist natürlich ganz normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine grosse Schande»: So beginnt das Erpresser-Mail. Betroffen sind vor allem Kunden mit einer Bluewin-Adresse. Die Verfasser drohen damit, heimlich aufgenommene Masturbationsvideos der Empfänger an alle E-Mail- und Social-Media-Kontakte zu verschicken. Wolle man dies verhindern, müssten 884 Euro an eine Bitcoin-Adresse überwiesen werden. Dafür hätten die Angeschriebenen 48 Stunden Zeit. Leser M.S. erzählt, was ihm durch den Kopf schoss, als er das Erpresser-Mail öffnete: «Im ersten Moment war ich zu entsetzt, um gleich einen Fake zu vermuten. Es schien, als sei mein Computer wirklich gehackt worden und Fremde dadurch Zugriff auf meine Daten erhalten hätten.» Der im Zürcher Säuliamt wohnhafte S. ist nicht der Einzige, der sich einen Moment lang verunsichern liess. Mehrere Kantonspolizeien warnten via Twitter und Website. Der Bund ist ebenfalls aktiv und gibt Entwarnung: Es handelt sich um eine leere Drohung. Swisscom-Sprecherin Annina Merk sagt, es handle sich nicht um ein spezifisches Bluewin-Thema. Kunden aller Anbieter könnten betroffen sein. Je nach Aufmachung seien die Mails geschickt getarnt und für den Spam-Filter nicht als Spam erkennbar. Swisscom arbeite aber stetig daran, möglichst viele Spam-Mails zu erkennen und herauszufiltern.

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«Masturbieren ist natürlich ganz normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine grosse Schande»: So beginnt ein Erpresser-Mail, das momentan viele verunsichert. Die Verfasser drohen damit, heimlich aufgenommene Masturbationsvideos der Empfänger an alle E-Mail- und Social-Media-Kontakte zu verschicken.

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Wolle man dies verhindern, müssten 884 Euro an eine Bitcoin-Adresse überwiesen werden. Dafür hätten die Angeschriebenen 48 Stunden Zeit. Betroffen sind vor allem Kunden mit einer Bluewin-Adresse, wie die Melde- und Analysestelle des Bundes (Melani) schreibt.

«Mail in fehlerlosem Deutsch»

Leser M. S. erzählt, was ihm durch den Kopf schoss, als er das Erpresser-Mail öffnete: «Im ersten Moment war ich zu entsetzt, um gleich einen Fake zu vermuten. Denn das Mail war in beinahe fehlerlosem Deutsch geschrieben und kam anscheinend von meiner eigenen Adresse. Es schien so, als sei mein Computer wirklich gehackt worden und dass Fremde dadurch Zugriff auf meine Daten erhalten hätten. Das wäre auch geschäftlich verheerend gewesen.»

Er habe sich mit der Swisscom in Verbindung gesetzt, die ihm bestätigt habe, dass mit seiner Bluewin-Adresse alles in Ordnung sei und er alle Spam- und Virenfilter aktiviert habe. «Das beruhigte mich natürlich ein Stück weit.» Als er den Vorfall dem Bund melden wollte, habe er auf dessen Website eine Warnung vorgefunden. «Der Text stimmte genau mit dem Inhalt meines Mails überein.»

«Tausende werden zu Zielscheiben»

«Diese bösartige Energie macht mich einfach nur traurig. Es ist wirklich schlimm, dass es Menschen gibt, die versuchen, sich so Geld zu beschaffen», sagt der 59-Jährige. «Mit all diesen leicht auffindbaren, persönlichen Informationen im Netz werden Tausende Menschen zu Zielscheiben. Man fühlt sich beobachtet, so als würde heutzutage jeder in einem Glashaus sitzen.»

Der im Zürcher Säuliamt wohnhafte S. ist nicht der Einzige, der sich einen Moment lang verunsichern liess. Nebst der Kapo Aargau informierte auch die Schaffhauser Kantonspolizei am Mittwoch auf ihrer Website: «In den letzten Tagen häufen sich im Kanton Schaffhausen Meldungen über Betrugs- bzw. Erpressungsversuche mittels Mail.»

Polizei warnt Bevölkerung

Die Polizei rät, solche Mails sofort zu löschen und keinesfalls auf die Aufforderungen zu reagieren. «Zudem sollte man die üblichen Ratschläge zur Datensicherheit und Privatsphäre befolgen» (siehe Box).

Auch die Kantonspolizei Schwyz informierte in der Nacht auf Freitag via Twitter:


Der Bund ist ebenfalls aktiv

Dabei verweisen die Schwyzer in einem Link auf die Schweizerische Kriminalprävention. Im Rahmen ihrer Kampagne «Stop Sextortion» gibt die Kriminalprävention Betroffenen nützliche Tipps (siehe Box).


Auch die Melde- und Analysestelle Melani des Bundes ist über die Erpresser-E-Mails informiert: Zurzeit erhielten zahlreiche Bluewin-Kunden solche Mails mit dem Betreff: «48 Stunden zu zahlen». Die Behörden geben aber Entwarnung: Die Erpresser verfügen nicht über das Videomaterial, das sie zu besitzen vorgeben. Es handelt sich um eine leere Drohung.

«Kein spezifisches Bluewin-Thema»

Swisscom-Sprecherin Annina Merk sagt, es handle sich nicht um ein spezifisches Bluewin-Thema. Kunden aller Anbieter könnten betroffen sein. «Wir empfehlen den Kunden, diese Mails zu löschen, nicht darauf zu reagieren und auf keinen Fall Geld zu überweisen.»

Je nach Aufmachung seien die Mails geschickt getarnt und für den Spamfilter nicht als Spam erkennbar. Swisscom arbeite aber stetig daran, möglichst viele Spammails zu erkennen und herauszufiltern. «Auch die Spammer sind nicht untätig und passen ihre Mails laufend an. So ist es für die Filter schwieriger, solche Spammails zu erkennen», sagt Merk. «Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel.»

(mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fredi Loong am 21.06.2019 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kamera abdecken

    Die Kamera abdecken, wenn man das Kabel bearbeitet, "wennt weisch, wani mein!"

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  • Dimuscio am 21.06.2019 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Angst

    Ich habe auch so eine E-Mail bekommen. Für mich war klar, dass das ein Fake ist. Deshalb habe ich auch keine Angst es könnte etwas passieren.

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  • DE am 21.06.2019 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz perfekt

    Duzen und siezen anwechslungsweise in einem Schreiben nenne ich nicht einwandfreies Deutsch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wolfgang am 21.06.2019 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    KEINE ANGST

    Diese E-Mails tauchen bei uns seit ca. 1 Jahr immer mal wieder auf. Betroffen sind bei uns mittlerweile fast alle Firmen-E-Mails und auch privat tauchen sie auf. Keine Panik, es wird nichts passieren, das ist nur Fake. Nur ein Tipp den man aber jetzt langsam wissen sollte: Deckt die Kamera ab, wenn ihr sie nicht benötigt.

  • Freewather am 21.06.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1.

    Vorsorge und 2. wissen was man tut. Klebt doch einfach die Webvam ab wenn ihr schon am PC den gelüsten hingeben müsst

  • René am 21.06.2019 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine Videos

    ach hab denen zurück geschrieben ich hätte gerne Umsatzbeteiligung von meinen Videos :-)

  • Fernando S. am 21.06.2019 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Habe bezahlt

    Ich habe einbezahlt, weil ich Angst hatte die Aufenthaltsbewilligung zu verlieren.

  • Mäik am 21.06.2019 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Mail

    Habe auch dieses Mail bekommen...ich frage mich ob man anhand der BTC Adresse den Schuldigen finden kann?