Für mehr Chancengleichheit

14. April 2017 20:39; Akt: 14.04.2017 20:39 Print

Braucht es an Schulen Krankenschwestern?

von A. Schawalder - An einigen deutschen Schulen gibt es neu Krankenschwestern. Das soll etwa die Gesundheit von Kindern aus armen Familien verbessern. Ein Modell auch für die Schweiz?

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Im deutschen Bundesland Brandenburg werden in einem Pilotprojekt Schulkrankenschwestern in einigen Schulen eingesetzt. In der Schweiz kennen die meisten dieses Prinzip wohl nur von Harry Potter, wo die Zauberschüler jeweils Madame Pomfrey im Krankenflügel besuchen können. In den USA, in Grossbritannien oder Finnland sind solche Schulkrankenschwestern hingegen völlig normal.

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Nun springt also auch Brandenburg auf den Zug auf: Die Krankenschwestern sollen dort Erste Hilfe leisten, kleinere Verletzungen verarzten und Schüler betreuen, die sich schlecht fühlen. Sie kümmern sich auch um Schüler mit chronischen Gesundheitsproblemen wie Diabetes. Ausserdem betreiben sie Prävention, indem sie Schulklassen über Gesundheitsthemen informieren.

Das Projekt soll neben der Gesundheit auch die Chancengleichheit der Schüler erhöhen. So hätten Armut und die damit verbundene ungesunde Ernährung negative Effekte auf eine gute Bildung, wie das Bundesland Brandenburg schreibt. Die Beratung und Betreuung der Schulschwestern soll dem entgegenwirken.

Auch Potenzial in der Schweiz?

Auch in der Schweiz beobachten Fachleute die Entwicklung mit Interesse. Im Kanton Waadt sind Schulkrankenschwestern schon einige Jahre im Einsatz. Jürg Brühlmann vom Schweizer Lehrerverband findet den Einsatz von Schulkrankenschwestern sinnvoll – speziell in Tagesschulen: «Da das Kind die Eltern dort den ganzen Tag nicht sieht, ist eine kompetente medizinische Versorgung wichtig.» Zudem könnten die Krankenschwestern dazu beitragen, dass chronisch kranke Kinder einfacher in den Schulalltag integriert werden können. Bei Fragen rund um Ernährung, Sexualität und andere Gesundheitsthemen könnten sie Schüler aufklären und beraten.

Heute kümmern sich die Lehrer um kleinere medizinische Probleme wie etwa Schürfungen. In den meisten Schulen gibt es zudem einen Notfallkoffer. Zur Frage, ob nicht besser Fachleute zum Einsatz kommen sollten, meint Regula Behringer von den Schulgesundheitsdiensten der Stadt Zürich: «Dies ist unter anderem eine Kostenfrage. Es braucht dazu Personal, Räume und so weiter.»

Zweifel an Notwendigkeit

Verena Herzog, SVP-Nationalrätin und Mitglied der Gesundheits- und der Bildungskommission, hält das für unnötig: «Es braucht an Schweizer Schulen nicht noch mehr Spezialisten für neue ‹Spezialaufgaben›.» Lehrpersonen seien fähig, eine Situation einzuschätzen und entsprechend zu reagieren. Nach Heilpädagoginnen und Sozialarbeitern auch noch Schulschwestern zu engagieren, sei völlig übertrieben. «Wichtiger ist eine gut funktionierende Kommunikation zwischen Schule und Eltern.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patulizen am 14.04.2017 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt mal auf dem Boden.

    Wieso nicht noch gleich ein Consièrge, Handtuchreicher auf der Toilette, Veloparkplatzeinweiser und Klassensekretär einstellen?

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  • julia am 14.04.2017 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sicher nicht

    So ein Schwachsinn. Sicher braucht es keine Krankenschwester in den Schulen.

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  • Corina am 14.04.2017 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow 1 Teilnehmer

    sehr repräsentative Umfrage... ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kaffee am 15.04.2017 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    meine Tochter besucht eine Internationale Schule, wo es eine Krankenschwester gibt und wir haben nur gute Erfahrungen gemacht. Dieses System spart so manchen Arztbesuch, wenn das Kind in der Schule krank wird und erst mal von der Krankenschwester angeschaut wird.

  • peter hürlimann am 15.04.2017 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    Mami&Papi arbeitenja immer....

    .....ist eine gute Idee. Bin Auslandschweizer in Norwegen und hier ist das ganz normal. Das heisst hier nicht Krankenschwester sondern Gesundheitsschwester.....fast das gleiche und würde sicher einigen Schweizer Kids auch gut tun.....

  • Jörg am 15.04.2017 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pflegefachmann/frau

    Bitte nennt den Beruf nicht mehr Krankenschwester! in welchem Jahrhundert leben wir!? Das nennt sich Pflegefachpersonen. Es geht um Pflege!

    • Lora am 15.04.2017 21:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Jörg

      Zu einer Krankenschwester habe ich vertrauen. Zu "Fachpersonen" - jegwelcher Art - leider nicht.

    • C.m. am 15.04.2017 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lora

      Dann haben Sie was nicht verstanden. Sie müssen mit der Zeit gehen, nicht in der Vergangenheit leben. Krankenschwester= Pflegefachfrau,-mann!

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  • Dr. Ott am 15.04.2017 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut.

    Überlegteinfach mal einen Schritt weiter ... Eine Krankenschwester an einer Schule kann eine Erstdiagnose erstellen und Kinder mit einem "normalen" Schnupfen oder Husten mit einem Alca-C nach Hause schicken. Ansonsten wird das arme Kind gleich von Panischen Eltern zum Arzt (oder noch besser in den Notfall) geschickt, was wiederum die Gesundheitskosten extrem belastet. Einfach mal ein bisschen mitdenken!

    • Pflegefachfrau am 16.04.2017 00:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Ott

      Sie haben vergessen, dass panische Eltern das Kind eh noch zum Arzt schicken würden. Zudem hat eine Pflegefachfrau auch nicht gerade einen günstigen Stundenansatz.

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  • rara am 15.04.2017 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    für chronisch kranke Kinder unbedingt!!

    bei gesunden Kindern braucht es sicher keine Schulkrankenschwestern... jedoch weigern sich viele Lehrer/innen, einem Kind mit Diabetes Typ1 beim Insulinspritzen , Kohlenhydrate berechnen und Blutzucker messen zu helfen. Leider kann ein Kindergärtner nicht addieren, subtrahieren, multiplizieren etc. und 1.-2.Klässler nur bedingt. Das muss er nämlich können, um alles im Griff zu haben. Und daneben noch zuverlässig seine Unterzuckerungen spüren. Rechtlich gesehen müssen Lehrer nichts medizinisches machen. Diese Kinder werden dann einfach sich selber überlassen, was bös ins Auge gehen kann.

    • Sache der Info an Lehrer... am 15.04.2017 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @rara

      Berechnen, multiplizieren.., also ich lebe mit insulinpflichtigem Diabetes und berechne gar nichts, sondern habe ein Schema, je nach Blutzuckerwert! Heute ist ein Diabetes viel einfacher zu handhaben und man isst auch die selben Sachen... In der Schule reicht es, wenn die Lehrkraft den Zucker messen kann und ein Hypo oder Hyper unterscheiden kann. Nicht an jeder Schule gibts ein Diabetiker, so kann man nicht überall eine Krankenschwester anstellen! Solche Kinder sind sehr gut geschult!!!

    • Trudi am 15.04.2017 22:04 Report Diesen Beitrag melden

      Pflicht der Eltern

      Ich erwarte von einer Lehrerin, dass sie Wissen vermittelt und nicht, dass sie Mamas / Papas Pflichten übernimmt. Und dazu gehört bei Krankheit / Gebrechen auch die Betreuung. Wenn Eltern Kinder zeugen, soll ein Elternteil für das Kind dasein. Solange wie sich das Kind folglich nicht die Messungen selber machen kann, soll Elternteil halt in den Pausen antraben. Basta!

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