Sperrzone für Asylbewerber

08. August 2013 21:32; Akt: 08.08.2013 21:32 Print

Bremgarten mit Apartheid-Regime verglichen

Das Bundesamt für Migration versucht im Fall der Asylunterkunft Bremgarten zu retten, was zu retten ist. Die internationale Presse erhebt derweilen schwere Rassismus-Vorwürfe.

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Die Stadt Bremgarten AG und das Bundesamt für Migration (BFM) haben bei einem Treffen am Donnerstag Unklarheiten über die für Asylbewerber geltenden Sperrzonen ausgeräumt. Als Tabuzonen gelten, wie in einer Vereinbarung festgelegt, die Schul- und Sportanlagen.

Das sagte Raymond Tellenbach (FDP), Stadtammann von Bremgarten, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Alles beruhe auf einem Missverständnis und auf einer schlechten Kommunikation. Es seien nie andere Sperrzonen als die Schul- und Sportanlagen vorgesehen gewesen.

«Wir haben nicht genügend miteinander kommuniziert, als die ersten Missverständnis aufgekommen sind», hielt Tellenbach fest. Er nehme mindestens die Hälfte des Fehlers auf sich. Das Treffen mit BFM-Vertretern fand am Donnerstag in Bremgarten statt.

In Medienberichten war Anfang Woche die Rede davon, dass auch Bibliotheken und Kirchen zu den Sperrzonen gehören würden. Ein Plan im Anhang («Beilage: Plan der Schul- und Sportanlagen mit Legende») zur Vereinbarung zwischen Bremgarten und dem Bund führte zu den nicht korrekten Angaben.

Der Plan sei aus einem normalen Stadtplan von Bremgarten kopiert worden, sagte Tellenbach. Darauf seien sämtliche öffentlichen Gebäude rot markiert. Die Legende führe 32 Plätze auf.

Verschieden rote Zonen auf Stadtplan

Auf dem Plan seien die Sperrzonen markiert worden - mit einer ähnlich roten Farbe wie die öffentlichen Plätze. Die Legende auf der zweiten Seite des Planes sei korrekt angezeichnet gewesen.

Bei Medienanfragen am Montag, als die Asylunterkunft auf dem Waffenplatz in Betrieb genommen worden sei, habe man zu wenig schnell auf die Missverständnisse reagiert, räumte der Stadtammann ein.

Er betonte, es gehe nicht darum, dass die Asylbewerber absolut keinen Zugang zu den Sperrzonen hätten. Der Zutritt in allen Zonen sei Asylsuchenden in Begleitung einer Betreuungsperson jederzeit möglich.

In der Vereinbarung steht unter «Besonderes»: «Das BFM bestätigt, dass auf Wunsch der Stadt Bremgarten hin, von Montag bis Freitag, 0700 bis 1800 Uhr, das Betreten der Schul- und Sportanlagen (gemäss Beilage) ohne Zustimmung der zuständigen Behörden nicht erfolgt. Das BFM wird die betroffenen Perimeter in die Hausordnung aufnehmen.»

Harsche internationale Kritik

Die Reaktionen von Seiten der internationalen Presse fallen derweilen nüchtern bis geharnischt aus:

AlJazeera titelt schlicht: «Schweizer Stadt setzt Asylbewerbern Grenzen».

Die mexikanische Tageszeitung Tabasco Hoy titelt ebenfalls nüchtern: «Schweizer Behörden verbieten Flüchtlingen den Aufenthalt an öffentlichen Orten». Im Artikel werden mehrfach Menschenrechtsorganisationen zitiert, die offen von Rassismus sprechen.

Etwas gar pauschalisierend kommentiert New Europe: «Schweizer Asylgesetz offenkundig diskriminierend»

Die deutsche TAZ schreibt in einer Bildlegende sarkastisch: «Beim Badespass möchte sich der Schweizer lieber nicht von Asylsuchenden stören lassen.»

Die deutlichsten Worte finden sich in der Überschrift der britischen Zeitung The Independent: «Schweiz führt Apartheid-ähnliche Beschränkungen ein».

(pwe/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick Probst am 09.08.2013 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftsflüchtlinge

    Ein Flüchtling, welcher aus seinem Land wegen echter Verfolgung ausreist, nimmt auch Restriktionen in Kauf! Er hat ja hier ein Dach über dem Kopf und Nahrung. Und wird auch betreut! Wenn jemand aus wirtschaftlichen Gründen, offensichtlich, aber schwer oder gar nicht nachweisbar, zu uns aufgemacht hat, sollten keine Belohnungen verteilt werden, bis auch klar nachgewiesen ist, dass es sich um einen gerechtfertigten Aufenthalt handelt. Aus meiner Sicht sollten sogar Camps erstellt werden, wo alle Personen mit offenem Status zusammenleben sollten.

  • Jo Klein am 09.08.2013 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ausländische Medien!

    Ausländische Medien hacken seid Jahren auf der Schweiz herum. Positive Nachrichten von der Schweiz werden nicht erwähnt. Die Schweiz wird mit Absicht niedergemacht. Der Neid dieser Staaten auf die Schweiz kennt keine Grenzen. Dass Volk spricht im EU Raum eine andere Sprache als die Medien die die Schweiz weder von der Politik oder von der Landschaft mit ihrem gastfreundlichen Volke kennen. Wir haben einfach nur die Schnauze voll von unserer Asylpolitik!

  • Beat am 09.08.2013 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    nicht meine schweiz!

    pures glück führte dazu dass wir in der schweiz geboren wurden und nicht im sudan. unsere schweiz ist leider geprägt von xenophobie, da kann ich nicht stolz sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat am 09.08.2013 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    nicht meine schweiz!

    pures glück führte dazu dass wir in der schweiz geboren wurden und nicht im sudan. unsere schweiz ist leider geprägt von xenophobie, da kann ich nicht stolz sein.

  • Jo Klein am 09.08.2013 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ausländische Medien!

    Ausländische Medien hacken seid Jahren auf der Schweiz herum. Positive Nachrichten von der Schweiz werden nicht erwähnt. Die Schweiz wird mit Absicht niedergemacht. Der Neid dieser Staaten auf die Schweiz kennt keine Grenzen. Dass Volk spricht im EU Raum eine andere Sprache als die Medien die die Schweiz weder von der Politik oder von der Landschaft mit ihrem gastfreundlichen Volke kennen. Wir haben einfach nur die Schnauze voll von unserer Asylpolitik!

  • Patrick Probst am 09.08.2013 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftsflüchtlinge

    Ein Flüchtling, welcher aus seinem Land wegen echter Verfolgung ausreist, nimmt auch Restriktionen in Kauf! Er hat ja hier ein Dach über dem Kopf und Nahrung. Und wird auch betreut! Wenn jemand aus wirtschaftlichen Gründen, offensichtlich, aber schwer oder gar nicht nachweisbar, zu uns aufgemacht hat, sollten keine Belohnungen verteilt werden, bis auch klar nachgewiesen ist, dass es sich um einen gerechtfertigten Aufenthalt handelt. Aus meiner Sicht sollten sogar Camps erstellt werden, wo alle Personen mit offenem Status zusammenleben sollten.

  • Marco Weber am 09.08.2013 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen, bitte!!

    @Souffleur 07:55: Scheinbar können Sie echte Asylanten nicht von Wirtschaftsflüchtlingen unterscheiden. Unter dem Deckmantel "Menschen" kann man Gut und Böse sehr schön unterbringen. Mit Ihrer Gutmensch-Einstellung machen Sie nichts als Augenwischerei. Wacht auf, bevor das Boot sinkt. Oder sind Sie bereit ein paar bei Ihnen aufzunehmen. Mit was gedankt wird ist ja bekannt. Es sind nicht alle so, aber ein grosser Teil.

  • Beat am 09.08.2013 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    nicht meine schweiz

    eine schweiz der ausgrenzung und xenophobie! da kann man nicht stolz sein. bald werden wir lernen dass einfalt ein verlust und kein gewinn ist.