Solothurn

28. April 2019 21:04; Akt: 29.04.2019 10:08 Print

Politiker-Briefkästen mit Feuerwerk gesprengt

Unbekannte sprengten die Briefkästen von Juso- und SP-Politikern. Laut Polizei wurden dabei Feuerwerkskörper verwendet. Sie sucht Zeugen.

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Schock bei den Jungsozialisten und der SP: Am Samstagabend zündeten Unbekannte fast zeitgleich in Briefkästen von drei SP- und Juso-Politikern des Kantons Solothurn Sprengkörper. Nun ist klar: Laut der Solothurner Kantonspolizei verwendeten die Täter Feuerwerkskörper. Welche Art verwendet wurde, werde noch untersucht, bestätigte Kapo-Sprecher Thomas Kummer am Montag.

Laut Kummer müssen die Unbekannten die Feuerwerkskörper vor Ort gezündet haben. Deshalb sucht die Polizei Zeugen, die am Samstagabend zwischen 21 und 22 Uhr im Bereich der Dürrbachstrasse, dem Höhenweg sowie dem Rötiquai in Solothurn verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Laut Polizeiangaben versuchten die Täter zudem, die Briefkästen in Brand zu stecken. Bei den drei Attacken seien an Briefkästen wie Gebäuden Schäden in der Höhe von mehreren Tausend Franken entstanden.

Ziel der Anschläge waren die Briefkästen der Solothurner SP-Präsidentin Franziska Roth, der kantonalen Juso-Präsidentin Lara Frey sowie des SP-Präsidenten der Amtei Solothurn-Lebern, Philipp Jenny.

«Ganzes Haus hörte Knall»

Wie die Solothurner Juso auf ihrer Facebook-Seite schreibt, verursachte der eine Anschlag einen Brand im Mehrfamilienhaus. «Hätte eine Anwohnerin den Brand nur 3 Minuten später bemerkt, wäre das ganze Haus in Flammen gestanden.»

«Es müssen massive Böller gewesen sein», sagt SP-Kantonsrätin Roth zur «Solothurner Zeitung». Denn das ganze Haus, in dem sie wohne, habe den Knall gehört. Weiter erzählt Roth, dass vor einigen Wochen mit Filzstift ein schwarzes Kreuz auf ihren Briefkasten gemalt worden sei – genauso wie bei den anderen beiden Politikern. Betroffen mache sie, dass eine Person hätte zu Schaden kommen können, wäre diese gleich neben dem Briefkasten gestanden. Roth will über die Hintergründe der Tat nicht spekulieren. Sie könne sich aber vorstellen, dass die Angriffe mit dem 1. Mai zu tun hätten.

Juso verurteilt Attacke

Die Solothurner Juso-Präsidentin Lara Frey meldet sich derweil via Facebook zu Wort. An die Adresse der Täter schreibt sie: «Überlegt euch das nächste Mal zuerst, wie viele Personen ihr gefährdet mit solch schwachsinnigen Aktionen!» Und ihre Partei schreibt: «Wir finden es nicht nur grausam und abscheulich, sondern auch feige, zu konkreter Gewalt in Form von einem hinterlistigen Brandanschlag zu greifen, insbesondere da die Tat anonym durchgeführt wurde.»

Und weiter: Man werde die politischen Aktivitäten in keiner Weise ändern. Einschüchterung sei kein demokratisches Mittel. «Solche Aktionen müssen wir unbedingt im Keim ersticken, weil ansonsten die Folgen fatal sein werden.»


«Das macht uns Angst»

In einer ersten Reaktion zeigt sich auch Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso Schweiz, schockiert. Sie verurteilt die Attacke scharf: «Das macht uns Angst. Wenn man mit Gewalt versucht, politische Meinungen zu unterdrücken, ist unsere Demokratie in Gefahr.» Es dürfe nicht sein, dass junge Menschen, die sich politisch engagierten, eingeschüchtert würden. «Was hier abgeht, ist jenseits von Gut und Böse.» Die Juso Solothurn stehe in Kontakt mit der Polizei und kläre das weitere Vorgehen ab. Sie habe keine Ahnung, wer die Täterschaft sein könnte.

Es sei aber schon der zweite Vorfall innert weniger Wochen, der zu denken gebe. Laut Funiciello wurde kürzlich bei einem Juso-Mitglied im Kanton Schwyz eingebrochen und ein Transparent entwendet.

(pam/daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • logischer denker am 28.04.2019 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    was für eine logik

    keine ahnung zur täterschaft, aber man weiss es sind rechtsextreme!?!?!?!

  • HolyWood12 am 28.04.2019 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ermittlungen

    Herr Kommissar Wermuth hat ja bereits zweifelsfrei festgestellt dass es Rechtsextreme waren. Dann ist der Fall ja bereits gelöst. Polizist und Politiker in einer Person, toll!

  • Andre am 28.04.2019 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn zwei dasselbe tun...

    Diese Taten dürfen nicht verharmlost werden. Aber von Cedric habe ich in ähnlich gelagerten Fällen noch keine Posts gelesen: Die Politik muss endlich die Augen aufmachen: Linkssextreme Gewalt ist bereits ein ernsthaftes Problem...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Arthur am 30.04.2019 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    ob da nicht etwa....

    Oha, sieht wirklich aus, als hätten rechte Kaoten dies angerichtet. Hmmm, bin mir nicht so sicher ob da nicht jemand versucht uns zu diesem gesamt Eindruck zu verhelfen.

  • Carrie am 29.04.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schuss vor den Bug

    Vielleicht haben da einige das Gefühl gehabt, die Sozialisten sollen zurückgeschreckt werden. Schliesslich ist sich ja Wermuths Klientel am rüsten für die bevorstehenden 1. Mai Krawalle. Die Pflastersteine liegen bestimmr schon parat. Ob nun Rechtsextreme für diese Aktion verwantwortlich sind (was nicht erwiesen ist) oder die Linken am 1. Mai in üblicher Manier ihrer Zerstörungswut freien Lauf geben (was aus Erfahrung zutrifft), beides ist aufs Schärfste zu verurteilen. Und Wermuth sollte sich tunlichst hüten, voreilige Schlüsse zu ziehen.

    • Arthur am 30.04.2019 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Carrie

      Vielleicht reicht es ja, wenn es so aussieht, wie es aussehen muss.

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  • Robin Lardi am 29.04.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Lagebericht 2017 NDB

    Lieber Herr Wermuth Bitte lesen Sie den Lagebericht des Nachrichtendienstes des Bundes auf Seite 58. Dort sehen Sie wer wirklich ein ernsthaftes Problem darstellt.

    • Didi am 30.04.2019 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      Robin Lardi

      Also ich habe die andere Seite auch in Betracht gezogen. Vielleicht muss es so aussehen als ob. Natürlich lässt der erste Gedanke einem zu diesem Entschluss kommen, das ist das Werk eines Rechten. Vielleicht müsste hier unbedingt ein zweiter Gedanke gemacht werden, das Werk eines Linken der genau weiss, der Schuldige wird in der rechten Reihen gesucht.

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  • Esmeralda am 29.04.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kollateralschaden

    Offenbar betrafen diese Aktionen ja Mehrfamilienhäuser. Da könnten dann auch nicht zur Zielgruppe gehörende Bewohner der jeweiligen Liegenschaft in Mitleidenschaft gezogen werden. Augen auf bei der Wahl des Wohndomizils!

  • cph4 am 29.04.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Das sagen genau die richtigen ....

    Zitat: "kein demokratisches Mittel" .. Was für eine Scheinheiligkeit! ausgerechenet diejenigen die keine demokratischen Entscheide hinnehmen können welche nicht nach ihrem gutdünken vom Volk gefällt worden sind, reden jetzt von "kein demokratisches Mittel"! mir wird schlecht.