Bildungsexperten

10. August 2019 20:56; Akt: 10.08.2019 20:56 Print

«Buben werden in der Schule benachteiligt»

Die Schule hätte sich in den letzten Jahren ganz nach den Bedürfnissen der Mädchen gerichtet, so Jugendpsychologe Allan Guggenbühl. Buben würden dadurch systematisch benachteiligt.

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«Buben sind die Bildungsverlierer des vergangenen Jahrzehnts», sagt Jugendpsychologe Allan Guggenbühl zu CH Media. Die Schulbildung sei immer mehr ganz nach den Bedürfnissen der Mädchen zugeschnitten worden, Buben werden benachteiligt. So seien soziale und emotionale Kompetenzen, selbstgesteuertes Lernen und Sprachen wichtiger geworden. Für Buben keine ideale Basis. «Sie profitieren stärker von einer klaren Struktur und vom Frontalunterricht», sagt Guggenbühl. Doch dieser gelte als veraltet.

Die Feminisierung des Klassenzimmers halte seit Jahren an. Für den Jugendpsychologen steht fest: «Die Schule lässt Buben heute nicht mehr Buben sein». So haben Buben etwa mehr Mühe, stillzusitzen. Unruhe wird fälschlicherweise als Problem empfunden. Und wenn sie provozieren, gelten sie als sozial inkompetent. Mädchen hingegen würden schneller realisieren, was von ihnen verlangt werde und seien kommunikativer, was ihnen zugute komme, so Guggenbühl.

Auch würde man den unterschiedlichen Interessen und Einstellungen von Mädchen und Buben zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Guggenbühl spricht sich dafür aus, dass in der Lehrerausbildung viel mehr thematisiert werden sollte, wie Buben und wie Mädchen abgeholt werden können. So würden sich Buben für Extremes interessieren, wie etwa Schlachten und Katastrophen. Doch statt diese im Geschichtsunterricht zu thematisieren, würden solche Themen in der Schule abgeschwächt, um die Kinder nicht zu traumatisieren.

Vor allem Buben müssen Ritalin schlucken

Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm sieht Buben ebenfalls im Nachteil. Dies treffe manchmal sogar vor dem ersten Schultag zu. So würden lebhafte Buben schnell als unreif gelten, weshalb sie später eingeschult werden. Dabei stimme alles mit ihnen. «Nur weil ein Kind willensstark oder vorlaut ist, ist es noch lange nicht verhaltensauffällig», sagt Stamm zu CH Media.

Für die Schulen sind sie dies jedoch, wie es in dem Bericht heisst. Die Zahl der Kinder, die die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit (ADHS) erhalten, ist gestiegen. Betroffene sind mehrheitlich männlich. Verhaltensauffällige Kinder müssten dann Ritalin schlucken oder in Therapien gehen. Für die Erziehungswissenschaftlerin ein Fehler. Stamm: «Die kinderpsychiatrischen Dienste platzen aus allen Nähten.»

Stamm hält fest, dass aber auch Buben selbst dazu beitragen, dass sie den Mädchen hinterherhinken. So würden sich einige bewusst nicht engagieren, weil sie um ihre Coolness innerhalb der Gruppe fürchten. Laut Stamm sollte man den Buben früh klarmachen, dass schulkonformes Verhalten nicht nur etwas für Mädchen sei. «Am besten können das männliche Vorbilder vermitteln», so Stamm. Dies müsste nicht immer der Lehrer sein, vor allem Väter und Grossväter oder auch ein Trainer oder ein Idol mit einem guten Schulabschluss könnten diese Rolle übernehmen.

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 10.08.2019 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ein Riesenproblem!!

    und wir sollten da dringendst hinsehen und uns nicht dauernd von diesem modernen degenerierten Feminismus mit seinem lauten Geschrei ablenken lassen. Die wirklichen Probleme in der heutigen Gesellschaft haben nicht Mädchen sondern unsere Buben!!

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  • Martin W am 10.08.2019 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde auch zeit. Wannabe Woke peoples

    Endlich nimmt sich das thema wer zu herzen. Das ganze feminime nimmt überhand.

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  • dreifach Mutter am 10.08.2019 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ritalin?

    Meistens sind die Knaben aktiver, und werden zu schnell mit Ritalin ruhiggestellt. Die Lehrpersonen sind überfordert. Auch hat die Erziehung leider nachgelassen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mensch am 24.08.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenklich

    Warum hast du das getan?!/ ich wollte ihm helfen/ warum?!/ er hat so traurig geschaut/ dann hast du das jetzt jetzt siehst du wie er ist; und du fütterst ihn noch mit dem Schinken/

  • Mensch am 23.08.2019 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenklich

    Allan, ich bin jetzt bei Eisenstoffwechselstörung /Du musst nicht darüber nachgrübeln!/ Warum nicht Allan?

  • Mensch am 23.08.2019 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenklich

    "Die Interview sind mühsam" Warum Allan? "Ich hab's nicht gerne. Und die Kurz Interview sind mühsam"

    • Mensch am 24.08.2019 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      Nachdenklich

      Man kann auch nein sagen, Allan. /"weisst Du was ich alles bezahlen muss?!"

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  • Mensch am 19.08.2019 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenklich

    Nicht traurig sein Allan, manche Menschen können sehr böse sein, wie gehts Dir heute...und täglich grüsst das Murmeltier:-)

  • Mensch am 19.08.2019 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenklich

    Es würde alles an spd abgeklärt. /Nein dort ist nur spd Dienst/ Dort wurde es psychiatrisch schon abgeklärt! / Denk logisch Allan, dort arbeiten Psychologen nicht Psychiater! Er braucht eine Verhaltenstherapie/