Einsprache-Flut

13. September 2019 12:01; Akt: 13.09.2019 16:12 Print

5G-Gegner blockieren 320 von 326 Antennen

von P. Michel - Die 5G-Gegner haben gegen fast alle Baugesuche für Antennen Einsprache erhoben. Die Anbieter dementieren diese Zahl.

An diesen Standorten gibt es bereits 5G-Antennen.

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Der Ausbau von 5G-Antennen durch Swisscom, Sunrise und Salt gerät ins Stocken: Strahlengegner haben gegen 320 von 326 Baugesuchen für die neuen Antennen Einsprache eingelegt. Diese Zahlen hat der Verein «Schutz vor Strahlung» zusammengetragen. «Wir sind absolut überwältigt», sagt Sprecherin Rebekka Meier zu 20 Minuten.

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Die Bevölkerung zeige damit, dass «sie auch selbst ein 5G-Moratorium umsetzen kann, und sie wird es in der nächsten Zeit auch aufrecht erhalten». Insgesamt hätten 20'000 Personen, vereint in lokalen Gruppen, die Einsprachen unterzeichnet. Für Meier kommt die Einsprachenflut einem «faktischen 5G-Moratorium» gleich.

«Bürger erkennen die Gefahren»

Die Gründe für den grossen Widerstand sieht der Verein in den Auswirkungen der Technologie auf Gesundheit und Umwelt, die von der Bevölkerung nun erkannt würden – Auswirkungen, die die Telekomanbieter vehement bestreiten (siehe unten).

«Um mehr Daten schneller zu übertragen, fokussieren 5G-Antennen die Sendeenergie auf eine kleine Fläche», nennt Meier ein Beispiel. Folglich nehme die Strahlung zwischen der Antenne und der bestrahlten Fläche stark zu. «Befindet man sich in einem Antennenstrahl, können leichte bis schwere Gesundheitsschäden entstehen», befürchten die 5G-Gegner. Bis 5G eingeführt werde, brauche es Studien zu den neuen Frequenzen. Bis dahin sollten Kantone die Baugesuche sistieren.

Einsprachen sorgen für Verzögerung

Anbieter Sunrise warnt nun, dass durch die Einsprachen die Abdeckung von 5G gefährdet sei. «In den Kantonen, die auf Verzögerungstaktik gesetzt haben, muss mit einem Rückstand von bis zu 30 Prozent gegenüber den anderen Kantonen gerechnet werden», sagt Sprecher Rolf Ziebold.

Der Telecomanbieter prüft, rechtlich gegen Einsprachen vorzugehen, wenn diese willkürlich erfolgten. Momentan befinde sich rund die Hälfte der geplanten Aus- und Neubauten unter Opposition. «Solange die Baugesuche blockiert sind, können wir nicht bauen, also gibt es vielerorts keine 5G-Abdeckung. Wirtschaft und Konsumenten können entsprechend nicht von den Vorteilen von 5G profitieren.»

Anbieter sprechen von Fake News

Sunrise geht mit den Strahlengegnern hart ins Gericht. «Gegenüber der Einführung von 3G wird das Thema heute sehr stark durch Fake News dominiert», so Ziebold. Dem wolle man mit Fakten entgegentreten. Dabei verweist er auf die Vorteile von 5G: Es sei energieeffizienter als die Vorgänger, treibe durch die höhere Datenmenge etwa die intelligente Mobilität voran, und die Strahlung sei schwach im Vergleich zur Nutzung eines Mobiltelefons. «Die Politik muss sich nun fragen, ob sie den bisherigen 5G-Spitzenplatz der Schweiz abgeben will und ob sich die Schweiz nun Verzögerungen leisten kann», sagt Ziebold.

Einsprachen gehörten dazu

Die Swisscom ihrerseits findet es «paradox, dass die Bevölkerung immer und überall kommunizieren will, aber Mobilfunkanlangen gleichzeitig auf Widerstand stossen». «Einsprachen gehören beim Mobilfunk seit Jahren dazu und sie verteuern und verkomplizieren den Ausbau», sagt Sprecherin Annina Merk. Es sei aber nicht der Fall, dass für praktisch alle Baugesuche Einsprachen eingegangen seien. Die Zahlen des Vereins könne man nicht bestätigen. «Über die Jahre stellen wir fest, dass bei rund einem Drittel der Baugesuche Einsprachen eingehen.»

Man sei mit dem Ausbau auf Kurs, sagt Merk. Die Swisscom habe Verständnis für die Ängste. «Es gibt aber auf Grundlage von mehr als 4000 wissenschaftlichen Studien keine Nachweise, dass Mobilfunkanlagen, die im Rahmen der Grenzwerte betrieben werden, schädlich für Mensch und Umwelt sind.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kevin007 am 13.09.2019 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hahaha

    In 10 jahren reded niemand mehr davon dann haben wir bereits 6G ;)

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  • Pit Gross am 13.09.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nörgeler

    Immer wieder die Nörgeler. Täglich 24 Std. am Smartphone aber keine Antennen.

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  • De.Dorftrottel. am 13.09.2019 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hab jetzt Mittagspause.

    Ach, lasst mich in Ruhe mit diesem Antennen-Theater. "Vreni, no ä Stange unds Menu 1 ohni Suppe, bitte"

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eidgenosse am 15.09.2019 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    5G-Gegner

    Einmal mehr ein Thema,das bewegt. Auch bei uns ist so ein Ding geplant,und das etwa 40 Meter Luftlinie von unserer Whg. entfernt,von der wir bis jetzt einen wunderschönen freien Blick auf einen der schönsten Berge im BO geniessen durften. Was wenn dieses unnötige Ding trotz Einsprache gleichwohl erstellt wird? Verkaufswertverminderung unserer,anderer EW. Der einzige der davon profitiert,ist der Besitzer/Vermieter,des MFH,der wohl nur der Kohle wegen seine Einwilligung gab so ein unnützes Ding auf dem Dach zu montieren.

  • Schlagi am 14.09.2019 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Man muss die neue Technik unterstützen. Die Daten, die von den Usern verlangt werden, verdoppeln sich jährlich. Also braucht es immer mehr 4 g Antennen. Mit der neuen Technologie können mit weniger Antennen mehr Daten gesendet werden.Die Strahlung der neuen Antennen ist nicht grösser als die der 4g. Die neu vergebenen Frequenzen wurden vorher für Fernsehen verwendet. Also auch nichts Neues. Unsere Handys, die Wir uns täglich freiwillig direkt an den Kopf halten, strahlen tausendfach stärker. Aber da reklamiert niemand. Hört auf mit der Anstmacherei.

  • Laura am 14.09.2019 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    Brüssel will das nicht

    Wie wäre es auf das Bundeshaus eine solche Antenne zu installieren?Dann wären diese Politiker sicher dagegen. In Brüssel wollen sie das jedemfalls nicht.Sind wir die Versuchskaninchen von Brüssel?

  • tillorly am 14.09.2019 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Strahlung

    Strahlenschäden gibts bei ionisierender EM Strahlung. UV, Röntgen oder Gammastrahlung. Ein fühlbare Erwärmung bei IR. IR fängt so bei etwa 300GHz an und geht bis etwa 385THz hoch, danach werden die bösen EM-Wellen sogar sichtbar, yep, als Licht, darüber können dann Zellschäden auftreten...

  • A. Schwab am 14.09.2019 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Back to the normal

    Back to the normal: ein Telefon ist vor allem zum Telefonieren da, und nicht um u.a. einen 2stündigen Film innerhalb von 2 Sekunden runterzuladen! Bis am Schluss kann man mit einem Handy alles ausser telefonieren!