Fünf Zimmer für 2450 Fr.

22. Dezember 2019 04:29; Akt: 22.12.2019 07:22 Print

Bund findet keine Mieter für Leuthards Wohnung

Eine Wohnung und ein Zimmer im Von-Wattenwyl-Haus in der Berner Altstadt stehen leer, obwohl in der Bundeshauptstadt Wohnungsnot herrscht.

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Die ehemalige Wohnung von Alt-Bundesrätin Doris Leuthard im Von-Wattenwyl-Haus in der Berner Altstadt steht seit Monaten leer. Der Bund, dem das Gebäude gehört, hat seit Leuthards Auszug Anfang Jahr keine neuen Mieter gefunden, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

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Gleiches gilt für ein Zimmer im Haus, das zuletzt von CVP-Nationalrat Martin Candinas bewohnt wurde. Im Von-Wattenwyl-Haus in der Berner Altstadt residiert nur noch Bundeskanzler Walter Thurnherr.

«Die Räumlichkeiten sind zur Zeit nicht vermietet», bestätigt das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) auf Anfrage der Zeitung.

Wohnungsnot in Bern

Die leeren Räume sorgen für Ärger. In der Bundesstadt ist es schwierig, eine Bleibe zu finden. «Die Wohnungsnot ist gross, Leerstände sind in dieser Situation nicht tolerierbar», sagt Natalie Imboden, Generalsekretärin des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands sowie Co-Präsidentin der Grünen Kanton Bern. Dazu kommen Mieteinnahmen von mehreren Tausend Franken, die dem Bund bereits entgangen sind.

SVP-Nationalrat Erich Hess sagt in der «SonntagsZeitung» denn auch: «Es ist nicht im Interesse der Steuerzahler, wenn die Wohnungen leer stehen.» Dem Bund fehle der Willen, die Wohnungen zu vermieten. «Die Lage ist gut, und die Preise sind deutlich unter Marktwert. Da sollten sich problemlos seriöse Mieter finden lassen.» Hess sorgte im letzten Jahr mit einem Vorstoss dafür, dass die Mieten im Von-Wattenwyl-Haus bekannt wurden.

Bund sucht «Magistratspersonen»

Leuthard musste für ihre 5-Zimmer-Wohnung 2450 Franken pro Monat bezahlen – inklusive Nebenkosten. Candinas erhielt das Zimmer für gerade einmal 200 Franken monatlich.

Gemäss BBL ist die Nutzung des Hauses eingeschränkt. Die Wohnungen werden nicht auf dem freien Markt angeboten. Angestrebt wird die Vermietung an Magistratspersonen.

(chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christoph am 22.12.2019 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Skandalös

    Der noch viel grössere Skandal ist, dass an eine Einzelperson, welche ca. 1/2 Million Franken pro Jahr verdient, eine subventionierte 5 1/2 Zimmerwohnung zur Verfügung gestellt bekommt. Aber dann auf sozial macht.

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  • CHerin am 22.12.2019 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    5-Zimmer für eine Person

    Warum muss eine einzige Person eine 5-Zimmerwohnung belegen????? Geldverschwendung, der Steuerzahler berappt es ja!!!!So grosszügig geht die Obrigkeit des Bundes mit den Steuereinnahmen vom Volk um......

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  • S P am 22.12.2019 05:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Für Magistratspersonen sind die vermutlich unter ihrer Würde.... Warum nicht am freien Markt anbieten? Viele mit kleinen Einkommen würden sich freuen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sti fu am 22.12.2019 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    5 Zu. Wohnung für 2450.-

    Sind doch viele so, Es gibt auch andere, die sind aber dünn gesät......

  • PROLLTRASH am 22.12.2019 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sinnlos

    hauptsache der bürger kann nicht davon profitieren. magistratspersonen haben geld. die mieten nicht. sondern kaufen oder bauen.

  • Neumann am 22.12.2019 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Ganjaflash am 22.12.2019 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • die Ritterin am 22.12.2019 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    asozialer Staat

    Frech, dass der Bund Wohnraum unter Wert an Gutverdienende vermietet und das womöglich noch als Zweitwohnung, wie bei Frau Leuthard. Nein, ich bin nicht neidisch, habe selber Wohneigentum, aber DAS hier ist schlicht asozial. Die zuständigen Personen vergessen einmal wieder, dass es hier um das Eigentum von Steuerzahlern geht.