Kontingente

05. März 2015 07:36; Akt: 05.03.2015 13:46 Print

Bund gibt Tipps zur Zuwanderung

In einem Brief zeigt die Migrationsbehörde auf, mit welchen Tricks man Ausländer aus Nicht-EU-Staaten trotz Beschränkung einstellen kann.

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Will eine Firma einen ausländischen Mitarbeiter aus einem Nicht-EU-Land einstellen, so braucht es das grüne Licht vom SEM. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Seit diesem Jahr dürfen Schweizer Firmen nur noch 6500 statt wie bisher 8500 Spezialisten aus Ländern ausserhalb der EU einstellen. Diese Kontingent-Kürzung beschloss der Bundesrat im vergangenen November, nachdem das Stimmvolk am 9. Februar 2014 Ja zur Zuwanderungsinitiative der SVP sagte.

Doch diese Regelung kann umgangen werden. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, hat das Staatsekretariat für Migration (SEM) den Kantonen einen Brief mit dem Titel «Empfehlungen» zukommen lassen. «Um Kontingente einzusparen, kann in gewissen Fällen als Alternative eine Stagiairesbewilligung genutzt werden», wird im Bericht aus dem Dokument zitiert. So könne man junge Leute einstellen, ohne dabei das Kontingent zu belasten. Die Mitarbeiter müssen für die Ausnahmeregelung unter 35 Jahre alt sein und aus Ländern wie zum Beispiel den USA oder Kanada stammen.

SEM winkt ab

Neben Stages empfiehlt das SEM noch eine weitere Strategie. So können Kantone in Branchen, «welche weniger im öffentlichen oder kantonalen Interesse liegen, die Bewilligungsdauer einschränken und unkontingentierte Bewilligungen für 4 Monate erteilen».

Der Bundesrat senkt die Kontingente – und eine Bundesstelle zeigt Schlupflöcher auf? Das sei paradox, heisst es beim SEM. Hintertüren würden mit diesen Empfehlungen keine geöffnet, zitiert die Zeitung eine Sprecherin. «Sie erinnern vielmehr an die geltenden gesetzlichen Richtlinien.» In den letzten Jahren habe man nur rund 120 Stages bewilligt.

Wenige Ablehnungen

Will eine Firma einen ausländischen Mitarbeiter aus einem Nicht-EU-Land einstellen, so braucht es das grüne Licht vom SEM. Doch abgelehnt wird kaum ein Fall. So verweigerte das Staatssekretariat nur in drei Prozent aller Fälle die Zustimmung, wie Zahlen aus den letzten vier Jahren zeigen. Ein nicht näher genannter Insider einer kantonalen Arbeitsmarktbehörde vermutet, dass die Behörden gerne mal ein Auge zudrücken. «Der Wunsch ortsansässiger Firmen ist manchen Behörden heilig», so der Insider.

Von einer zu laschen Prüfung will Christoph Lüthi von der bernischen Arbeitsmarktaufsicht nichts wissen. «Jede Firma, die einen Drittstaatenangehörigen anstellen will, muss belegen, zuvor erfolglos jemanden aus der Schweiz oder dem EU-Raum gesucht zu haben.» In der Statistik sei nicht erfasst, wenn Firmen die Gesuche selbst zurückzögen.

(dia)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wahrheit,,,, am 05.03.2015 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Richarm

    Sämtliche Behörden sind unglaubwürdig geworden und dies haben sie selbst zu verantworten. Ständig wird das Volk angelogen. Vermutlich ist dies auch hier der Fall.

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  • Marc am 05.03.2015 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ich bin schockiert. Unsere Politik hilft, unsere Gesetze zu umgehen.

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  • Petra am 05.03.2015 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Australien

    Sorry. Was ist so schwierig an der Umsetzung und wieso sind alle über eine solche Regelung empört? Versucht mal als Schweizer in Australien einen Job zu erhalten! Die australische Firm muss ebenfalls zuerst Australier berücksichtigen. Erst wenn sie, nachweislich!!, keinen geeigneten Inländer findet, darf sie weiter suchen. Es ist doch nur normal, dass man versucht seinen eigenen Arbeitsmarkt zu schützen! Lernt dies mal!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • swiss am 06.03.2015 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie

    Und dem sagen wir Demokratie? Unsere schöne Schweiz kuscht nur noch vor der Wirtschaft und der EU! Ich sags schon lange die Personen in Bern sind für nichts aber auch gar nichts zu gebrauchen

  • Chris V am 05.03.2015 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon komisch

    Schon komisch, jetzt liest man überall, dass Firmen den Sitz ins Ausland verlagern und dadurch einige dann ohne Arbeit sind, die könnte man doch in den fehlenden Plätzen wieder einsetzen, aber es wird weiter mit jeglichen Tricklein die Zuwanderung nicht gestoppt, Weitere Worte kann und möchte ich nicht schreiben

  • franz am 05.03.2015 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da bin ich aber froh,

    dass ich bald in Rente und wieder in mein Heimatland gehe. Wer weiss, was ich mir nach den Wahlen alles anhören muss, bei all diesen Äußerungen hier. Aber ein schlechtes Gewissen werde ich nach dreissig Jahren Arbeit in der Schweiz nicht haben sonder AHV und PK genießen.

    • Pippi Langstraps am 05.03.2015 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kapitalabfluss

      Das Sie nach dreißig Jahren Arbeit in den Genuss der AHV und PK kommen, vergönnt Ihnen wohl niemand. Nur sollten diese dann auch an die Kaufkraft des neu bewohnten Landes angepasst werden. Denn nicht Alle können zurück in Ihre "Heimat" oder auswandern.

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  • M . Rohr am 05.03.2015 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker importieren

    Wir sollten den Spiess umdrehen und nur noch qualifizierte Politiker aus dem Ausland holen. Dann können die Damen und Herren am eigenen Leib mit erleben wie es einem normalen Bürger so geht wenn er 40+ ist und einen Job suchen muss weil er zu alt und zu teuer ist. Dann können sie noch einmal darüber nach denken wie es mit dem Fachkräftenagel aussieht. Wie wird das berechnet der Fachkräftemangel? Eine Fachkraft die fehlt wird mal 7 genommen. Das heisst dann es fehlen und 7 Fachkräfte die auf eine effektive Stelle kommen.

    • Aus dem Schneider Arm ammi am 06.03.2015 02:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      and the Oskar gos 2 u

      Wow !!! Das ich nicht selber auf diese Brilliante Idee gekommen bin !!! Hut ab !!!! Bester Komentar !!! Stimme ihnen voll und ganz zu!! Bravo

    • Kurt am 06.03.2015 21:16 Report Diesen Beitrag melden

      Poliker

      Endlich auch einer, der das was ich schon lange sag. Sämtliche Poliker im Ausland holen, sind günstiger und sicher mehr an der Schweiz interrsiert als unsere EU Schweizerorientierte Poliker.Wer macht das erste internationale Inserat. Schweiz such erlichen Volksnahe Politiker.

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  • Eis Kool am 05.03.2015 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welche Arbeit?

    Was ist das für eine Arbeit, die kein Schweizer machen kann?

    • erwin am 05.03.2015 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jeder Schweizer kann jede Arbeit machen.

      Er muss nur entsprechend ausgebildet sein. Aber das ist eigentlich eine Binsenweisheit. Insofern verstehe ich die Frage nicht ganz.

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