Limmattal

29. Juli 2018 01:31; Akt: 29.07.2018 20:14 Print

Doppelstöckige Autobahn gegen Stau

Um die Staustunden auf den Schweizer Fernstrassen zu limitieren, evaluiert das Bundesamt für Strassen den Bau von doppelstöckigen Autobahnen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Bundesamt für Strassen (Astra) prüft den Bau einer doppelstöckigen Autobahn im Zürcher Limmattal. Damit will der Bund die Staustunden limitieren oder gar wieder senken, wie Astra-Direktor Jürg Röthlisberger in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagte.

«Wir prüfen, ob wir einen Teil der A1 doppelstöckig führen können», sagte Röthlisberger. Das Trassee führe dort durch ein Flachmoor, weshalb man kaum weiter in die Breite bauen könne. «Daher überlegen wir uns, über die heutige Spur eine zweite Etage zu bauen.»

«Abhilfe ist in Sicht»

Gemäss dem Astra-Chef könnte etwa der Verkehr nach Zürich unten geführt werden und jener nach Bern auf der oberen Etage, oder die Lastwagen unten und die Personenwagen oben. Die Idee werde nun im Detail geprüft. Punkto Raumplanung und Umweltverträglichkeit seien aber sicher noch Hürden zu meistern.

Vor dem Hintergrund steigender Staudauer versprach Röthlisberger eine Besserung für die Autofahrer. «Abhilfe ist in Sicht», sagte der 54-jährige Berner. Er äusserte sich überzeugt, die Staustunden von fast 26'000 Stunden im Jahr 2017 limitieren oder gar senken zu können – trotz Verkehrszunahme.

Leise Kritik an den Städten

Der Astra-Chef nennt als geplante Massnahmen unter anderem Ausbauprojekte, temporäre Geschwindigkeitsanpassungen für einen flüssigeren Verkehr, Pannenstreifen als dritte Spuren und das geplante Rechtsvorbeifahren im dichten Verkehr.

Beim Engpass Baregg auf der A1 steht laut Röthlisberger der Bau einer vierten Röhre im Vordergrund. Dabei werden auch neue Linienführungen geprüft. Die naheliegendste Variante sei, im Limmattal in Fahrtrichtung Bern bereits früher links abzubiegen und etwa auf der Höhe von Spreitenbach AG einen neuen Tunnel durch den Heitersberg bis zur Verzweigung Birrfeld AG zu bauen. Dafür wäre eine Anpassung des Netzbeschlusses durch das Parlament nötig.

Gegen Tempo 30 auf Hauptstrassen

Der Astra-Chef kritisierte im Interview indirekt auch die Verkehrspolitik der Städte. «Der Verkehr fliesst wie Wasser. Wenn wir also die Hauptleitung ausbauen, aber auf der nächstunteren Netzebene nichts geschieht, gibt es Stau – dann wirkt unser ganzes Bauprogramm nur bedingt. Leider ist das Bewusstsein dafür in den Städten und Agglomerationen etwas verloren gegangen.»

Von Tempo 30 auf Hauptverkehrsstrassen hält der Astra-Chef nichts. Wenn überall Tempo 30 gelte, fliesse der Verkehr auch überall hin, dieser sei dann nicht mehr kanalisiert und nicht mehr effizient geführt. «Tempo 30 ist gut für Quartiere.»

(chk/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antu am 29.07.2018 02:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sandwich A1

    Da in die Breite bauen hierzulande schwierig ist, macht eine Doppelstöckige Autobahn sinn. Von mir aus könnte das für die ganze A1 und weitere Strecken umgesetzt werden. Andere Länder machen es schon seit Jahren so.

    einklappen einklappen
  • BobOfOz am 29.07.2018 02:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na endlich

    Da hat jemand endlich mal nachgedacht. Hoffentlich scheitert es nicht an einer Urne

    einklappen einklappen
  • Peter M am 29.07.2018 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Weniger Einwohner und wirklich alle Probleme wären gelöst. Aber erst wenn alles zu betoniert und alle in engem Wohnungen Leben müssen, wird es der letzte merken, dass unbegrenztes Wachstum nicht funktioniert.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • rolf grundlehnet am 30.07.2018 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hektorius

    Tokio ist schon bei 4 Stöcken!

  • felice am 30.07.2018 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso stoppen?

    Wieso sollte man diese Pläne stoppen? Wir bezahlen es ja schliesslich auch.

  • Robert am 30.07.2018 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich mal aufräumen

    Erst mal die Schikanen der Grünen aufheben, die oftmals überhaupt erst Staus produzieren. Zumindest in Städten wie Zürich, wo mit falschen Ampelsteuerungen, unnötigen Einbahnstrassen und unnötigen Abbiegeverboten riesige Staus produziert werden. Dann eine Tramlinie quer über die Hardbrücke anstatt untendurch, und einige neue total überflüssige Ampeln auf der Rosengartenstrasse / Hardbrücke und vielen Orten mehr. Auf Autobahnen endlich Rechts vorbeifahren erlauben und den Führerschein nicht mehr allen Fahr-Nieten verschenken, strenger Kontrollen / Bussen, dann gibt's weniger Staus.

  • schweizer Q am 30.07.2018 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau Rytz!

    Die ÖV ist auch total ausgelastet! Kapazitäten am Ende. Ob man nun doppelstöckige Bahnlinien oder Autobahnen baut...? Die Bahnlinien brauchen dann auch noch doppelstöckige Bahnhöfe! Die doppelstöckigen Strassen sind garantiert billiger!

  • Expertin am 30.07.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    6-8spurige Autobahnen sind die Lösung

    und zwar versenkt im Boden und sodann Glas-überdacht oder Wiesen-überdacht. Damit ist das Lärmproblem gelöst und auch das Schneeproblem. Noch Fragen?