Betten belegt

20. Dezember 2011 22:18; Akt: 21.12.2011 10:44 Print

Bund setzt Asylbewerber auf die Strasse

Die Asylzentren des Bundes sind übervoll. Inzwischen werden deshalb Asylbewerber sogar weggeschickt. Zwei junge Männer hatten im Dezember deshalb eine Woche kein Dach über dem Kopf.

storybild

10 bis 20 Asylbewerber mussten in den letzten Wochen weggeschickt werden, da es in den Asylzentren des Bundes keinen Platz mehr hat. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Asylzentren des Bundes weisen Asylbewerber ab und schicken sie auf die Strasse. «10vor10» liegt ein Dokument vor, das zeigt, dass zwei junge Nordafrikaner für sieben Tage auf die Strasse geschickt wurden. Das Bundesamt für Migration räumt gegenüber «10vor10» ein: «In Basel mussten in den letzten Wochen zehn bis 20 Asylbewerber weggeschickt werden.»

«Es ist eine schwierige Situation, vor allem jetzt im Winter, wenn es kalt ist», sagt Michael Glauser vom Bundesamt für Migration. Die Asylzentren des Bundes sind übervoll. In Basel wurden nach Angaben des Bundesamtes für Migration zehn bis 20 Asylbewerber auf die Strasse geschickt. Auch aus Vallorbe sind dem Bundesamt Einzelfälle bekannt. «Das Einzige, was ich dazu noch sagen kann, ist, dass wir Frauen oder Kinder immer aufgenommen haben», so Glauser. «Aber junge, gesunde Männer mussten teilweise weggewiesen werden,» räumt das Bundesamt für Migration ein.

Eine Woche kein Dach über dem Kopf

Zwei junge Nordafrikaner, die sich am 13.12.2011 in Basel beim Empfangszentrum meldeten, wurden weggewiesen. «10vor10» liegt das sogenannte «Voranmeldeblatt» der zwei Männer vor. Das Dokument zeigt, dass sie aufgefordert wurden, sich erst heute wieder zu melden. Eine ganze Woche später.

«Ich bin schockiert, dass man gerade in dieser Kälteperiode die Leute vor die Türe stellt», sagt Siegfried Bongartz vom Männerheim der Heilsarmee in Basel. Er hat letzte Woche zwei und in der Nacht auf heute drei Asylbewerber einquartiert und verköstigt. Besonders störend ist für Bongartz, dass die Heilsarmee dafür nicht einmal entschädigt wurde. «Es kann doch nicht sein, dass man es darauf ankommen lässt, ob Private diese Menschen irgendwie unterbringen», so Bongartz.

(ske)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Macherin am 21.12.2011 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz und doch Realität

    Genau der Meinung meines Vorredners. Wenn es nach der Mehrheit des Volkes ginge, dann würde der "Asyl"-bewerber nicht auf die Strasse gesetzt sondern aus unserem Land verbannt werden. Es wäre schön, wenn die Politiker, egal ob links, rechts oder mitte, endlich mal den Willen des Volkes umsetzen würden und handeln!!! Immerhin ist es ihr Job und sie kriegen noch Geld dafür also sollen sie gefälligst endlich diesen auch erledigen und wie sie propagieren, im Sinne und Wohle des Landes = Mehrheit des Volkes /Wähler handeln. Hopp, der Geduldsfaden ist nämlich schon lange gerissen!

    einklappen einklappen
  • Daniel am 21.12.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer sind Wirtschaftsflüchtlinge

    Die Schweizer sind die grössten "Wirtschaftsflüchtlinge" auf diesem Planeten. Schnäppchenjagen im EU-Raum, dafür dauernd über die Europäische Union motzen. Billige Rohstoffe und Produkte aus Diktaturen einkaufen. Laut brüllen, wenn die USA über eine Visumspflicht für Schweizer nachdenkt. Immer mehr Lohn verlangen, dafür keine Leistung bringen. Die Schweiz hat einen stattlichen Beitrag an das Flüchtlingselend zu leisten. Schweizer schweigt und seid endlich zufrieden.

    einklappen einklappen
  • Peter und Paul am 21.12.2011 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Herabwürdigung?

    Komisch. Dass man Kinder bevorzugt behandelt, dass ist sicher ok. Aber Frauen? Würdigt man aus der Sicht von Frauen denn die Frauen nicht hinab, wenn man davon ausgeht, dass sie schwächer sind, und daher eher eine warme Bleibe brauchen? Frauen mit Kindern, ok. Aber alleinstehende junge Frauen? Aber die gibt es wohl unter den Asylbewerbern praktisch nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul Müller am 22.12.2011 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    wer Hilfe braucht

    Herr Guido Müller (SVP) hat Recht! Wirschaftsflüchtlinge sind nicht echte Flüchtlinge! Sie brauchen kein Schutz und Unterstützung! Sie sind kein Asylanten! Für richtige Asylanten: Platz ja, für Wirschaftflüchtlinge: Zurückweisung! Schweiz ist klein! Wir sollen erst um unsere Leute helfen, es gibt hier genug wer Hilfe braucht!

  • franz Xaver am 21.12.2011 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Gas geben bei Gesuchen!

    Es hätte schon Platz für die RICHTIGEN AsylantInnen, wenn die Wirtschaftsflüchtlinge, schneller nach Hause retour geschickt würden. Aber dazu müsste man die Gesuche schneller behandeln!

  • Hört auf! am 21.12.2011 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Internationale Verträge

    Können die Linken eignetlich noch etwas Anderes machen, als sich immer auf "internationale Verträge" und irgendwelche "Rechte" zu beziehen? Wenn ihr unbedingt auf die Einhaltung "internationaler Rechte und Verträge" pochen müsst dann geht doch in eines der rund 100 Ländern in denen WIRKLICHE VERBRECHEN geschehen. Aber hört auf, ein Volk, das Millionen in Immigranten investiert, ständig als rassistisch abzustempeln! Ihr widert mich nur noch an!!!

  • Till Sitter am 21.12.2011 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schäbig

    Bei gewissen Kommentaren kommt so richtig Weihnachtsstimmung auf, nicht wahr. Und in 3 Tagen feiert man dann Weihnachten und nennt sich christlich.

    • Mitbürger am 22.12.2011 09:50 Report Diesen Beitrag melden

      Frohe Weihnachten

      Respekt! Endlich ein wahrer Kommentar! Frohe Weihnachten!

    einklappen einklappen
  • Otto lüscjer am 21.12.2011 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Asyl

    Sehr geehrte Damen und Herren: Frau Sommaruga sagte anfangs Jahr es kommen nur wenige zu uns. Das ist jetzt das Ergebniss. Es ist zum davonlaufen. Aber die Kirchen hätten noch viel Platz.Die Industrie Asyl will doch Ihren Zahltag nicht verlieren. Mit den Drogen ist es genau gleich.Schöne arme Schweiz.nehmt alle jemand auf Ihr habt genug Platz zuhause. Sagt man immer. Aber wir haben auch Schweizer die es nötig hätten, die vergisst man und sagt die sind selber Schuld.

    • A.F. am 22.12.2011 07:30 Report Diesen Beitrag melden

      Asyl

      Genau so ist es, da haben Sie recht. Soviel zu "wenig Gesuchen" ... Und es stimmt, es gibt auch Schweizer die es nötig hätten und kein Mensch kümmert sich hier um die Landsleute. Es gibt so viele arme Menschen auf der Welt, so ein kleines Land wie wir kann so oder so nicht allzu viel daran ändern. Ich glaube fast alle Kommentare die zu diesem Beitrag geschrieben wurden zeigen gut genug, wie wir Schweizer darüber denken. Setzt endlich mal den Volkswillen durch bitte...

    einklappen einklappen