13. April 2005 15:54; Akt: 13.04.2005 16:00 Print

Bund streicht weitere 800 Verwaltungsstellen

Der Bundesrat will in der Bundesverwaltung dauerhaft 190 Millionen Franken sparen und dazu unter anderem weitere 800 Stellen abbauen. Die Gewerkschaften kritisierten den Abbau umgehend.

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Er hat dazu am Mittwoch die so genannte Aufgabenverzichtsplanung (AVP) verabschiedet, wie das Eidgenössische Finanzdepartement mitteilte.

Ziel dieses Programms, das die bundesrätliche Entlastungsstrategie mit den beiden Sparprogrammen 03 und 04 ergänzt, ist eine Straffung der Verwaltung. Sie soll schlanker und kostengünstiger werden.

Der Bundesrat machte den Departementen dabei die Vorgabe, bei den Personal- und Sachausgaben sowie bei den Investitionen die Ausgaben linear um fünf Prozent zu senken. Von dieser Vorgabe wurde nur in einzelnen Bereichen abgewichen, etwa im schon stark belasteten Verteidigungsdepartement, beim Bundesamt für Zivilluftfahrt oder beim Netz der Auslandvertretungen im Aussendepartement.

Der weitere Abbau von 800 Stellen soll laut EFD sozialverträglich und möglichst ohne Entlassungen erfolgen. Zusammen mit den beiden Sparprogrammen und der Reorganisation des Verteidigungsdepartements werden damit zwischen 2004 und 2010 beim Bund total rund 4.000 Stellen gestrichen. Dies entspricht einem Rückgang von 13 Prozent im Vergleich zum Bestand per Ende 2003.

Gewerkschaften kritisieren Abbau scharf

Die gewerkschaftliche Verhandlungsgemeinschaft des Bundespersonals hat die Sparbeschlüsse des Bundesrats für die Verwaltung scharf kritisiert. Der Aufgabenverzicht sei ein Reorganisationsleerlauf gegen das Personal, teilten die Gewerkschaften PVB, vpod und garanto am Mittwoch mit.

Statt eines wirklichen Aufgabenverzichts baue der Bundesrat einfach quer durch alle Departemente Stellen ab. Dies erfolge willkürlich und ohne klar erkennbare Prioritäten.

Der Bund gebärde sich einmal mehr als verantwortungsloser Job-Killer, in einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit ohnehin schon hoch sei. Für das verbleibende Personal steige damit die Zusatzbelastung, heisst es in der Mitteilung weiter. Dies bedeute mehr Stress und weniger Qualität.

(ap)