08. Oktober 2006 13:17; Akt: 09.10.2006 14:48 Print

Bund will Skype mit Software-Wanze abhören

Die Polizei will auch übers Internet geführte Telefongespräche abhören können. Eine Schwyzer Firma hat ein Spionage-Virus entwickelt. Skandalös: Die Software kann das Mikro selbst dann einschalten, wenn kein Gespräch geführt wird.

Fehler gesehen?

Bund und Kantonen ist die nicht abhörbare Internet-Telefonie ein Dorn im Auge. Deshalb prüften 50 Vertreter von Bund und Kantonen eine neuartige Spionage-Software, die das Abhören von Skype-Gesprächen erlaubt.

Weil Telefonate im Internet oft verschlüsselt sind, bringt es nichts, nur den Datenverkehr abzuhören. Deshalb setzt die Software von ERA IT Solutions direkt auf dem Computer an, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Gängige Virenschutzprogramme erkennen das trojanische Pferd nicht.

Die Software werde nur an staatliche Behörden verkauft. Deshalb wird sie wohl bei den Antiviren-Herstellen auch in Zukunft nicht als Schädling eingestuft werden. Nachdem eine Ermittlung beendet ist, lässt sich das trojanische Pferd rückstandslos beseitigen.

Die Software kann zudem die in vielen Computern fest installierten Mikrofone unbemerkt einschalten und sich so zur Raumüberwachung nutzen. Webcams könnten theoretisch auch angezapft werden. Die ist aber nicht geplant - aber nur, weil viele Webcams mit einer Leuchte signalisieren, dass sie in Betrieb sind.