Nach Unfall-Serie

24. Dezember 2011 23:30; Akt: 25.12.2011 00:33 Print

Bund will deutlich weniger Zebrastreifen

In der Schweiz gibt es zu viele gefährliche Fussgängerstreifen. Der Bund verlangt deshalb von Kantonen und Gemeinden eine drastische Reduktion der Zebrastreifen.

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In der Schweiz gibt es viele gefährliche Fussgängerstreifen, stellt der TCS fest. Nun verlangt der Bund eine drastische Reduktion.

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Nach der Unfallserie auf Fussgängerstreifen verlangt der Bund von Kantonen und Gemeinden, dass diese die Anzahl der Fussgängerstreifen, insbesondere die gefährlichen, drastisch reduzieren.

Rudolf Dieterle, Direktor des Bundesamtes für Strassen sagt im Interview mit der «SonntagsZeitung»: «Wir haben in der Schweiz zu viele Fussgängerstreifen. Aus Sicherheitsgründen müssten wir zahlreiche eliminieren.»

Ungeeignete Stellen

Weil der Bund die Kompetenzen dazu nicht hat, stellt er jetzt Gemeinden und Kantonen eine Unfalldatenbank und ein Analysetool zur Verfügung, damit «sie risikobasierte Überprüfungen starten können.»

Fussgängerstreifen würden aus Sachzwängen zu oft an ungeeigneten Stellen angelegt. Das steigere das Unfallrisiko stark. Zudem verlangt Dieterle, dass sicherheitsmässig ungenügend ausgestaltete Fussgängerstreifen so umzugestalten seien, dass sie den aktuellen Normen und Richtlinien entsprechen. Auch sei eine genügende Signalisierung sicherzustellen.

Autos sicherer machen

Einen anderen Lösungsansatz hat Bettina Zahnd, Unfallforscherin bei der AXA Winterthur. Sie zählt auf die Entwicklung «intelligenter Autos», die dabei helfen sollen Fussgänger-Unfälle zu verhindern. Das erklärte Zahnd in der Zeitung «Der Sonntag». Mit neuen, raffinierten Autotechnologien würden künftig mehr Unfälle verhindert als es mit sanierten Zebrastreifen möglich sei, findet sie.

So gebe es bereits Autos, die mit integrierten Kameras Fussgänger erkennen und sie frühzeitig anzeigen würden – und im Notfall sogar selber bremsen könnten. Serienmässig könnte diese Notbremse ab 2020 in den meisten Automodellen eingebaut sein. «Solche Fahrerassistenzsysteme sind äusserst vielversprechend», sagt Zahnd - und wahrscheinlich auch effizienter als allfällige Kampagnen für mehr Sicherheit.

(uwb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Selberfahrer am 26.12.2011 01:25 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schauen

    Finde es den falschen Ansatz, noch mehr (ausfallträchtige) Elektronik in die Autos zu packen. Es sollen einfach beide Seiten besser aufpassen! Wir sollten uns nicht alles von der Technik abnehmen lassen, sonst verkümmern unsere entsprechenden Fähigkeiten irgendwann. Von der Schuldfrage bei einem Unfall ganz zu schweigen (ist nun der Fahrer schuld oder das Auto, das den Unfall nicht verhindert hat?)

  • Dani am 25.12.2011 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Fussgängerbremstechnik gibt es ja,

    Volvo hat's erfunden und Mercedes macht zB jetzt mit der B-Klasse ein Werbevideo zu dem. Aber, was man nicht bedenkt und was auch die Experten sagen: Diese Technik funktioniert bis max. 20 km/h, danach ist sie aus Sicherheitsgründen (!) deaktiviert. Sorgt doch lieber dafürm, dass die "Schwerpunkte" sprich mehrere Unfälle pro Jahr an dem selben Fussgängerstreifen, einfach ne Ampel hin. ja ich weiss, wir haben bereits genügend ampeln, aber wenn es um "Freiwilliges" Halten geht, kann man in der Schweiz ewig und 4 jahre warten, hier herrscht die Falsche Mentalität.

  • J.S. 1984 am 25.12.2011 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Tsss... Autofahrer verlieren immer

    Ein Fussgänger hat den Vortritt also läuft man über die Strasse ohne nach links oder rechts zu schauen. Ein Velofahrer, fährt oftmals ohne Abzusteigen über den Fussgänger oder man fährt Freihändig mit Musik in den Ohren. Ein Autofahrer wird aber gebüsst wenn er jemanden erwischt, bei Fehlverhalten der Fussgänger und Velofahrern. Jeder einzelner Verkehrsteilnehmer muss massiv gebüsst werden, nicht nur der Autofahrer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reijnen Henk am 27.12.2011 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zebras

    Das ist schon richtig. Aber bei den verbleibenden Zebras Verkehrslichter aufstellen. Auf Knopfdruck GRUEN

  • Werner K. am 27.12.2011 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Führerausweis mit "Verfallsdatum"

    Ich bin ÜBERZEUGT, wenn man den Führerausweis nur noch mit einem "Verfallsdatum" austellen würde, vielleicht auf 5 oder 10 Jhhre bis zum 60 Lebensjahr, danach nur noch auf 1 bis 3 Jahre, würde sich alles bessern! Für die Verlängerung müssten dann alle ein ärztliches Attest vorlegen(Augenarzt, bei einer Krankheit auch andere Arzte) und ein Strafregisterauszug vorlegen! Wenn alles OK, würde man den Führerausweis verlängern, kostenlos! Bei Unklarheiten, Unstimmigkeiten, Problemen usw., müssten weitere Abklärungen gemacht werden, jedoch auf Kosten des betroffenen Lenkers! Viele Probleme gelöst!

  • Trish am 27.12.2011 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fussgänger kennen nichts

    leider laufen die fussgänger wirklich einfach drauf los, schauen nur auf die eine seite und los geht's. ich habe auch schon gesehen, dass ein erwachsener einfach mit kind über die strasse rennt,.. was für ein vorbild für die kinder,..

  • tony am 27.12.2011 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freuindlicher

    schaut einander wider in die augen dan seht ihr ob einer anhält oder nicht...ach ja grüssen könnte man auch wider...

  • Walker am 27.12.2011 05:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wär's

    wenn Fussgänger beim Ueberqueren wieder mehr auf die eigene Sicherheit achten, als nach Prinzip Hoffnung draufloszulaufen? Als Fussgänger erachte ich Fahrräder auf dem Trottoir als das grössere Problem - Autos kann man im Gegensatz zu vorbeirasenden Fahrrädern gut sehen und hören.