Integration in den Arbeitsmarkt

15. Mai 2019 16:44; Akt: 15.05.2019 18:16 Print

Bund zahlt Flüchtlingen 12'000 Fr an den Lohn

Der Bundesrat will mehr Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren. Stellt ein Arbeitgeber einen Flüchtling an, zahlt der Staat einen Teil seines Lohnes.

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In der Schweiz waren 2017 86,3 Prozent der Flüchtlinge auf Sozialhilfe angewiesen, wie aus der Sozialhilfestatistik im Flüchtlingsbereich hervorgeht. Der Bund übernimmt am Anfang die Kosten in Milliardenhöhe, später sind die Kantone und Gemeinden zuständig.

Der Bundesrat will nun dafür sorgen, dass mehr Flüchtlinge arbeiten. Er hat am Mittwoch ein Pilotprojekt beschlossen. Dieses soll 300 Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen die Eingliederung in den Arbeitsmarkt mit finanziellen Zuschüssen erleichtern.

12’000 Franken an den Lohn

Konkret: Der Bund wird bei 300 Flüchtlingen 12’000 Franken pro Jahr an den Lohn zahlen. So sollen Arbeitgeber einen Anreiz haben, Flüchtlinge einzustellen, selbst wenn diese zum Beispiel noch sprachliche Defizite haben. Das Programm soll vorerst drei Jahre lang dauern und 11,4 Millionen Franken kosten.

«Leute, die hier bleiben, müssen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Alles was dazu beiträgt, ist gut. Bleiben Flüchtlinge in der Sozialhilfe, wird es viel teurer», sagt SP-Nationalrätin Silvia Schenker. Als Starthilfe zur Unterstützung der Integration mache der Zuschuss Sinn. Auch bei der IV gebe es einen Einarbeitungszuschuss, weil es für Arbeitgeber mehr Aufwand bedeuten könne, eine Person mit Beeinträchtigung einzustellen.

SVP-Nationalrat übt Kritik

Kritisch reagiert SVP-Nationalrat Franz Grüter: «Grundsätzlich begrüsse ich natürlich, wenn Flüchtlinge eine Tätigkeit finden und einen Job ausüben. Aber in meinen Augen stehen diese hohen Beträge in einem geradezu absurden Missverhältnis zu dem, was der Staat für die eigenen Bürger auszugeben bereit ist.»

Derzeit würden 3500 bis 4000 Schweizer Arbeitnehmer im Alter von über 50 Jahren monatlich ausgesteuert. «Das sind Rekordzahlen. Angesichts dessen finde ich es störend, dass Geld investiert wird, um Flüchtlingen eine Anstellung zu besorgen.»

Massnahmen auch für ältere Arbeitslose

Der Bundesrat hat neben den Lohnbeiträgen im Asylbereich weitere Massnahmen beschlossen, um das Arbeitskräftepotenzial im Inland besser zu nutzen. Ein Teil der Massnahmen zielt auf ältere Arbeitnehmende ab, die oft Mühe haben, eine Stelle zu finden. Unter anderem soll das Beratungsangebot der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) für ältere Personen ausgebaut und verbessert werden.

Gleichzeitig sollen ausgesteuerte Personen über 60 Jahre eine existenzsichernde Überbrückungsrente erhalten bis zur ordentlichen Pensionierung.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urmel64 am 15.05.2019 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ü50

    Ich glaube mich verlesen zu haben! Wie wäre es einen Anreiz für Arbeitgeber zu schaffen damit auch Ü50 noch eine Chance haben?

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  • Denkpause am 15.05.2019 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben wir denn ...

    ... keine Schweizer Arbeitslose? Ich bin der Meinung, eigene Leute sollten zuerst berücksichtigt und unterstützt werden.

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  • Direkt Betroffener am 15.05.2019 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte

    Was für ein Affront den arbeitslosen Schweizern gegenüber. Für Flüchtlinge hat der Bund Geld, aber für Ausgesteuerte Ü50 ist keiner mehr zuständig. Normalerweise sollte der Schweizer an erster Stelle stehen. Wie traurig

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marko0912 am 16.05.2019 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der größte Feind der Schweiz, unsere Politiker

    "weinen oder Lachen" ? den alle Hoffnung ist jetzt endgültig verloren! wer wird uns retten wen die kleine Schweiz im Abgrund liegt? warscheinlich keiner, die Schweizer wird dan aufgelöst und die Kantone an die angrenzenden Länder verteilt, genau so wird das Ende der Schweiz leider aussehen, der Kurs steht schon und alle Verhandlungen mit der EU zeigen nur auf diese Richtung! Hauptsache wir haben Kampfflugzeuge um Terroristen zu Jagen ohne die Wehr die Schweizer verloren, was für ein trauriger Witz das doch ist!

  • Leggnilg am 16.05.2019 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Massnahmen auch für ältere Arbeitslose

    Welch trauriger Witz! Was Ü50 auf Stellensuche wirklich helfen würde, wäre dass sie nicht mehr automatisch ausgesteuert oder zu anständigen Bedingungen angestellt würden. Schliesslich haben diese Menschen, während sie in Lohn und Brot standen, fleissig Steuern und Abgaben dem Staat entrichtet. Erst wenn deren Existenz gesichert ist, darf der Staat über Lohn-Subventionen für Flüchtlinge nachdenken.

  • Alfons am 16.05.2019 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Wir Schweizer sind für die Oberen nur Melkkühe. Steuern auf Rente...Quellensteuer..Bundessteuer ..Kantonssteuer...Gemeindesteuer..Gebühren für praktisch alles...mit diesem unser vom Volk eingezahlten Geld wird Politik gemacht. Angstmacherrei mit der AHV wegen denn Geburtenstarken Jahrgängen ( die bösen haben ja nie was einbezahlt ) Wir sind in unserem Land wie schon mehrfach festgestellt 2 Klasse Bürger. Wer es nicht glaubt soll mal keine Steuern mehr bezahlen.

  • Reto Wälti am 16.05.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fass es nicht

    Das darf doch einfach nicht wahr sein! Der Bundesrat sollte sich gegenüber dem Schweizer schämen! Verwendet das Geld endlich für unsere marode AHV!

  • herbert am 16.05.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Autsch

    Ein Schlag ins Gesicht für jeden CH-Steuerzahler. Also anscheinend doch vom Staat verordnetes Lohndumping. Damit ist wohl definitiv das Rahmenabkommen vom Tisch. Also mein Nein wird auf jedenfall in der Urne landen. Die PFZ sollte ebenfalls gekündet werden.