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13. Dezember 2019 13:21; Akt: 13.12.2019 15:03 Print

Bundesangestellte müssen Zug statt Flieger nehmen

Der Bundesrat will die Bundesverwaltung klimaneutral machen. Deshalb sollen Angestellte öfter mit dem Zug reisen. Auch die Business-Klasse im Flieger gibts nur in Ausnahmefällen.

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Bei Reisezeiten unter sechs Stunden müssen Bundesangestellte künftig den Zug statt das Flugzeug nehmen. Und auf Langstreckenflügen sollen sie vermehrt in der Economy- statt in der Business-Klasse reisen. Das hat der Bundesrat beschlossen.

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Sollte man für kürzere Strecken den Zug statt das Flugzeug nehmen?

Er hat am Freitag den Aktionsplan Flugreisen verabschiedet. Das Ziel: Die CO2-Emissionen aus Flugreisen der Bundesverwaltung sollen bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden.

Der Aktionsplan ist Teil des Klimapakets Bundesverwaltung, das der Bundesrat im Juli verabschiedet hatte. Er will damit die Bundesverwaltung bis 2030 klimaneutral machen. Die Treibhausgasemissionen sollen um 50 Prozent gegenüber 2006 reduziert werden. Der Rest wird durch Emissionszertifikate kompensiert.

Gültig ab Sommer 2020

Der Aktionsplan Flugreisen wird ab Mitte 2020 von allen Verwaltungseinheiten der Bundesverwaltung umgesetzt. Zur Massnahme «Zug statt Flugzeug» wird die Bundesreisezentrale zusammen mit dem Eidgenössischen Personalamt eine Liste jener Destinationen erstellen, zu denen grundsätzlich mit dem Zug angereist werden muss. Vorgeschrieben ist das bei einer Reisezeit von unter sechs Stunden.

Flüge in der Business-Klasse gibt es nur noch, wenn ein Direktflug neun Stunden und mehr oder ein Flug mit Zwischenstopp elf Stunden und mehr beträgt, wie der Bundesrat schreibt.

Kleinere Delegationen

Weiter sollen weniger Personen an internationale Konferenzen fliegen. Die Delegationsgrössen sollen konsequent «so klein wie möglich» sein. Die bestehenden Ausnahmeregelungen werden überprüft.

Als Alternative zu Dienstreisen sollen vermehrt Telefon- und Videokonferenzen genutzt werden. Dazu werden Kurse für Mitarbeitende angeboten und technische Anpassungen vorgenommen.

Ziele festgelegt

Der Bundesrat hat auch die Ziele der nächsten Jahre für das Ressourcen- und Umweltmanagementsystem Rumba festgelegt. Dieses dient dazu, die Umweltbelastung aus der Tätigkeit der Bundesverwaltung kontinuierlich zu reduzieren.

Bis 2023 soll die Umweltbelastung je Vollzeitäquivalent um 8 Prozent gegenüber 2020 reduziert werden, ohne Anrechnung von Treibhausgas-Kompensationen. Die absoluten Treibhausgasemissionen sollen bis Ende 2023 um insgesamt 9 Prozent gegenüber 2020 reduziert und die verbleibenden Treibhausgasemissionen vollständig mittels internationaler Bescheinigung kompensiert werden.

Schärferes Reduktionsziel für das VBS

Schliesslich hat der Bundesrat das im Klimapaket festgelegte CO2-Reduktionsziel für die Einheiten des Verteidigungsdepartements bis 2030 von 35 auf 40 Prozent verschärft.

Die Bundesverwaltung nehme mit diesen Massnahmen ihre Vorbildfunktion zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und zur Steigerung der Energieeffizienz wahr, schreibt der Bundesrat.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Auswanderin am 13.12.2019 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Dann viel Spass. Hoffe die dürfen dann auch mal in überfüllten Zügen stehen und somit Bürgernähe spüren.

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  • Denker am 13.12.2019 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Bravo, das macht mich Stolz, dass er Bund aktiv vorwärts macht. Danke.

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  • MfG BB am 13.12.2019 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Juhu, wir sind gerettet

    Und ab 2020 sind Vulkanausbrüche verboten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Genau am 14.12.2019 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern ganz allgemein

  • puffi am 14.12.2019 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Überbezahlt und zu viel Zeit

    Höchste Zeit, diese überbezahlten Damen und Herren haben Zeit genug, sogar zu Fuss wäre sicher genug Zeit vorhanden.

  • unberührbar am 14.12.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    klasse

    solche regelungen betreffen das technische personal (lohnklasse <=25). die unendliche ressource im personalsystem des bundes. für das kader liegen die blanko visierten ausnahmeformulare stapelweise rum.

  • Umweltforscher am 14.12.2019 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweiz

    Die Schweiz macht 0.3% des weltweiten CO2 Ausstosses aus. D.h. wir könnten die ganze Schweiz komplett abstellen und die Welt würde trotzdem kollabieren und das Leben zum 6. Mal aussterben. Bis es soweit ist sind wir aber noch dumm genug uns für 0.01%, also nichts, das Leben schwer zu machen, uns einzuschränken wo es nur geht und die Wirtschaft zu kastrieren mit Umweltvorgaben, während andere Länder weiterhin in Saus und Braus leben. Sowas kriegen auch nur die Schweizer hin.

    • Samuel K. am 14.12.2019 19:26 Report Diesen Beitrag melden

      Und was hat jetzt dies zu tun

      mit Thema der Bundesangestellten???

    • hmabrunner am 14.12.2019 19:28 Report Diesen Beitrag melden

      frechheit

      die schweiz ist DAS vorbildland weltweit. lesen sie keine zeitung? jeden monat erscheint ein ranking, wo wir spitzenplätze nahezug in allen bereichen belegen. das wird einfach ignoriert. stattdessen beklagt man sich über unzufriedenheit. ich bin stolz im besten land zu leben. arbeite hart, verzichte auf viel, aber zahle die steuern mit stolz und bürgersinn.

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  • Lulu am 14.12.2019 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Co2

    Hier die Lösung des Problems. Sofort dem Wind an der CH-Grenze verbieten Co2 Ausstoss rein noch raus zu tragen.