Prostitution

09. Juni 2010 12:44; Akt: 09.06.2010 12:57 Print

Bundesgericht hebt Skandalurteil auf

Fünf Frauen hatte er vergewaltigt, bestraft wurde er von der Justiz jedoch aussergewöhnlich mild – weil seine Opfer «nur» Prostituierte waren. Das Bundesgericht hat das Urteil nun korrigiert.

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Der Mann hatte sich an fünf Prostituierten vergangen (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella))

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Er war ein Mehrfachtäter: Zwischen 1997 und 2006 hatte sich der Mann an fünf Prostituierten sexuell vergangen. Er vollzog mit den Frauen gegen ihren Willen vaginalen oder analen Verkehr. Die Waadtländer Justiz verurteilte ihn dafür wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu drei Jahren Freiheitsstrafe, die Hälfte davon bedingt.

Das milde Urteil rechtfertigten die Waadtländer Richter unter anderem damit, dass er die Straftaten im Rahmen von Beziehungen mit Prostituierten begangen habe. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Staatsanwaltschaft nun gutgeheissen und das Urteil aufgehoben.

Beruf darf keine Rolle spielen

Die höchsten Richter stellen in ihrem Urteil klar, dass die Schwere einer Vergewaltigung nicht danach beurteilt werden darf, welchen Beruf das Opfer ausübt. Die Überlegungen der Vorinstanzen würden darauf hinauslaufen, dass die Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung einer Prostituierten weniger schwer wiege.

Eine Prostituierte habe indessen nicht weniger als jede andere Person das Recht, eine sexuelle Beziehung oder ihr unerwünschte Sexualpraktiken zu verweigern. Zu Unrecht sei zudem zu Gunsten des Täters berücksichtigt worden, dass er die Frauen nicht geschlagen oder bedroht habe.

Keine Reue gezeigt

Dass er nur seine physische Kraft ausgespielt habe, verringere seine Schuld jedoch nicht. Im Übrigen habe er nicht die geringste Reue gezeigt. Das Strafmass sei insgesamt unhaltbar milde ausgefallen. Die Sache geht nun zurück an die Waadtländer Justiz, die eine deutlich strengere Strafe gegen den Mann verhängen muss.

(Urteil 6B_287/2009 vom 18.5.2010)

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schaerer Andy am 09.06.2010 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    1,5 Jährchen ???

    Ob Dirne oder nicht. Ueberführt, geständig, uneinsichtig und aufs Schlimmste physisch und psychisch missbraucht! Dafür landet dieser Sch..kerl für gerade mal 1,5 Jährchen im Ferienlager, bei guter Führung ev. weniger. Muss zuerst mal ein Richter "vergewaltigt" werden, damit diese "Gutmenschen" endlich mal checken, dass das Strafrecht, übrigens bereits schon bei der Klageerrhebung aber erst recht beim Urteil, auch heute bereits WIRKLICHE Strafen zulässt. Schön wäre dann, wenn der selbe Richter den Vorsitz bei seinem eigenen Verfahren inne haben würde!mal sehen, ob das Strafmass nicht anders wär

  • Joachim Reichner am 10.06.2010 00:56 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenhandel

    Die Richter haben eine grosse Verantwortung. Sie sollen gefälligst dafür sorgen, dass solche Leute und auch Menschenhändler hart bestraft werden! Sollte die Sklaverei im heutigen Jahrtausend nicht endlich abgeschafft sein?

  • Bruno am 09.06.2010 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdige Rechtsprechung

    Ich finde diese Rechtsprechung eine willkürliche Vetternwirtschaft.Je nach Verteidiger, dessen Sympathien zum Täter usw werden Gewalttäter nicht selten weniger hart bestraft, als jemand der unabsichtlich einen Fehler begangen hat.Man kann das irgendwie nicht mehr ernst nehmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • August Wüest am 10.06.2010 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Skandalrichter

    mit solchen Softy Richter wird die Kriminalität indirekt gefördert. Für unseren Bevölkerungsschutz gilt :Ausschaffungsinitiative ,JA denn auf unsere Richter ist kein Verlass !

  • Justin am 10.06.2010 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    das problem

    sind die linken richter die es im übermass gibt. wenn ihr mal nachschaut wer alles im club helvetique dabei ist werdet ihr feststellen das es sogenannte eliten sind. sogenannte intelligente EU-befürworter die ein hohes studium in jura oder medizin absolviert haben. aber haben die auch intelligenz? wissen ja, intelligenz NEIN! solche richter braucht die schweiz nicht! anstatt "nur" kriminelle ausländer auszuschaffen sollte man solche richter gleich mit ihren kriminellen "freunden" mit schicken!

  • Joachim Reichner am 10.06.2010 00:56 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenhandel

    Die Richter haben eine grosse Verantwortung. Sie sollen gefälligst dafür sorgen, dass solche Leute und auch Menschenhändler hart bestraft werden! Sollte die Sklaverei im heutigen Jahrtausend nicht endlich abgeschafft sein?

  • George am 09.06.2010 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz von der Hand zu weisen

    Ich möchte hier nicht Partei für einen Sex-Machtmenschen ergreifen, aber mir leuchtet es auch ein, dass die Vergewaltigung eines Menschen, der den körperlichen Zugang zu seiner Intimität wählerisch und zurückhaltend einsetzt nicht denselben Einschnitt bedeutet, wie die Vergewaltigung eines Menschen, der in anderem, gewiss selbstbestimmteren Zusammenhang Geld höher als die körperlich-seelische Unversehrtheit durch die kommerzielle Verwertung seiner Sexualität höher eingestuft hat. Es bedeutet nicht dieselbe Zäsur im betroffenen Leben, das dünkt mich klar.

    • justin am 10.06.2010 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      hoch gehoben

      eloquent ausgedrückt. aber der inhalt und ihre sichtweise dieser sache sind eindeutig zeichen eines mangelnden denkzentrums in der oberen hämisphäre ihres körpers

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  • Bruno Winkler am 09.06.2010 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Richter

    In diesem Blog wurde meistens nur vom Täter und der Tat geschrieben. Eigentlich müssten sich die Kommentare um/gegen den Richter drehen. Die Kommentare müssten eigentlich lauten: "Schickt diesen "Richter" in die Wüste! Denn wer so "richtet" hat nicht begriffen, was für eine Verantwortung er hat und seinen Lohn nicht verdient!