Darf sie das?

06. August 2014 07:54; Akt: 06.08.2014 11:30 Print

Bundeshaus-Sekretärin twittert Nackt-Selfies

Eine Bundeshaus-Angestellte stellt während ihrer Arbeit Nacktfotos von sich auf Twitter. Ob sie damit ihren Job riskiert, ist nicht ganz klar.

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In einem Büro des Bundeshauses knipst eine Angestellte regelmässig Nackfotos von sich und stellt die Bilder auf Twitter. (Bild: Keystone)

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Eine Sekretärin twittert regelmässig Nacktbilder aus ihrem Büro – im Bundeshaus. Dass die Bilder jemand sehen könnte, mit dem sie beruflich zu tun hat, ist der Frau offenbar bewusst. «Das Thema beschäftigt mich ständig», sagt sie zur NZZ.

Auch das Eidgenössische Personalamt (EPA) empfiehlt seinen Angestellten unmissverständlich: «Veröffentlichen Sie im Internet nur Bilder und Texte, die Sie auch jederzeit Ihren Kolleginnen un Kollegen, Mitarbeitenden oder Vorgesetzten zeigen würden.» Da die Aufnahmen aber Teil ihres Privatlebens seien, sehe sie keinen Interessenkonflikt mit ihrer beruflichen Funktion, so die Sekretärin, der auf Twitter 11'000 Nutzer folgen.

Grund für Verweis, nicht für fristlose Kündigung

So einfach ist die Sache allerdings nicht: Auf den Nacktfotos der Bundeshaus-Angestellten sind im Hintergrund immerhin die Büroräumlichkeiten zu erkennen. Das Personalamt wollte sich nicht dazu äussern, mit welche Konsequenzen die Frau rechnen muss, wenn ihre unverhüllten Selfies auffliegen – jede Verwaltungseinheit setze die Regeln im Umgang mit Social Media anders um.

Das EPA verwies aber auf den Verhaltenskodex der Bundesverwaltung: Angestellte sollen hiernach auch im Privatleben darauf achten, den guten Ruf und das Ansehen des Bundes nicht zu beeinträchtigen. Sind also Nacktfotos rufschädigend fürs Bundeshaus?

Ausschlaggebend ist offenbar die Funktion der Person, die sich im Adams- oder Evaskostüm ablichtet. Ein Botschafter oder Mediensprecher, mit dem eine Institution identifiziert werde, könne sich solche Bilder kaum leisten, sagt Thomas Geiser, Spezialist für Arbeitsrecht an der Universität St. Gallen. Im Verhalten der Sekretärin sehe er hingegen eher einen Grund für einen Verweis als für eine fristlose Entlassung. «Es sei denn, der Arbeitgeber stuft die Tätigkeit als Sicherheitsrisiko ein», so Geiser – beispielsweise wenn die Angestellte durch die Bilder erpressbar wäre.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steuerzahler am 06.08.2014 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie wäre es...

    ..in der Arbeitszeit zu arbeiten statt sich nackt selbst zu belichten..? Sehr unklug von jemandem der sein Lohn von Steuergeldern bezieht finde ich., Aber die Reaktion der Personalabteilung passt zur Arbeitshaltung der Bundesämtern. Grüsse euer Lohnzahler (der fürs Steuergeld arbeiten muss!!)

  • dolph am 06.08.2014 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nackt im Büro?

    Also wenn ich ein Bild über mich im Büro machen würde auf dem ich nackt im Stuhl liege wäre ich den Job los noch bevor die Sache in den Medien wäre.

    einklappen einklappen
  • nöggi am 06.08.2014 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    das glaub ich jetzt nicht!!

    Ich lese wohl nicht richtig! Sie stellt die Selfies während Ihrer Arbeitszeit auf Twitter? Nur schon das wäre für mich ein Kündigungsgrund, sie wird ja wohl fürs arbeiten bezahlt und nicht fürs Twittern oder. Ausserdem erwarte ich von unserem Bundeshaus und allen anderen Staatsbetrieben etwas mehr seriosität.

Die neusten Leser-Kommentare

  • plank am 06.08.2014 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    so schlimm schon

    Anhand der hier geposteten Beiträge sieht man mal wie weit die Schweizer schon ins Bünzlitum abgerutsch sind. Ja immer schön schauen was der Nachbar macht, könnte ja gegen die Norm verstossen, was natürlich sofort geahndet werden muss. Im Ernst, schlimm was hier zum Teil abgeht. Macht euch mal ernsthafte Gedanken über eurer Verhalten. Hoffe ihr seid nicht so im echten Leben, wie ihr euch hier gebt.

  • plank am 06.08.2014 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    und selber

    @Steuerzahler und wo befindest Du Dich um 08.14 Uhr?

  • Simon Gisler am 06.08.2014 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Medienhype

    Echt nicht schön wenn man in so einen Medienstrudel reingerissen wird. Was geht es uns an was Sie in der Freizeit oder Ihren Pausen treibt? Ich nehme an sie erledigt Ihre Arbeiten sonst wäre sie wohl schon gefeuert worden. Nun lasst sie in Ruhe und pusht nicht so ein völlig belangloses Thema und startet eine Hetzjagd nach einer normalen Angestellten. Nächste Woche kommt wohl der Bericht "Ich erhielt Morddrohungen" etc...ich verstehe es echt nicht...

  • Morpheus am 06.08.2014 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pics

    Lässt das Mädel doch zeigen was es hat. Kann mir jemand den Account mitteilen ;-)

  • Raucher am 06.08.2014 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Rauchen vs. Nacktbilder

    Die einen machen mehrmals 10 Min.-Pausen, um nach draussen rauchen zu gehen. Die anderen machen in dieser Zeit Nacktselfies. Wo liegt da der Unterschied?? Beide verursachen unproduktive Kosten und beide arbeiten nachher motiviert und effizienter als vorher. :-)