11. April 2005 12:18; Akt: 11.04.2005 22:44 Print

Bundesrat: Dickmacher sollen deklariert werden

Der Bundesrat erwägt zur Bekämpfung von Übergewicht eine Deklarationspflicht für kalorienreiche Lebensmittel. Dabei will er auch prüfen lassen, ob übermässig süsse oder fette Produkte mit einer roten Warnung gekennzeichnet werden sollen.

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Zur Debatte steht unter anderem eine allgemeine Deklarationspflicht für alle besonders kalorienreichen Nahrungsmittel, wie es in der am Montag veröffentlichten Antwort des Bundesrates auf ein Postulat von CVP-Nationalrätin Ruth Humbel Näf heisst. Damit müssten die Konsumenten auf die gesundheitsgefährdende Wirkung dieser Produkte aufmerksam gemacht werden. Daneben soll auch ein so genanntes «Ampelsystem» begutachtet werden, bei dem die Lebensmittel je nach Kaloriengehalt mit den Farben rot, orange oder grün auf der Verpackung bezeichnet werden. Humbel Näf schlug ferner vor, die Werbevorschriften für kalorienreiche Produkte zu verschärfen. Milchriegel zum Beispiel sollten nicht mehr als gesund beworben werden dürfen, wenn sie über einen hohen Zucker- und Fettgehalt verfügten.

Der Bundesrat anerkennt, dass eine bessere Deklaration der Energiewerte von Lebensmitteln Menschen mit Gewichtsproblemen eine Hilfe sein könnte. Allerdings müsse auch geprüft werden, ob zusätzliche Deklarationsbestimmungen nicht zu einem Übermass an Information führten und sich letztlich kontraproduktiv auswirkten. Laut den Schweizerischen Gesundheitsbefragungen hat sich bei der Erwachsenenbevölkerung der Anteil an Übergewichtigen innerhalb von 10 Jahren von 30 auf 37 Prozent vergrössert. Dies verursacht Folgekosten von jährlich rund 2,7 Milliarden Franken, vor allem wegen Diabetes und anderer ernährungsabhängiger Krankheiten. Humbel Näf machte in der Begründung zu ihrem Vorstoss geltend, dass vor allem bei Kindern und Jugendlichen die Tendenz alarmierend sei.

(ap)