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14. Februar 2014 13:35; Akt: 14.02.2014 13:35 Print

Bundesrat für Hochzeit ohne Trauzeugen

FDP-Nationalrat Andrea Caroni hält die Trauzeugenpflicht für einen alten Zopf. Der Bundesrat gibt ihm jetzt recht.

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Für heiratswillige Paare dürfte es in Zukunft etwas weniger kompliziert werden, den Bund fürs Leben einzugehen. Der Bundesrat empfiehlt eine Motion von FDP-Nationalrat Andrea Caroni zur Annahme: Der Appenzeller forderte im Dezember, die Bestimmung abzuschaffen, wonach es für die Heirat zwei Trauzeugen braucht. Zudem wollte er die Frist von zehn Tagen abschaffen, die zwischen Vorbereitungsverfahren und Trauung besteht.

Die Landesregierung ist offenbar der gleichen Meinung. Caroni freut sich: «Das ist ein gutes Zeichen für Heiratswillige.» Es mache Sinn, diese alten Zöpfe abzuschneiden. Die Trauzeugenpflicht und die Wartefrist hätten ihren früheren juristischen Zweck schon lange verloren. «Bei der Einführung der eingetragenen Partnerschaften für homosexuelle Paare hat man auch darauf verzichtet.» Und auch bei einer Scheidung müsse man zwischen Vorbereitungsverfahren und Vollzug nicht erst zehn Tage warten.

«Zwang ist fehl am Platz»

Er selber finde die Trauzeugen-Tradition zwar schön: «Ich selber würde auch mit Trauzeugen heiraten.» Aber eine staatlich vorgeschriebene Pflicht brauche es nicht. «Wenn ein Paar aus terminlichen oder anderen Gründen keine Trauzeugen findet oder keine will, ist Zwang fehl am Platz.»

Vor allem aber freut sich Caroni, dass der Bundesrat die zehntägige Wartefrist abschaffen will. Behördengänge sollten möglichst rasch und unkompliziert ablaufen – eine Zwangspause sei unnötig.

Kommen jetzt Las Vegas-Hochzeiten?

Kommt es in der Schweiz schon bald zu unzähligen spontanen Eheschliessungen, wie man sie aus Las Vegas kennt? Er gehe davon aus, dass zwei erwachsene Leute wissen, was sie tun, wenn sie auf das Standesamt gingen. «Man muss sich bereits vorher anmelden, reicht unzählige Belege ein und wird von den Standesbeamten gefragt, ob man sich der Bedeutung des Schrittes bewusst ist.» Natürlich gebe es Ehen, die unüberlegt eingegangen würden. Hier sei es aber nicht am Staat, einzugreifen: «Die Möglichkeit, sich falsch zu entscheiden, gehört auch zu einer freiheitlichen Gesellschaft.»

(cbe)